Wu's Raachermannel nabelt ...


Der Name "Seiffen" hat nichts mit dem besonderen Reinlichkeitssinn der Bürger Seiffens zu tun. Auch Reinigungsmittel stellen sie keine her. Vielmehr zeugt der Name von der bergbaulichen Geschichte des Ortes. Um 1240 wurde hier zinnhaltiges Schwemmland gefunden. Dieses im Tagebau abgebaute Erz "seiffte" man aus, d.h. man wusch es ähnlich wie beim Goldwaschen. Im 14. Jahrhundert wird der Ort als "czynn syffen" erwähnt.

Im 18. Jahrhundert gehörten 90 % der Bevölkerung bergmännischen und bergverwandten Berufen an. Nach 1763 war der Bergbau durch den Siebenjährigen Krieg und dessen Folgen fast zum Erliegen gekommen. Eine Fortführung wäre nurmehr mit hohen finanziellen Einsätzen möglich gewesen, da die oberflächlichen Erzlager erschöpft waren. So verlegten sich manche Bergmänner auf die Holzarbeit.

Die gewerbliche Verarbeitung des Holzes war in Seiffen und in den böhmischen Nachbarorten schon länger beheimatet. Der erste Drechsler wird im Kirchenbuch 1644 erwähnt. (Drechseln war zu damaliger Zeit eine Liebhaberei der Fürsten, Kurfürst August besaß z.B. sorgfältig gepflegte Drechsel-Werkzeuge.) Ab 1763 werden zahlreiche Pochwerke umgerüstet: die Wasserkraft half nicht mehr, das sowieso schwindende Erz zu zerkleinern, sondern es trieb die Drechselbänke an. Wer nicht das Glück hatte, einen Wasserlauf zur Verfügung zu haben, der mußte seine Drechselbank mit Muskelkraft betreiben, was weitaus schweißtreibender war.

Der erste Drechsler wird im Kirchenbuch 1644 erwähnt. (Drechseln war zu damaliger Zeit eine Liebhaberei der Fürsten, Kurfürst August besaß z.B. sorgfältig gepflegte Drechsel-Werkzeuge.) Ab 1763 werden zahlreiche Pochwerke umgerüstet: die Wasserkraft half nicht mehr, das sowieso schwindende Erz zu zerkleinern, sondern es trieb die Drechselbänke an. Wer nicht das Glück hatte, einen Wasserlauf zur Verfügung zu haben, der mußte seine Drechselbank mit Muskelkraft betreiben, was weitaus schweißtreibender war.


Ortsansicht Seiffen

 

In der ersten Zeit wird man mehr häusliche Gebrauchsgegenstände wie Teller und Schüsseln hergestellt haben. Erst Anfang des 19. Jahrhundert ging man zu Spielzeug über. Wahrscheinlich ist beim Drechseln eines Tellers die Reifentechnik entstanden.

Sozusagen als Ausschuß: Im Randprofil eines in der Mitte durchbrochenen Tellers sah der Drechsel eine Figur und so war die neue Art geboren, aus einem Reifen viele kleine Figuren abzuspalten.

Seiffen ist ein Mekka für alle Liebhaber der erzgebirgischen Weihnachtsfiguren. Zugegebenermaßen stoßen nicht alle Figuren immer auf grenzenlose Zuneigung. Es gibt schon ein ganze Menge fürchterlich kitschige Figuren ist. Aber das gehört trotzdem dazu. Die Läden und Werkstätten haben auch am Sonn- und Feiertagen für die Besucher und potentiellen Käufer geöffnet. Um die Weihnachtszeit soll es hier zugehen wie bei Karstadt während des ersten Sommerschluß-Verkaufstages.

Wer wissen will, wie dieses Holzkunstgewerbe im Erzgebirge entstanden ist, der sollte das Spielzeugmuseum besuchen. Zahlreiche Exponate verdeutlichen die Entstehungsgeschichte. Besonders verblüffend ist die Art der Herstellung von den sogenannten Reifenfiguren.

Im oberen Ortsteil befindet sich das Freilichtmuseum, ein Areal mit vielen Bauernhäusern, die teils hier schon seit Jahrhunderten standen und teils an anderen Standorten abgebaut und in Seiffen wieder detailgetrau aufgebaut wurden. Hier befindet sich auch eine Reifendreher-Schauwerkstatt.

 

Spielzeugmuseum
Hauptstrasse 73
09548 Seiffen
Telefon: 0373 62 - 82 39

Öffnungszeiten:
Täglich von 9.00 bis 17.00 Uhr

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