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Der
Fahrspaß auf Malta ist deshalb nicht mit dem auf Ithaka zu
vergleichen. Will man in Malta von einem Punkt zum anderen fahren,
hat man die Wahl zwischen der vierspurigen Schnellstraße und
den kleinen Nebenstraßen. Beide Varianten, müssen wir
sehr schnell feststellen, bringen kaum Fahrspaß. Die erstere
sowieso nicht und letztere waren oft sowas von holprig! Osteuropas
Straßen sind ein Spiegelfläche dagegen! Wir sind schlechte
Straßen gewohnt - von Griechenland, Osteuropa - aber die maltesischen
Straßen bringen uns echt zur Verzweiflung. Malta ist ein Land
der Gegensätze auf engstem Raum: hier die Altstadt mit jahrhundertealten
Gebäuden aus dem typischen Globigerinenkalkstein dieser Insel,
dort die Freizeitgesellschaft mit modernen Betonbauten und Casinos,
Bars, Discotheken, mit eben allem was sich der trendige Nachtschwärmer
wünscht.
Die Malteser sprechen Malti,
einen arabischen Dialekt - ein Vermächtnis der Araber, die
die Insel von 870 bis 1090 beherrschten. Und als Amtssprache wird
englisch gesprochen, dies widerum ist den Engländern zu verdanken,
die Malta schließlich 1964 in die Unabhängigkeit entließen.
Den
Besucher erwarten über 7.000 Jahre Geschichte. In Zeiten, wo
andere Bewohner Europas noch in Höhlen hausten und in anderen
Kulturen noch nicht einmal die Pyramiden standen, wurden hier schon
so großartige Tempelanlagen angelegt wie Hagar Qim oder das
unterirdische Hypogäum.
Normannen, Spanier und Sizilianer lösten die Araber als Herren
der Insel ab, bevor der "Ritterliche Orden des Heiligen Johannes
vom Spital in Jerusalem" Malta im Jahre 1530 von Karl V. als
Lehen erhielt. Die Ordensritter, auf Rhodos im Jahre 1522 von den
Türken vertrieben, bauten Malta im Verlaufe der nächsten
Jahrhunderte als christliches Bollwerk gegen die islamische Bedrohung
aus. Die Hauptstadt Valletta und eine Vielzahl von Festungen sind
ein eindrucksvoller Zeuge dieser Zeit. In den letzten zweihundert
Jahren mußten die Malteser noch die französische und
britische Herrschaft sowie einen aufopferungsvollen Verteidigungskampf
im zweiten Weltkrieg (siehe den Bunker
von Mgarr) hinnehmen.
Die
Insel ist relativ eben. Wälder gibt es keine mehr, seit man
diese in der Zeit der Phönizier zu roden begann. Es gibt nur
angepflanzte Bäume in Städten und Parkanlagen. Die wenigen
(und winzigen) Parks enttäuschen uns. Wir genossen vorher die
mediterrane Pracht in Sizilien und fühlen uns nun hier inmitten
von Stiefmütterchen und Geranien im Park von Valletta etwas
veräppelt. Geranien! Stiefmütterchen! Wie in Old-Germany!
Sehenswert dagegen sind die Busse Maltas. Sie wirken arg antiquiert,
aber es wäre schade, wenn diese stinkenden Monster gegen neumodische
Umweltschoner ausgetauscht würden. Malta birgt noch viel Rätselhaftes
und selbst Erich von Däniken hat sich natürlich mit den
Schleifspurenfeldern, den Cart Ruts,
beschäftigt. Bei ihm sind dies wohl logischerweise die Landebahnen
von Außerirdischen... Da noch immer nicht zweifelsfrei die
Herkunft geklärt ist, sind alle wissenschaftlichen Erklärungen
leicht hypothetisch.
Auch
zur Verzweiflung bringt uns die Beschilderung. Wir haben echte Orientierungsprobleme
in den winzigen Nebenholperstrecken, die wohl oft nur noch als Feldweg
bezeichnet werden. Selbst größere Städtchen helfen
kaum bei der Orientierung: Es fehlen Ortseingangsschilder und richtungsweisende
erst recht. Unser Herbergsvater Charlie begründet die fehlenden
Schilder mit Vandalismus - sie würden immer geklaut. Na, wer's
glaubt, wird selig.
Fast ist es uns, als hätten wir unseren Orientierungssinn
bei der Achterbahnfahrt auf der Fähre über Bord gehen
lassen. Die fehlenden Hinweisschilder lassen uns schon mal eine
Stunde lang auf winzigen Micky-Maus-Sträßlein entlangholpern
- rechts, links und wieder rechts, um dann festzustellen, daß
wir gerade mal 10 km westwärts gekommen sind. Ein peinlicher
Schnitt.
Und
dann die peinliche Sache mit der Malta-Karte. Wir gelangen dann
doch irgendwann an die angepeilte Westküste und fahren in eine
Bucht hinunter. Da wir wieder mal keinen Peil haben, wo wir genau
sind, halten wir die zusammengefaltete Karte (mit genau dem Ausschnitt,
in dem wir uns glaubten zu befinden) einem Parkwächter unter
die Nase. Und was macht der? Er faltet die Karte erst mal auf -
wir waren zwar im Westen, aber nicht mehr auf dem Kartenausschnitt....
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