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Deutschland | Schwarzwald/ Schwäbische Alb

Atomkeller Haigerloch

Man erwartet nicht, auf der schwäbischen Alb eine geschichtsträchtige Forschungsstätte zu finden, die mit so berühmten Namen wie Otto Hahn und Werner Heisenberg verbunden ist.

In den Jahren 1943 - 1945 befand sich hier in einem ehemaligen Bierkeller am Fuße des Felsens, auf dem sich die Schloßkirche befindet, eine Forschungsstätte des Kaiser-Wilhelm-Instituts Berlin.

Hört man Atomkeller - denkt man da nicht unweigerlich an die Atombombe?

Für die deutschen Kernphysiker hatte sich die Frage, Atombombe oder nicht, jedoch noch gar nicht gestellt. Schon allein die Tatsache, daß ein großer Teil der Atomforschungen auf das Konto von jüdischen Wissenschaftlern ging, machte die Kernphysik suspekt Und gottseidank erkannten die Machthaber auch nicht die Konsequen3zen und Möglichkeiten, die aus der Kernforschung folgerten.

So blieb den Wissenschaftlern der harte Druck erspart, den Hitler ausgeübt hätte, wenn er die Tragweite erkannt hätte.

Also: Werner Heisenberg forschte in Haigerloch, um einen Atomreaktor zu bauen, nicht eine Bombe. Allerdings ist nicht auszuschließen, daß, hätte das Regime Hitlers noch 5 - 10 Jahre Bestand gehabt, dann aus diesem Projekt doch eine Atombombe entstanden wäre. Aber die Geschichte wollte es anders. Im Keller wurde ein Versuchsreaktor aufgebaut. Die Neutronen-Kettenreaktion sollte soweit gebracht werden, daß die Spaltungen die größtmöglichen Energien freisetzte.

Die 664 metallischen Uranwürfel wurden von der Degussa geliefert, das schwere Wasser kam aus Norwegen.

Im nebenstehenden Bild ist der Forschungsreaktor (nachgebaut) im Museum zu sehen, der Deckel ist noch oben gezogen, darunter hängen die Uranwürfel. Im Boden eingelassen befindet sich der Meiler.

Nach den ersten Versuchen kamen die Wissenschaftler jedoch zu dem Schluß, daß die eineinhalbfache Reaktorgröße notwendig gewesen wäre, um einen funktionsfähigen Kernreaktor zu bekommen.

Kurz nach dem letzten Versuch wurde die Forschungsstation von der amerikanischen Spezialeinheit, der "Alsos-Mission", besetzt und die Wissenschaftler in ihren Wohnungen und Büros gefangengenommen. Die Einrichtungen im Keller wurden demontiert und von den Amerikanern abtransportiert.

Die Uranwürfel hatten die Wissenschaftler vor der Besetzung auf einer Wiese vergraben und das Schwere Wasser an einem anderen Ort in Sicherheit gebracht. Kurze Zeit später mussten sie den Amerikanern die Verstecke preisgeben.

Die Amerikaner hatten den Befehl, den Keller zu sprengen, um sämtliche Spuren der Kernforschung zu beseitigen. Der damalige Stadtpfarrer nahm den Leiter der Spezialeinheit in seine Barockkirche mit und machte ihm die Konsequenzen klar: Bei der Sprengung des Kellers würde die darüber befindliche Kirche mit zerstört.

Daraufhin beschränkten sich die Amerikaner auf kleinere Sprengarbeiten. Der im Keller befindliche verbeulte äußere Reaktormantel ist noch ein Relikt dieser Sprengung. Die Wissenschaftler wurden ein halbes Jahr lang in England interniert und kehrten am 3. Januar 1946 nach Deutschland zurück. Im Jahr 1980 wurde das Atomkeller-Museum eröffnet.

Wegbeschreibung:
(B27) Villingen-Schwenningen - Rottweil - Balingen - Bisingen, hier links auf die B463 bis Haigerloch für ganz Eilige: Autobahn A81 Abfahrt Empfingen oder Abfahrt Villingen-Schwenningen und dann weiter auf Landstraßen (wie oben beschrieben)

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