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In einem sehr aufwendig sanierten mittelalterlichen Scheunengebäude aus dem Jahre 1503 wird - auf sechs Räume verteilt - der Meteoriteneinschlag mit seinen planetologischen Wurzeln und seinen irdischen Auswirkungen dargestellt.
Deutschland | Schwaben

Nördlingen/
Krater Museum

Nördlinger Rieskrater
Erstellt mit NASA WorldWind by User:
Vesta mit Landsat 7 Satellitenbild via Wikimedia Commons

Auf der Erde gibt es ca. 120 bekannte Einschlagkrater, die durch Meteoriten entstanden sind. Nur sehr wenige Krater sind jedoch so gut erhalten und zugänglich wie das Nördlinger Ries.

Dies erklärt das große Interesse der Wissenschaftler; sogar die Astronauten der Apollo-14-Mondmission trainierten in Rieser Steinbrüchen die Probeentnahmen von Gesteinsmaterial. Denn nur im Ries findet sich Gestein, wie es auch ähnlich auf dem Mond vorkommt.

Die Forschungsergebnisse aus dem Ries halfen den Wissenschaftlern mit, die Entstehungsgeschichte unseres Sonnensystems zu ergründen.

Das Ries liegt inmitten der Schwäbisch-Fränkischen Alb. Die flache Schüssel, die das Ries im Juragebirge bildet, beschäftigte nahezu 200 Jahre lang die Forscher; erst in den sechziger Jahren gelang es dann einem amerikanischen Wissenschaftler, das Rätsel zu lösen.

Die Forscher versuchten mit einigen Theorien zu erklären, wie dieser Kessel mitten in der Alb entstanden sein könnte. Zuallererst dachte man, daß es sich beim Ries um einen ehemaligen Vulkan handele; dann gab es eine Gletschertheorie und die Explosionstheorie.

Erst die Amerikaner E.M Shoemaker und E.C.T Chao konnten das Rätsel lösen. Ihnen war aufgefallen, daß es im Ries Gesteinsarten gab, die auf natürliche Weise nicht auf dieser Erde vorkommen.

Nur bei Atombombenversuchen und bei Untersuchungen von Meteoriteneinschlägen wurde ähnliches Gestein, das durch ungeheuren Druck entsteht, den irdische Kräfte nicht aufbringen können, gefunden. Damit war bewiesen: Das Ries war vor ca. 15 Millionen Jahren durch den Einschlag eines ca. 1200 m durchmessenden Meteoriten entstanden.

Vermutlich aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars- und Jupiterbahn kommend, schlug der Meteorit mit einer Geschwindigkeit von 100 000 km/h auf und drang ca. 1000 m tief ein. Dabei entstand eine Energie, die vergleichbar ist mit der Sprengkraft von 250.000 Hiroshima-Bomben oder 50 Stück 100 Megatonnen-Wasserstoffbomben. Der Meteorit verdampfte in Millisekundenbruchteilen.

Es entstand ein Glutstrom, der über das Land zog und im Umkreis von über 100 Kilometern alles pflanzliche und tierische Leben auslöschte. Tonnenschwere Gesteinsblöcke flogen bis zu 60 km weit und noch im Gebiet der Tschechoslowakei wurden kleinere Gesteine, in Form von "Glastropfen" gefunden. In Folge dieser Naturkatastrophe kam es zu sintflutartigen Regenfällen.

Der Krater füllte sich mit Schlamm- und Geröllmassen und bis zum Rand mit Wasser. Damals entstand der sogenannte Riessee, der mit rund 400 km² Wasserfläche der drittgrößte See Europas wäre, gäbe es ihn heute noch.

Im Laufe der Zeit siedelte sich auch das Leben wieder rund um den See an. Nach ca. 2 Millionen Jahren waren Abläufe entstanden und der See verlandete. Aus dem tiefen Krater waren durch Ablagerungen und Erosion ein flacher Kessel geworden. Dieser sammelte dann im Laufe der Millionen von Jahren bis heute fruchtbaren Löß auf, den die Winde in den Krater bliesen.

Dieses Löß ist noch heute die Grundlage für den ausgezeichneten Boden, auf dem die Rieser Bauern erfolgreich wirtschaften können. Deshalb wird das Ries auch als zweite Kornkammer Bayerns bezeichnet.

Das Ries wurde vor ca. 130 000 Jahren besiedelt. Seit dieser Zeit ist eine lückenlose Besiedelung des Kraters nachweisbar. Es genießt deshalb in weltweite Bedeutung. Diesbezüglicher Höhepunkt ist die Ausstellung eines Stücks Mondgestein, das die NASA zur Verfügung gestellt hat. Im Rieskratermuseum Nördlingen kann man das Stück vom Mond besichtigen; dazu wird ein Videofilm gezeigt, in dem zu sehen ist, wie ein US-Astronaut von Apollo 14, wie er es vorher im Ries trainiert hatte, eben diesen Mondstein birgt. Phantastisch!

Heute ist das Ries eine einzigartige Landschaft; sogar ein eigenes Klima gibt es hier, mit mehr Sonnentagen und milderen Temperaturen als in der übrigen Region.

Öffnungzeiten
von Mai bis Oktober täglich
von 10:00 bis 16:30 Uhr,
montags geschlossen.

von November bis April
täglich von 10:00 bis 12:00 Uhr und 13:30 bis 16:30 Uhr,
montags geschlossen

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