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Riesen- und Isergebirge | Jizerske Hory und Krkonose

Isergebirgstour
Höchster Berg des Riesengebirges ist die Schneekoppe. Wer hat nicht noch den Werbejingle im Ohr: "Schneeeekoppe" ...

Die Schneekoppe (tschechisch Snezka, polnisch Sniezka) ist der höchster Gipfel des Riesengebirges (1602 Meter; zwischen Tschechien und Polen). Es ist bis zur Krummholzzone in etwa 1200 Meter Höhe mit Wald bedeckt. Die ursprünglich deutsche Bevölkerung wurde nach 1945 vertrieben.

Bemerkenswert ist das Riesengebirge durch die frühe touristische Erschliessung. Schon zu Beginn des 17. Jahrhundert hat es dort Schutzhütten gegeben, die man "Bauden" nannte. Man weiss das von dem Bericht über den Brand der sogenannten Wiesenbaude im Jahr 1625.

Während das Riesengebirge relativ streng und düster mit viel Wald daherkommt, wirkt das Isergebirge wesentlich lieblicher mit seinen sanften Höhen und den wie Streuobst hingeworfenen schwarz-weissen und braun-weissen Holzhäusern.

Isergebirge

Als landschaftlich schöne Strecke für's sportliche Touren (so es der Gott der Trucker zulässt ;-) erweist sich die Strecke von Harrachov in Richtung Süden, die lange Zeit immer entlang der Iser (Jizera) verläuft.

Das Riesengebirge macht seinem Namen keine Ehre - seinen Kamm könnte man an einem Tag abgehen. Und würde dabei nicht einmal dem launischen Rübezahl begegnen, weil der als Maskottchen des Fremdenverkehrs herhalten muß und keine Zeit zum Wandern hat.

Spindlermühle, den bekanntesten Wintersportort des Riesengebirges, man könnte es als das St. Moritz für Arme bezeichnen, erreichen wir über meist gut ausgebaute Straßen. Wobei die Preise im Winter mittlerweile knapp italienisches und österreichisches Niveau erreicht. In Vrchlabi (den Ortsnamen merkt man sich phonetisch am besten als "Waschlappen"), zu deutsch auch Hohenelbe genannt, lassen wir links liegen. Links liegen lassen wir auch den Flugplatz, den es in Vrchlabi gibt.

Keine Ahnung, was es jetzt kostet, aber man kann immer noch Rundflüge über das Riesengebirge buchen. Vor Jahren haben wir das schon mal gemacht, damals in einer kleinen 4sitzigen Cessna (oder ein ähnliches Fluggerät). Über der Schneekoppe wurde dann dem Sohn, er saß neben dem Piloten, die Steuergewalt übergeben ... *Uuuiiiii, Kurven!!! ... links ... rechts... links *.......*würg*

Für tschechische Verhältnisse wurde in Spindlermühle eine gigantische Tourismusmaschinerie aufgezogen: Die Straße ist gespickt mit Hotelbauten. Das Angebot liest sich gigantisch: 13.000 Betten in Hotels und Pensionen aller Kategorien, Dutzende Restaurants, 17 Diskotheken, Kino, Kegelbahn, Tennis- und Squash-Hallen, Saunas und Fitness-Studios. Feste Einwohner soll Spindlermühlen um die 1300 haben. Aber in Saisonzeiten treiben sich bis zu 15.000 Urlauber in der Stadt herum.

Baude im Riesengebirge

Am Ende von Spindlermühle bremst uns ein geschlossener Schlagbaum aus. In der angrenzenden Hütte müssen wir 100 Kc Maut bezahlen, um die restliche Strecke auf den Spicak (1439 m) bis hoch zur polnischen Grenze fahren zu dürfen. Dies jedoch nur, wenn man keinen Grund für die Einfahrt hat. Wenn man so wie wir zu einer Baude im Nationalpark will, um dort zu übernachten, dann kann man ohne Gebühr die Straße benutzen.

Auf einer spärlich bewaldeten, weitläufigen Kuppe angekommen, landen wir auf einem riesigen Parkplatz. Vorher jedoch hatten wir im Schutz eines Gebäudes parken wollen, als uns ein polnischer Gendarm oder Zöllner, jedenfalls eine mit einer blau-weißen Uniform gekleidete Respektperson, bedeutete, daß wir hier nicht parken dürften. Er verwies uns hinüber auf den zugigen Riesenparkplatz. Auch hier stehen zwei große Hotelbauten. Die Straße endet in den großen Parkplatz, ein eiserner Schlagbaum hindert uns an der Weiterfahrt. Diese würde dann allerdings nur auf einem Wanderweg erfolgen können, mehr Straße gibt's nicht. Erschreckende Ausmaße haben immer noch die Waldschäden infolge der "böhmischen Luft" aus der sozialistischen Ära. Überall am Horizont zeichnen sich schwarze Baumgerippe ab.

Die Prachover Felsen | Prachovske skaly
Die Prachover Felsen | Prachovske skaly

Auch wenn es nicht zum Riesengebirge gehört, aber die Prachover Felsen (Prachovske skaly) sollte man auf jeden Fall in die Tourplanung aufnehmen. Zu den Prachover Felsen in dem Gebiet "Böhmisches Paradies" (Cesky Raj) fährt man nicht länger als eine Stunde, selbst wenn man die ganze Strecke lang die Abgase eines Kieslasters vor sich ertragen müsste.

Ein Labyrinth bizarrer Sandsteingebilde, schroffer Wände, tiefer Schluchten mit Höhlen und Felsplateaus mit Nadelwäldern. Drei markierte Wanderrouten von unterschiedlicher Dauer führen durch das Gebiet. Das Felsengebiet ist heute (wieder) in privatem Besitz.

Im 13. Jahrhundert wurde die Burg Velis gegründet und zum Herrschaftsgebiet zählte auch das Felsengebiet. 1637 erwarb Heinrich Graf Schlick die Herrschaft. Im Jahre 1948 wurden die Prachover Felsen, zusammen mit dem gesamten Vermögen des Heinrich M. Schlick, beschlagnahmt und bis 1993 vom Staat verwaltet. 1993 wurde das gesamte Famiienvermögen zurückgegeben und seit 2000 kümmert sich die Familie Schlick um alle touristischen Belange und die Verwaltung des Gebietes.

Ab einer bestimmten Körperfülle dürfte es beim Besuch dieser felsigen Schluchten kleine Passprobleme geben - die engste Stelle einer Klamm mißt nur 35 cm, da verursachen die Hüftprotektoren schon ganz schön laute Schleifgeräusche. Also wer wandern möchte (und das sollte man!), dem sei empfohlen, eines der beiden Hotels in Laufweite als Übernachtungsstätte zu wählen, oder eine Pension im Dorf Blata. Dann kann man in lässiger Wanderkleidung durch die Felsen streifen und muss sich nicht in verschwitzten Motorradklamotten durch die Schluchten quälen.

Unterwegs im Böhmischen Paradies | Cesky Raj

Im Böhmischen Paradies gibt es ein Wahrzeichen, das uns schon von den Prachover Felsen aus der Ferne zugeblinzelt hat: die zwei Türme der Burgruine Trosky. Auf dem Parkplatz springt uns gleich wieder ein Parkwächter an, der was verdienen möchte. Auf einem anderen Felsen trutzt die Burg Kost schon seit Jahrhunderten seinen Widersachern. Das runde Jagdschloß Humprecht thront auf einem Vulkankegel.

Unterwegs im Böhmischen Paradies | Cesky Raj

Bei Touren im Isergebirge ist man auf einige wenige kleine Straßen beschränkt, weil viele Straßen für den allgemeinen Durchgangsverkehr gesperrt sind und auf normalen Straßenkarten auch manchmal gar nicht eingezeichnet sind. Sollten wir jedoch eine Rangordnung vergeben müssen: das Isergebirge würde dem Riesengebirge eindeutig den 1. Rang streitig machen! Und falls wer einfach mal das legendäre Misthaus (be)suchen möchte bzw. das was heute noch von diesem übrig ist, der kann hier lesen, was dieses Haus früher ausmachte: das Misthaus des Gustav Ginzel.

Allerdings einen kleinen Wermutstropfen gibt es auch: in Höhen über 1000 m sind die Wälder vom sauren Regen katastrophal geschädigt. Entweder stehen nur dürre Baumleichen oder es sind schlicht keine Wälder mehr vorhanden. Dies findet jedoch alles in Höhen statt, die man nur als Wanderer per pedes erreichen kann.

Zur entsprechenden Tour:
Riesen- und Isergebirge

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