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Ein fremdenverkehrstechnischer Geniestreich - oder: die Odyssee zur Odysseus-Burg
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Burg des Odysseus

Die Burg des Odysseus. Vielleicht. Ehrlich gesagt wissen wir nicht, ob wir wirklich die Überreste gefunden haben, die mit der "Burg des Odysseus" be­zeich­net werden. Wir können uns jedoch trösten, denn wir sind mit Heinrich Schliemann, dem Entdecker von Troja, in guter Gesellschaft.

Auch er konnte die sagenumwobene Burg nicht finden. Die "Burg des Odysseus" ist einzig ein fremdenverkehrs­techni­scher Genie-Streich.

Auf der Landenge, die die zwei Ithaka-Halbinseln voneinander trennt, erhebt sich der 381 m hohe Berg Aetos.

Hier fanden Archäologen alte Mauern aus drei verschiedenen Bauperioden, die frühestens ab dem 7. Jahrhundert v. Chr.

Es handelt sich offensichtlich um die Reste der alten Stadt Alalkomenes und eines Tempels, der der Göttin Artemis oder Apollon geweiht war. Während unserer Erkundungstouren auf der Insel entdecken wir an der Straße nach Piso Aetos das Schild, das auf das "Odysseus Castle" hinweist.

Wir parken unsere "Turtle" neben der Straße unter schattenspendenden, uralten Olivenbäumen und begeben uns auf die Suche. Da es einen Trampelpfad gibt, folgen wir diesem und landen nach hundert Metern in einem kleinen Pferch, der dem Geruch nach zu urteilen als Ziegenpferch genutzt wird.

Kurze Zeit später versperrt ein weiteres Tor, das sich jedoch öffnen lässt, den Weg. Danach ist kein Pfad mehr in dem felsigen, macchiabewachsenem Gelände zu erkennen, nur ein dicker schwarzer Schlauch (nach unserer Meinung eine Wasserleitung) schlängelt sich durch die Landschaft. Eine Weile folgen wir ihm.

Nach einiger Zeit wird uns klar: Wir sind auf dem Holzweg. Der schwarze Schlauch ist wohl ein Schlauch zum Tränken der Ziegen, die allerdings nirgends zu sehen sind. Auch geschlossene Tore weisen nicht gerade auf eine touristische Sehenswürdigkeit hin. Also retour - über einen steinernen Wassertrog klettern, zwei Tore öffnen und wieder schließen und einen stinkenden Ziegenpferch durchqueren.

Wie sagt man bei uns: Warum in die Ferne schweifen ... Direkt an der Straße untersuchen wir jetzt das große Loch, das mit einem Maschendrahtzaun umgeben ist, näher. Wir sehen recht­eckige Mauerreste. Ein paar Meter weiter noch mehr Mauern, mehr schlecht als recht aus dem Unter­grund gebuddelt. Alte Steine. Mehr nicht. Etwas weiter unter einem Baum ein altes Bett­gestell, das aber wohl aus dem 20. Jahrhundert stammt. Das wird er wohl sein, der alte Tempel, der touristisch als die "Burg des Odysseus" ausgeschlachtet wird. Oder sind es die Überreste der Stadt Alalkomenes aus dem 8. Jh.v.Chr., die sich auf dem Berg Aetos befunden hat? Wir schätzen, wenn wir das wüßten, wären wir klüger als die Archäologen...

Zur entsprechenden Tour:
Vathi | Kioni | Burg des Odysseus

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Vathi

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