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Höhe: 800 bis 1500 m
Wintersperre: keine
Italien | Dolomiten / Südtirol

Ritten
Renon

Mendel-Pass Der Hausberg beziehungsweise der Hausbergrücken der Bozener ist der Ritten. Nordöstlich von Bozen erhebt sich ein großer Felsklotz, auf dessen sonnenverwöhnten Hängen sich zahlreiche Bergbauern angesiedelt haben und dessen weit verstreute Gehöfte durch kleine Straßen verbunden sind. „Den“ Rittenpass, Passo del Renon, wie es manchmal zu lesen ist, gibt es wohl eigentlich nicht. Genau genommen sind es mehrere Straßen, die wir aus verschiedenen Richtungen über den Ritten befahren können.

Hier oben geht es eng zu. Nur die Serpentinenstrecke zwischen Bozen und Unterinn ist gut ausgebaut ist und bietet einen grandiosen Blick auf den Hexenkessel Bozen. Alle anderen haben eines gemeinsam: sie sind ausgenommen kurvig und die meisten sind schmal, sehr schmal. Begegnungsverkehr kann einen manchmal selbst mit dem Motorrad zum Anhalten zwingen. Die Verkehrsdichte auf den Rittner Straßen ist jedoch gering, weswegen der Ritten eines unserer Lieblingsziele ist. Wer eine schnelle und flüssige Fahrt bevorzugt, ist auf den üblichen Dolomitenpässen besser aufgehoben. Hier oben wird man entschleunigt.

Straße am Ritten Die Geschichte der Straße über den Ritten ist verblüffend. Das Eisacktal oder genauer gesagt die tief eingeschnittene Eisackschlucht zwischen Waidbruck und Bozen durchfährt man heutzutage ganz bequem dank vieler Brücken- und Tunnelbauten auf der Autobahn oder der Brenner-Staatsstraße. Bis Anfang des 14. Jahrhunderts war dieser Teil der Schlucht unpassierbar für jeglichen Verkehr. Wollte der deutsche Kaiser nach Süden oder römische Legionen gen Norden, so musste der Treck entweder über den Jaufenpass, über den Reschen oder eben nördlich von Bozen über die Züge dieses Hochplateaus ziehen. Händler strebten natürlich auch gelegentlich von Bozen ins fünfzig Kilometer entfernte Brixen und auch diese mussten die Mühsal eines Aufstiegs über das Hochplateau Ritten / Renon in Kauf nehmen. Irgendwo da oben verlief also eine überaus Hauptverbindungsstraße voller Mühsal in den Norden!

Heutzutage ist es genau umgekehrt: die Fahrt auf und über den Ritten ist keine Mühsal! Das wäre dann viel eher die langweilige und vielleicht staugeplagte Fahrt im Tal über die Brennerstraße ... Leider lässt sich nicht mehr hundertprozentig nachforschen, auf welchen Wegen die Kaiser der Vergangenheit entlangzogen. Ziemlich sicher ist nur, dass etwa in der Mitte eine heute noch existierende Herberge müde Wanderer und gekrönte Häupter aufnahm. Dies ist die spätere Deutschordenskommende in Lengmoos.

Straße am Ritten Abschnittsweise wird die Straße dort oben auch „Kaiserweg“ genannt, wohl wegen der prominenten Gäste des Mittelalters. Der nördliche Einstieg unserer beliebten „Ritten-Tour“ befindet sich bei Waidbruck. Wobei es auch schon einen noch nördlicheren Einstieg in Brixen gibt (der jedoch regulär nicht zum Ritten gehört) – dieser Hochweg führt über Feldthurns / Velturno weit über dem Eisacktal an den Hängen entlang.

Wenig später machen wir einen kleinen Schlenker durch Klausen und schon befinden wir uns wieder auf einem winzigen, einspurigen Sträßchen, das sich in mehreren Serpentinen nach und durch Barbian zieht. Ab hier führt die Tour etwa dreißig Kilometer lang über die Höhenzüge des Ritten. Total entspannt. Auf dem Straßenstück zwischen Barbian und Lengstein erleben wir die engste öffentliche, uns bekannte Straße dort oben. Wir schätzen sie auf eine Breite von 2.30 Metern. Begegnungsverkehr – unmöglich! Jedoch stehen immer wieder Ausweichbuchten zur Verfügung. Auch die restlichen Straßenabschnitte sind in den wenigsten Fällen als zweispurig zu bezeichnen. Ein bis eineinhalb Spuren – das trifft es meist eher. Wir lieben die Strecken hier oben!

Erdpyramiden Zwischen Mittelberg / Monte di Mezzo und dem Örtchen Lengmoos / Longomoso befinden sich das Finsterbachtal und dort ein großes Areal mit leicht zugänglichen Erdpyramiden. Bei diesem geomorphologischen Phänomen wird loses Material von den Witterungseinflüssen davongetragen, aber wenn ein fester Deckstein den lockeren Schutt schützt, bleiben spitze Erdhüte mit einem Deckstein stehen. Fällt der Deckstein, ist auch die restliche Pyramide ganz schnell davongespült. Am Weg zu den Erdpyramiden (auch in Motorradkleidung zu gehen) lockt ein kleines Café mit Außenterrasse zu einem gemütlichen Kaffeepäuschen.

Die Tour über den Ritten schlängelt sich herrlich entspannt parallel zur Brennerstraße bis Klobenstein / Collalbo (1150 Meter). Dies ist ein etwas größerer Ort mit einiger Infrastruktur, wobei auch unterwegs ab und zu Gasthöfe und Bauernhöfe für die Verköstigung sorgen. Die Bauernhöfe muss man meist etwas versteckt einige Meter abseits suchen.

Wir wenden uns in Klobenstein grob nach Westen, Richtung Oberinn und Wangen. In Klobenstein wäre auch der Abstieg über gut ausgebaute Serpentinen nach Bozen möglich. Oder ein Abstecher nach Oberbozen / Suprabolzano. Von hier aus fährt die längste, personentransportierende Seilbahn der Welt hinunter nach Bozen! Und noch dazu zu wirklich moderaten Preisen. Fünf Kilometer lang – wer also hier das Motorrad stehen lassen will ...

Apropos Motorrad stehenlassen. Auch wer von Klobenstein nach Pemmern auf 1538 Metern Meereshöhe abbiegt, landet dort auf einem – in den Sommermonaten ziemlich überdimensionierten – Parkplatz. Eine Seilbahn bringt uns auf die Schwarzseespitze mit ihren 2070 Metern. Hier lockt ein kleiner Panoramarundweg mit grandiosen Ausblicken auf die umliegenden Dolomitenberge. Falls das Wetter nicht zu heiß ist, kann dieser Weg auch in Motorradklamotten begangen werden, er ist fast eben, als Rundweg zurück zur Seilbahn konzipiert und nur etwas mehr als zwei Kilometer lang. Der Aussichtspunkt „Runder Tisch“ bietet einen Vorgeschmack auf eine vielleicht weiter geplante Dolomitenrundtour: Wir blicken auf's Grödner Joch, den Sellastock, die Marmolada, den Rosengarten und viele bekannte Berge wie den Peitlerkofel, den Sassolungo ... alles berühmte Namen, die uns bei der Sellarunde begleiten. In der Unterhornhütte (etwa nach zwei Dritteln des Weges) lassen wir uns die leckeren Gerichte der Südtiroler Küche schmecken.

Plattner-Hof Nach der Rückkehr in Klobenstein biegen wir in Richtung Oberbozen ab, nicht um dort wieder mit einer Seilbahn zu fahren, nein, Seilbahn haben wir nun genug, aber im Örtchen Wolfsgruben wollen wir uns den Plattnerhof anschauen, einen mehr als sechs Jahrhunderte alten Bauernhof, in dem bis 1973 zwei Schwestern ohne Strom und fließendem Wasser wohnten. Die alten Gewölbe sind rußgeschwärzt und das Dach mit Gerstengarben gedeckt. Heute ist der Bauernhof, einer der ältesten Südtirols, ein Bienenmuseum, in dem man Wissenswertes über die Imkerei erfährt und ganz nebenbei auch viele verschiedene Honigsorten verkosten und erwerben kann.

Weiter geht es nun nach Westen, über Oberinn und Wangen hinunter ins Sarntal. Im Sarntal haben wir die Qual der Wahl: das durch ein Dutzend lange Tunnel entschärfte Sarntal südwärts Richtung Bozen? Um dort wieder auf winzigen Micky-Maus-Stäßlein nach Mölten einen motorisierten Walzertanz hinzulegen? Oder begeben wir uns gar auf den Heimweg Richtung Norden? Dann gäbe es keinen besseren Weg als den über das Penserjoch! Echt nicht!

Weiterhin anfahrbare Ziele:
Campolungopass | Falzaregopass | Fedaiapass | Grödner Joch | Karerpass | Nigerpass | Pordoijoch | Seiser Alm | Sellajoch | Stilfserjoch | Valparolajoch

Weitere Touren im Land:
Idro- & Gardasee | Sizilien | Amalfitana

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Seiser-Alm

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