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Durch die Kelcyrë-Schlucht

Brücke über die Vjosa
In der Kelcyrë-Schlucht, wenn man das Schlucht nennen kann.
Forellen zu verkaufen
Zwei Kilogramm Forellen bitte.

Jochen fährt um acht Uhr die BMW aus dem Frühstücksraum, trotzdem immer noch zu spät für unsere zwei Frühaufsteher-Zimmernachbarn – sie müssen neben der BMW frühstücken.

Die Këlcyrëschlucht liegt nordöstlich von Gjirokastër und ist unser heutiges Tagesziel. Die ersten Kilometer verlaufen auf der SH4, von der die Straße SH75 in Richtung Këlcyrë abzweigt und dem Fluss Vjosa folgt

Diese Talenge als Schlucht zu bezeichnen ist etwas übertrieben. Nette Landschaft, aber eher ein enges Tal als eine Schlucht. Da schießt wohl der albanische Stolz auf die sehenswerte Landschaft etwas über's Ziel hinaus. Schön ist das Tal mit dem Fluss Vjosa natürlich trotzdem.

An der Straße wird an provisorisch zusammengezimmerten Büdchen Honig verkauft und an anderen Ständen sind frische Forellen im Angebot. Frisches Wasser plätschert ständig in einem Brunnen, damit die darin befindlichen Forellen genug Sauerstoff bekommen. Ein grünes Netz hindert sie daran, herauszuspringen.

Am nächsten Stand schwimmen sie in einem großen Glasbecken direkt am Straßenrand. Auf der anderen Seite des Flusses, über den eine Brücke führt, locken zwei Forellenrestaurants mit schattigen Außenterrassen. Da wir jedoch wieder so ein großes Lunchpaket von Vita mitbekommen haben (unser geliebtes Byrek), sind wir bestens versorgt. Unsere Vita ist echt der Hammer!

Die Straße SH75 bis Këlcyrë ist nicht besonders gut. Der Stundendurchschnitt wird wieder mal ziemlich in den Keller gezogen. Aber was beschweren wir uns. Die SH4 von Gjirokastër bis zum Abzweig ist dagegen eine richtig kleine Autobahn mit perfektem Belag – auf unserer Albanien-Tour werden wir noch ganz andere Straßen kennenlernen!

Schaut da nicht R2D2 mit dem Kopf verdruckst aus der Grasnarbe? Und da? Noch einer! Im ganzen Land sind Tausende Bunker an strategisch wichtigen Punkten in die Landschaft drapiert.

Enver Hoxha, stalinistische Diktator bis 1985, war fürchterlich paranoid und meinte das Land vor potentiellen Angreifern schützen zu müssen. Er verschandelte sein Land mit sage und schreibe 600.000 Bunkern. Die meisten sind nur winzige Ein-Mann-Bunker mit einem Durchmesser von zwei Metern, aber es gibt auch größere.

Schaut da nicht R2D2 mit dem Kopf verdruckst aus der Grasnarbe?

Am liebsten würden die Albaner dieses Erbe ganz schnell loswerden, aber die stabilen Bunker aus Beton und Eisen sind nicht so einfach zu beseitigen. Um die 100.000 sollen aber schon abgetragen worden sein.

Einige wurden von Landbesitzern praktischerweise in einen Stall, einen Geräteschuppen oder Hirtenunterstand umfunktioniert, aber die meisten stehen einfach sinnlos in der Gegend herum. Selbst Strände wurden damit verunstaltet. Manchmal werden sie von Albanern mit Humor zu rot-weißen Fliegenpilzen umgestaltet, wie wir später in Himara sehen.

Dem Tourverlauf folgen:
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