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Die göttliche Küstenstraße | Amalfitana

Amalfi-Küste und die Amalfitana: 
    Kaum eine Straße ist auf so wenig Platz gebaut.
Foto: Storeye [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Die Costiera Amalfitana, auch göttliche Küste genannt, ist die wohl aufregendste Steilküste des italienischen Mittelmeeres! Fast senkrecht stürzen sich die Gebirgsausläufer des Monti Lattari ins Meer. Platz an der Amalfitana ist ein sehr rares und teures Gut. Wo es aber auch nur die kleinste Chance auf eine Bebauung gab, entstanden kleine Fischersiedlungen im ansonsten abweisenden Felsufer. In den Bergen verstecken sich Dörfer, die wie Adlerhorste in den Felsen hängen.

Die Lebensader dieser Region ist die Küstenstraße. Seit ihrem Bau im Jahre 1840 hat sich an der Breite der Amalfitana nicht viel verändert. Teils in den Fels gesprengt, windet sie sich 40 km lang auf halber Höhe um die schroffen Hänge: ein Genuß für jeden Motorradfahrer. Enge Kurven, kühne Viadukte und gigantische Ausblicke auf das Meer, läßt mich ziemlicher Sicherheit jedes Bikerherz um einige Takte höher schlagen.

Die stufenförmig übereinandergestapelten Würfelhäuschen geben eine farbenfrohe Kulisse ab. Die Häuschen sind derart ineinander verschachtelt, dass man die einzelnen Gebäude kaum noch ausmachen kann. Wer ein Haus abreißen will, der wird wohl die Gebäude seiner Nachbarn auch gleich mit zum Einsturz bringen. Bademöglichkeiten gibt es an der Amalfitana nicht wie Sand am Meer, dennoch sind sie in verblüffender Zahl vorhanden. Erstaunlich ist ebenso, mit welcher Kühnheit die bergwärts trassierten Fußwege angelegt wurden, auf denen man diese Badebuchten erreichen kann. Im besten Falle kann man bis ans Meer fahren, in den meisten Fällen jedoch muss man sein Motorrad oben parken und erreicht die Bucht über steile Treppenwege oder sogar nur über Aufzüge. Die etwas geräumigeren Buchten werden oft, vor allem in der Hauptsaison, von den bagni belegt. Das sind gebührenpflichtige Strandabschnitte, meist mit Sonnenschirmen und Liegen, die bei einem Besuch den Geldbeutel um einiges erleichtern.

Da hier für das Parken und den Eintritt ganz schön zugelangt wird, sollte man diese bagni meiden. Meist gibt es daneben noch genügend Platz, an dem es der weniger verwöhnte Badegast auch ohne weiteres aushält und seinen von der Sonne und dem Kurvengeschunkel erhitzten Körper im Meer abkühlen kann.

Die beste Reisezeit ist der Frühsommer und der Herbst. Die Monate Juli und August sollte man auf jeden Fall meiden, da in dieser Zeit ganze Heerscharen von englischen, amerikanischen und italienischen Touristen in diese Region einfallen und auch der Verkehr auf der Amalfitana drastisch zunimmt. Außerdem steigt die Temperatur in diesen beiden Monaten am neapolitanischen Golf in Bereiche, die allen normal gekleideten Motorradfahrern die Soße aus den Poren drückt. Aus diesem Grunde wählten wir auch für unsere Intro-Site den Vergleich mit dem "italienischen Pizzaofen" (und wir waren schon im Mai dort). Die hohen Temperaturen schmälern den Genuß einer solchen Tour doch um einiges.

Das Preisniveau an der Amalfitana dürfte mit Abstand eines der höchsten in Italien sein. Für den Cappuccino in Sorrent zahlten wir nur die Hälfte des Preises von einem ebensolchen Heißgetränk in Amalfi, neben Positano die Touristen-Hochburg an der Küstenstraße. Und an der Amalfitana ein preiswertes Zimmer unter fünfzig Euro zu finden, setzt einiges Organisationstalent voraus.

Ravello an der Amalfiküste
Foto: Charlie Dave [>CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Campingplätze gibt es hier aufgrund der extremen landschaftlichen Verhältnisse nur einen einzigen. Dafür unzählige kleine und größere Hotels, einige Ostelli (Jugendherbergen) und ein paar Privatzimmer. Wer campen will, weicht am besten nach Sorrent oder den Golf von Neapel aus.

Die Amalfitana ist für Busse über zwölf Meter Länge generell gesperrt. In der Hauptreisezeit dürfen Reisebusse die Küstenstraße nur in Richtung Salerno befahren, trotzdem passiert es immer wieder, dass sich zwei Busse um den zur Verfügung stehenden Platz streiten und den Verkehr für einige Zeit lahmlegen. Denn die SITA-Busse (Linienbusse) verkehren in beide Richtungen. Vor jeder Kurve sollte man die Ohren spitzen. Diese SITA-Busse geben ein unüberhörbares Hupsignal, bevor sie ohne die Geschwindigkeit merklich zu reduzieren, in Zentimeterabstand um die Kurve zirkulieren.

Außerdem ist die SS163 zwischen Positano und Vietri sul Mare von Anfang April bis Mitte Oktober täglich von 7:30 und 24:00 Uhr für Wohnmobile und Caravangespanne gesperrt. Verstösse werden mit mindestens 131,- Euro geahndet. Die Ausweichmöglichkeiten für diese Fahrzeuge sind einfach zu gering und schon so mancher Wohnmobilist hat zu Zeiten, als er noch dort entlang fahren durfte, Blut und Wasser geschwitzt und mit seinem überbreiten Gefährt drohte, an den Felsüberhängen hängen zu bleiben. Die meisten dieser Fahrer meinten in den einschlägigen WoMo-Foren: "niiiiie wiiiieder!", was sich eindeutig von unserer Aussage unterscheidet: Jederzeit wieder!

Dem Tourverlauf folgen:
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