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Pozzuoli | Motorradtour zwischen Schwefelgeruch und Kampfarena

Phlegräische Felder Pozzuoli
Foto: Manuel Mauer [GFDL, CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Die Stadt Pozzuoli liegt mitten in den phlegräischen Feldern (Campi Flegrei). Dieses Gebiet vulkanischen Ursprungs, auf der sich die Stadt befindet, ist von höchstem geologischen Interesse, da es zu den immer noch aktiven Teilen der Vulkane auf dieser Erde zählt. Sehr eindruckvoll ist die aktive Vulkantätigkeit in diesem Krater erlebbar. Wenn man in Pozzuoli den Wegweisern zum Camping Volcano Solfatara folgt, ihn dann aber rechts liegenlässt und weiterhin bergauf dem steilen, sandigen Weg folgt, so steht man irgendwann am Kraterrand auf heißem, gelblichen Pulversand.

Von hier aus verschafft man sich den besten Überblick über den Solfatara-Krater. In dem aktiven Vulkankrater brodelt und dampft es seit Jahrtausenden. Die Fumarolen blasen heiße Schwefeldämpfe in die ohnehin schon heiße Luft. Der Geruch von faulen Eiern begleitet die Wanderung um den siebenhundert Meter breiten Krater. Wem der Eindruck von oben nicht ausreicht, der kann, nachdem er Eintritt berappt hat, den Hexenkessel genauer anschauen. Aber bei uns herrschten im Mai schon warme Temperaturen und wir wollten in Motorradklamotten nicht im Krater gebrutzelt werden.

Fumerolen im Solfatara-Krater

Besucher müssen sich innerhalb der abgesperrten Bereiche bewegen, denn außerhalb blubbern graue Schlammlöcher vor sich hin. Bei einer Temperatur von 150° C würde es jedem Menschen schlecht ergehen, der diesen stinkenden Gasaustritten zu nah kommt. Schon die Römer wussten die Heilungskraft der Schwefeldämpfe zu nutzen. Sie erbauten Schwitzkammern, die von den heißen Gasen beheizt wurden.

Zahlreiche Lungen- und Hautkranke führte ihr Weg zum Solfatarakrater, wo sie sich durch die Inhalation von den Schwefelgasen Heilung oder zumindestens Linderung erhofften. Heute ist allerdings vom Kurbetrieb der Römer nicht mehr viel zu sehen. Vom Reichtum der römischen Antike, als Pozzuoli noch ein einflußreiches Seehandelszentrum war, ist nur sehr wenig erhalten. Der respektlose Umgang zerstörte viele der wertvollen Altertümer. Die Stadt Pozzuoli zeigt sich als wenig sehenswerte, dicht be- und zersiedelte Industrie-Vorstadt von Neapel.

Das Amphitheater von Pozzuoli

Ein Amphitheater aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. und ein aktiver Vulkankrater sind der Anziehungspunkt in einer ansonsten häßlichen, für Motorradfahrer eigentlich uninteressanten Industriestadt am Golf von Neapel. Wir hatten nicht danach gesucht. Auf dem Weg durch Pozzuoli, wo Sophia Loren ihre Jugendzeit verbrachte, taucht plötzlich riesenhaft wie ein Gespenst ein Amphitheater neben der Straße auf.

Inmitten stark befahrener, lärmender Hauptverkehrsstraßen und umsäumt von großen neuzeitlichen Stadthäusern wirkt dieser kollossale Bau etwas fehl am Platz. Man hat das Gefühl, wie durch ein Tor in eine Zeit vor zweitausend Jahren zu gehen. Das Amphitheater entstand im ersten Jahrhundert n.Chr. und war pompös mit zahlreichen Säulen und Statuen ausgestattet. Ein Teil davon liegt noch zerbrochen in den unterirdischen Gängen. Der Eingang in die Arena ist monumental. Pompös ausgestattet mit Säulen und Statuen ermöglichte er den direkten Zugang zur Arena, die eliptisch und mit ansteigenden Sitzreihen ausgestattet war und in der Kampf- und Fechtspiele zum Zeitvertreib der Pozzuolianer stattfanden.

Mosaik Amphitheater Pozzuoli
Foto: Ferdinando Marfella [CC-BY-SA-2.0] via Wikimedia Commons

Die Gänge wurden in grauer Vorzeit von den Gladiatoren und von verschiedenen Raubtieren bevölkert. Die Ränge der Arena boten vierzigtausend Zuschauern Platz, das ganze Teatro hat eine Größe von 150 x 115 Metern. Damit ist es das zweitgrößte Amphitheater im römischen Reich, gleich nach dem Kollosseum.

Hier kann man gut nachvollziehen, mit welchem Prunk zur damaligen Zeit dieses Theater wohl ausgestattet sein mußte. Angefangen über Marmorstatuen bis hin zu den gerillten Rundsäulen wird in einer Restaurationswerkstatt in akribischer Genauigkeit versucht, so weit wie möglich den Originalzustand dieser Stücke wieder herzustellen. An einer alten Badewanne sind zwei Restaurateure damit beschäftigt, mit kleinen Spachteln die letzten Reste von Erde herunterzuschaben. Ganz in italienischer Mentalität hatten sie bei ihrer Arbeit ein kleines Liedchen auf den Lippen.

Dem Tourverlauf folgen:
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