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Kurische Nehrung | Tote Düne

Nach zweihundert Metern ist Schluss mit bequemem Holzweg – hier heißt es: raus aus den Latschen und warmen, feinen Sand zwischen den Zehen spüren. Wunderbar.

Am Straßenrand sind je Kilometer kleine Täfelchen angebracht, an denen man sich orientieren kann. Zwischen Kilometer 31 und 32, von Juodkrantė kommend (von Nida aus ist es Kilometer 19 und 20) befindet sich linker Hand ein Parkplatz mit Infotafel, zwei Dixieklos und zwei Stunden maximal erlaubter Parkzeit – sowie einem mobilen Smart-Kaffeeautomat. Ein Smart-for-four, in den kofferraumfüllend ein Kaffeeautomat eingebaut wurde. Auf die Rücksitzbank passt noch eine große Kühlbox, für das Eis am Stiel. Die junge Dame macht in der Saison sicher kein schlechtes Geschäft.

An die trockene Lebensweise angepasste Gewächse in der Toten Düne

Von hier aus läuft man erst einige hundert Meter durch lichten Kiefernwald, der Weg schwingt sich abwechselnd sanft hinauf und hinunter. Dann geht es auf einem bequemen Holzweg durch hohe, gelblich-weiße Sanddünen. Nach zweihundert Metern ist Schluss mit bequemem Holzweg – hier heißt es: raus aus den Latschen und warmen, feinen Sand zwischen den Zehen spüren. Wunderbar. Dabei stapft man kräftezehrend durch ein Dünental, das sich immer höher auf den Kamm hinaufzieht. Das Gebiet der „Toten Düne” ist ein streng geschütztes Naturreservat, in dem sich der Besucher nur auf vorgegebenen Pfaden bewegen darf. Ein Betreten der Dünen und Erklettern der Hänge ist strengstens untersagt, um die Sandberge zu schützen. Der Sand ist großflächig von störrischen, violetten Gräsern und harten, an die trockene Lebensweise angepassten Gewächsen überzogen. Man ist angehalten, die Mitte des Tales nicht zu verlassen.

Der höchste Punkt der Düne nennt sich Naglių kopa (Neegelscher Berg), hier befindet sich eine kleine Plattform, von der der Blick weit über die mächtigen Sandwellen und das Haff schweift. Beim Blick zurück liefert sich die Ostsee einen Wettstreit mit dem Himmel um den schönsten Blauton auf der Nehrung, denn von hier aus ist das Haff zu sehen und auf der anderen Seite die Ostsee. Und wie schaurig: genaugenommen steht man über einem Dorf, dem vom Sand begrabenen Dorf Neegeln.

In dem zerwühlten Tal kämpft ein zweieinhalb Zentimeter großer Sandohrwurm mit den für ihn haushohen Sandbergen.
Der Sand ist großflächig von störrischen, violetten Gräsern und harten, an die trockene Lebensweise angepassten Gewächsen überzogen.

In dem zerwühlten Sandtal kämpft ein zweieinhalb Zentimeter großer Sandohrwurm mit den für ihn haushohen Sandbergen. Dieses Insekt lebt in sandigen Böden in Fluss-und Meeresnähe und ist eines der Dünenbewohner auf der Nehrung. Es ist kaum zu glauben, dass er sich diesen Wohnort freiwillig ausgesucht hat. Falls ein Insekt so denkt, wünscht er sich bestimmt in die geschützten Zonen. Denn er ist in die zertrampelten Fußstapfen der Besucher geraten und kullert in jedes Fußstapfen-Sandtal mit unfreiwilligen Saltis hinunter. Kaum hat es sich wieder hinauf gekämpft, wartet der nächste Krater mit nachrutschenden Sandkörnern, wo er mit weiteren Überschlägen die Talsohle erreicht. Der Arme, es liegen noch einige Meter vor ihm bis zum Rand, wo der Sand nur sanft vom Wind zerzaust, aber nicht mehr von Menschenfüßen zertrampelt wurde.

Die Parkzeit von zwei Stunden reicht uns nur knapp aus, weil wir eine Zeit einfach nur sitzen, genießen und die Eindrücke auf uns wirken lassen. Ob hier einer die Parkzeiten kontrolliert? Vielleicht im Juli /August? Das Naturschutzgebiet wird offensichtlich schon überwacht, denn hier in den Dünen kam uns irgendwann ein „Rancher” entgegen, ein Mann in Uniform. Vermutlich hat er ein wachsames Auge auf die Besucher, damit keiner in den Dünen herumklettert.

Dem Tourverlauf folgen:
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