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Kurische Nehrung | Preila

Die allermeisten Holzhäuser in Preila sind hübsch renoviert und leuchten in Rot-, Blau und Weißtönen wie alle kurischen Fischerhäuser.

Wieder versetzen wir unseren Standort nur um wenige Kilometer westwärts Richtung Nida. Preila ist ein schnuckeliger, ruhiger Ort. Er liegt wie alle Nehrungsdörfer auf der Haffseite. Rund zweihundert Menschen leben hier. Es wurde ursprünglich um 1850 von Bewohnern der Dörfer Neegeln und Karwaiten gegründet, dessen Häuser unter den Sandmassen der Wanderdünen begraben wurden.

Rot, blau, weiss: Preila

Die allermeisten Holzhäuser in Preila sind hübsch renoviert und leuchten in Rot-, Blau und Weißtönen wie alle kurischen Fischerhäuser. Diese hier sind meist in Rostrot gestrichen, in Nida dagegen ist oft Blau die Grundfarbe. Bis Anfang der 1990er, als Litauen unabhängig wurde, sah es auf der Nehrung sicher ganz anders aus. Verwitterte, kaum noch bewohnbare Holzhäuser, denen nicht nur ein Anstrich fehlte.

Die allermeisten Holzhäuser in Preila sind hübsch renoviert und leuchten in Rot-, Blau und Weißtönen wie alle kurischen Fischerhäuser.

Kurz vor dem westlichen Ortsende gibt es ein solches Gebäude noch heute. Quasi als Idee wie es hier einmal überall ausgesehen haben könnte. Ein großzügiges Haus aus der Gründerzeit mit elegantem Giebel, davor eine imposante Veranda. Das Holz der Verkleidung grau, teilweise vermoost und verwittert. Die ursprüngliche Pracht ist gerade noch erkennbar unter dem Schleier von Verfall. Aber ein hoher Bauzaun verhindert allzu viele Einblicke in das verwilderte Grundstück und ein riesiges Schild informiert über das ambitionierte Renovierungsvorhaben. Ob da wohl auch EU-Mittel mit hinein fließen?

Die Kurenwimpel dienten zur Kennzeichnung der Kähne, wie die Hausnummer an einem Gebäude trug jeder Kahn damit eine unverwechselbare„Hausnummer”.

Vor den Häusern schmücken oft Kurenwimpel die Vorgärten. Das sind kleine kunstvoll und individuell gearbeitete Wetterfahnen, wie man meinen könnte (aber es sind keine). Die Kuren sind die „Ureinwohner” der Region, die mit schweren, schwarz geteerten Fischerkähnen auf's Meer hinaus fuhren. Die Kurenwimpel dienten zur Kennzeichnung der Kähne, wie die Hausnummer an einem Gebäude trug jeder Kahn damit eine unverwechselbare„Hausnummer”.

Wir halten Ausschau nach alten, in obere und untere Hälften geteilte Haustüren, können aber leider nur „neumodische” finden. Alte Haustüren zu „Wanderdünenzeiten” bestanden aus zwei horizontal geteilten Flügeln. Hatte der Sturm wieder mal soviel Sand vor die Tür gedrückt, dass die Tür nicht mehr zu öffnen war, konnte man immer noch aus dem oberen Segment herauskriechen.

Heeeeerrlich!
Der Ostseestrand ist leer, auf hundert Metern verteilen sich vielleicht zehn Menschen.
Dies ist einer der letzten Strände mit altertümlicher Geschlechtertrennung, früher war der geteilte Damen-und Herrenbadestrand allgemeiner Usus.

Fährt man von Preila aus einfach quer über die Nehrung und auf der anderen Seite wieder hinunter, wird man nach zweihundert Metern von lautem Meeresrauschen begrüßt. Der Sandstrand ist leer, auf hundert Metern verteilen sich vielleicht zehn Menschen.

Der Badebereich ist geteilt, links befindet sich der Familienstrand für Männlein und Weiblein. Rechts beginnt der Damenstrand. Große blau-weiße Schilder weisen – teilweise mit Piktogrammen – darauf hin, dass es hier für das männliche Geschlecht nicht weitergeht. Dies ist einer der letzten Strände mit altertümlicher Geschlechtertrennung, früher war der geteilte Damen-und Herrenbadestrand allgemeiner Usus.

Wunderbar! Strandspaziergänge sind meditativ und erholsam. Man kann bunte, rundgeschliffene Steine sammeln und wer Glück hat, findet auch ein paar Brocken Bernstein. Bei uns ist es nur einer. Die letzten Tage waren einfach zu sonnig, denn nach Stürmen, die das Meer aufwühlen und die leichten Bernsteinbrocken an Land tragen, ist die Chance wesentlich höher, das „Gold der Ostseeküste” zu finden.

Drei Stunden lang, mindestens, lassen wir die Seele bei Spaziergängen am Strand baumeln und sitzen mit Blick auf die schäumenden Wassermassen im Sand und auf der Dünentreppe. Eine Erholung ohne Gleichen! Wir genießen es, die Ruhe, das Rauschen, einfach alles. Uns treibt keiner, die Zeit gehört uns. Dann kommt eine Gruppe geschäftiger Rentner die Treppe herunter. Auf dem Parkplatz wartet ein Bus auf sie. Keine fünf Minuten, dann ist der Schwarm wieder Geschichte. Der Satz eines Mannes bleibt uns in Erinnerung: „Oh, ich würde ja so gern mal die Schuhe und Socken ausziehen und barfuß ins Wasser laufen. Aber wir haben ja keine Zeit ...”

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