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An der Westküste von Kurland

Alter Wachturm am Strand

Und weiter geht's. Wir sind wieder onroad. Die Straße nach Ventspils, Richtung Südwesten an der Küste entlang, ist bis auf wenige Ausnahmen kerzengerade und manchmal ziemlich wellig. Alle zwei Kilometer eine Kurve, oder besser: ein Kürvchen.

Wir biegen irgendwann links ab und fahren wieder hinein in die dichten Kiefernwälder. In eine Landschaft, die viele Jahrzehnte lang ein geheimnisvolles Sperrgebiet war, in das kein Zivilist eindringen konnte und sich auch die Einwohner nur mit besonderen Genehmigungen bewegen konnten. Die Straßen müssen bis vor einigen Jahren abenteuerlich und löchrig gewesen sein. Das sind sie heute nicht mehr, aber das Gebiet ist nach wie vor spärlich besiedelt, mit allzu viel Verkehr braucht man nicht rechnen.

Versteckspiel in Mazirbe
Die Holzhäuser im Dorf sind ansprechend hergerichtet, dass man nicht weiß: sind die nett drapierten Fischernetze nun Alltag oder Deko?

Als erstes, nach nur wenigen Kilometern Fahrt, wandern wir durch die Wälder hinter Mazirbe, früher Sperrgebiet. Die Holzhäuser im Dorf sind ansprechend hergerichtet, dass man nicht weiß: sind die nett drapierten Fischernetze nun Alltag oder Deko?

Wir suchen einen Schiffsfriedhof. In dieser Gegend errichteten die Sowjets Posten, die die Dorfbewohner kontrollierten. Vielleicht stammt der gelb gestrichene, eigenartige Wachturm direkt am Strand auch noch aus dieser ungeliebten Zeit? Das Schlimmste war: die Russen verboten den Fischfang an der Küste und das war nun mal der Haupterwerb der livischen Dorfbewohner. Viele zogen daraufhin ins Dorf Kolka, das nicht im Sperrgebiet lag. In den 60er Jahren hat man in Mazirbe viele alte Boote und Kähne in den Dünen liegengelassen, wo sie noch heute vor sich hinrotten.

Was'n das? Ein Wikinger in Lettland?

Das Dorf ist ja ganz nett – nur wo ist dieser Schiffsfriedhof? Mitten im Dorf bildet ein Wikinger aus Stahl einen krassen Gegensatz zu den vielen blühenden Fliederbüschen. Was hat ein Wikinger mit Lettland zu tun? Wenn wir jetzt noch wüßten, was Schiffsfriedhof auf lettisch heißt! Einer einzelnen Aufschrift zufolgen, dessen genaue Übersetzung nicht ganz sicher „Schiffsfriedhof” bedeutet, ist nicht zielführend, das erfahren wir allerdings erst, als wir nicht vor den Schiffsgerippen stehen, sondern an einem Gehöft mitten im Wald. Die Beschilderung steckt noch in den Kinderschuhen, unsere Lettischkenntnisse natürlich ebenso. Okay, das war es also nicht, wir geben auf.

Crocodile Dundee von Lettland

Nur reichlich 20 Kilometer südlich von Mazirbe liegt Dundaga. Wer hätte gedacht, dass das reale Vorbild für „Crocodile Dundee” ein Lette aus diesem Dundaga war? Wohl niemand! Arvid Blumentals wanderte nach dem Zweiten Weltkrieg nach Australien aus, wo er Krokodile zu jagen begann. Daher auch sein Spitzname„Crocodile Harry”.

Er war ein phantasiereicher Exzentriker: laut seinen eigenen Erzählungen hieß er Baron Arvid von Blumenthal und entstammte einer adligen Familie aus Lettonien ab. (Lettonien, witzig.) 1975 folgte er wie so viele Gold-, Edelstein-und Glückssucher dem Ruf der Opale nach Coober Pedy, woher 60 % aller Opale herkommen. Coober Pedy heißt in der Sprache der Aborigines„Weißer Mann im Loch”.

Er lebte dort in einer Erdhöhle, die gänzlich mit signierten T-Shirts, mit Damenwäsche und Jugendfotos ausstaffiert war. Er wurde zum Original von Coober Pedy und verlangte Eintritt von seinen Besuchern. Die Wände wurden von Gästen bemalt und waren mit allem möglichem Krimskrams behängt. Seine Erdhöhle diente im Film „Mad Max III” als Drehort. Wenn die Legende stimmt, hat Tina Turner ihm einen ihrer BHs für seine ungewöhnliche Sammlung von Reizwäsche spendiert. Crocodile Harry starb im Jahr 2006.

Dem Tourverlauf folgen:
weiter mit Geisterdorf und Radioteleskop Irbene

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