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Oviši Leuchtturm

Oviši Baka. Baka für Turm oder Leuchtturm.

Oviširags nennt sich die Landspitze hier. Und Oviši steht auf dem Schild an der Straße geschrieben. Da war doch was ... Irgendwas mit einem Leuchtturm, dem ältesten Lettlands. Also nix wie hin. Sobald man die Hauptstraße verlässt und die Stichstraßen zum Meer beziehungsweise in die Fischerdörfer nimmt, landet man unweigerlich wieder auf einer der weißen Schotterpisten. Aber die sind Klasse! Da kann man schon mal auf 60 oder gar 80 km/h beschleunigen.

Eine dicke, weißlich-gelbe Staubfahne verfolgt uns ...

Eine dicke, weißlich-gelbe Staubfahne verfolgt uns bis zu einem eingezäunten Grundstück mit zwei Gebäuden: das eine mit rechteckigem Grundriss und zwei Stockwerken: ein Wohngebäude. Das andere rund, an der Basis elf Meter im Durchmesser und 37 Meter hoch: ein Leuchtturm. Oviši Baka. Baka für Turm oder Leuchtturm. Im Garten jätet eine ehemalige Lehrerin Unkraut. Wir sollen doch einfach das Gartentor öffnen, deutet sie uns. Sie wohnt in diesem schlichten Haus und führt als Gegenleistung von Dienstag bis Sonntag durch ein kleines Museum und den Leuchtturm. Ringsherum Wiesen, Wälder und in einigen hundert Metern Entfernung die raue, kühle Ostsee.

Der älteste Leuchtturm Lettlands

Der Leuchtturm wurde um 1814 gebaut und ist bis heute ohne architektonische Änderungen erhalten, weswegen er als der älteste Leuchtturm Lettlands gilt. In der Mitte des Leuchtturmes befindet sich eine zweite, dreieinhalb Meter dicke Röhre. Ein Schuft, der Böses dabei denkt: hier hätten die russischen Militärs einen Turm im Turm eingebaut, der einen militärischen Einsatz des nicht sichtbaren Equipments verschleiern sollte. Meint zumindest unser Reiseführer. Egal, vor allem heutzutage, aber was bei diesem Turm-im-Turm herauskam, ist eine enge Wendeltreppe mit unglaublich winzigen Stüfchen. Winzig, bezogen auf die Tiefe der Stufen.

Es geht unentwegt aufwärts, auf einer schwindlig machenden Wendeltreppe. Nach 30 Metern werden wir mit einer stabilen, neuen Plattform belohnt, von der sich ein Grün-Weiß-Blau-Panorama auftut. Grün für endlose Kiefernwälder unter uns. Weiß für einen unberührten Sandstrand. Blau für eine erfrischende Ostsee. Der komplette Abschnitt dieser Küste nennt sich ganz unbescheiden der längste Strand Europas. Jochens Kappe bekommt bei der steifen Brise hier oben fast Flügel, er legt sie darum vorsichtshalber rein.

Das Lichthaus des Leuchtturmes

Dieser Treppen-Trimm-Dich-Pfad ist relativ weit entfernt vom Ostseestrand – für Landratten wie uns ist das erst mal etwas verwunderlich. Doch Leuchttürme müssen wohl nicht immer direkt am Wasser stehen, weil sie eine gewisse Leuchtweite aufweisen. Dieser hier hat 7,5 Seemeilen. Eine Seemeile misst 1852 Meter – also bei fast vierzehn Kilometern Leuchtweite fallen ein paar hundert Meter sicher nicht ins Gewicht. Ein anderer hier in der Nähe steht dagegen über fünf Kilometer von der Küste entfernt – das nenne ich dann schon eine stattliche Entfernung für einen Leuchtturm!

Wir packen's wieder und nehmen die Treppe in Angriff. Gott sei Dank ragt ein stabiles Geländer aus der Wand. Die Stufen sind verflixt nochmal sauschmal. Bei Schuhgröße 42 bzw. 46 setzen wir unsere Bigfoots gerade mal bis zur Mitte des Fußes auf, also hangeln wir uns mit ganzer Kraft an dem Geländer nach unten. Immer hoffend, dass der graue Anstrich der Steintreppen nicht schmierig ist. Keine Ahnung, wie viele Stufen sich bei einer Turmhöhe von dreißig Metern ergeben, bestimmt kommt es Jochen aber wie zehnmal so viele vor ... denn als er unten ankommt, stellt er fest: seine Kappe liegt noch oben am „Lighthouse”. Also das Ganze nochmal. Nicht zur Strafe, nur zur Übung.

Stadt der Kühe
In Ventspils hat man ein Faible für Kühe.
Noch zwei weitere Kühe, eine kunterbunte und eine kohlrabenschwarze, mit einem Mittelstück aus fetten Absperrventilen, verzieren die historische Hafenstadt.

Nachmittags stehen wir am Hafen von Ventspils. Der Fluss Venta mündet in Ventspils (deutscher Name: Windau) als breiter Strom in die Ostsee und bildet dadurch eine natürliche Hafenanlage, einerseits für Frachtschiffe, die unter anderem Kohlen in ihre Bäuche schaufeln, andererseits für Passagierfähren nach Travemünde und St. Petersburg.

In Ventspils hat man ein Faible für Kühe. Es bleibt uns verborgen, was sie hier an den Wiederkäuern finden. Hübsch sind sie jedoch allemal. Insgesamt drei verschiedene Kühe haben wir bei unserer kurzen Besichtigung entdeckt. Die erste und größte steht an der Hafenpromenade („Ostas iela”) und nennt sich „Reisende Kuh”, deren Aufkleber ihre Reise durch die Welt beweisen (sollen). Noch zwei weitere Kühe, eine kunterbunte und eine kohlrabenschwarze, mit einem Mittelstück aus fetten Absperrventilen, verzieren die historische Hafenstadt. Ein Schild vor der Altstadt verkündet „WiFi for free”. Schnell werden wieder ein, zwei Bildchen an die Daheimgebliebenen gemorst.

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