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Briancon

Briancon Obwohl es schon nach achtzehn Uhr ist, lassen wir uns mit der Unterkunftssuche nicht hetzen. Eigenartig, wir sind seit dem frühen Morgen unterwegs, aber kaum auf französischen Boden angekommen, ist die lange Anfahrt vergessen. Die Altstadt von Briancon, hoch über der Durance, zeigt sich so, wie wir alte Städte mögen: enge Gassen, uralte Häuser aus der Zeit von Ludwig XIV., alles sieht etwas marode aus, aber gerade dadurch hat es viel Charme.

Unterhalb der Festung entdecken wir eine alte Tür, die die Jahrhundertgeschichte mit der Neuzeit verbindet: Die Tür hat viele, viele Jahre auf dem Buckel, das Holz ist schwarz und verwittert und zum Türrahmen hin klaffen große Löcher. Es sieht aus wie der Eingang zu einem Abstellraum oder ähnlichem. Aber auch hier hat die Moderne Einzug gehalten: die Tür wird durch zwei nagelneue Messing-Sicherheitsschlösser im Rahmen gehalten... Wir amüsieren uns über diese Sicherheitsvorkehrungen, denn die Tür sieht nicht so aus, als könnte sie mehr als zwei kräftige Schläge aushalten.

Brunnen in Briancon Während Jochen eine kleine Pause einlegt, siegt bei mir die Neugier über die Faulheit und ich beschließe, die Festung zumindestens ansatzweise zu erklimmen. Briancon rühmt sich, die höchste Stadt Europas zu sein (1321 Meter). Durch diese Lage hat sie seit jeher eine große strategische Bedeutung.

Dem Namen des Festungsbaumeisters Vauban werden wir auf unserer Reise noch öfters begegnen. Seine Bauwerke sind immer sehr kühn angelegt und scheinen für die Ewigkeit geschaffen zu sein. Also schnappe ich mir die Videokamera. Schon nach wenigen Metern tut sich ein herrliches Panorama auf. Von hier blickt man über die ganze Altstadt. Die auf einem Felsen über der Durance gelegene Stadt war schon bei den Kelten, den Römern und im Mittelalter befestigt. 1590 läßt der Protestantenführer Lesdiguieres die Mauern verstärken, zum Schutz der Protestanten in der Stadt. Bald wendete sich das Blatt: 1690 wurden erneut Bauarbeiten aufgenommen, diesmal zum Schutz vor den Protestanten. 1692 bricht der Krieg zwischen Frankreich und Savoyen aus. Die Stadt fällt in Schutt und Asche. Von Ludwig XIV. wird Vauban beauftragt, die Festungsanlage wieder aufzubauen. Keine leichte Aufgabe, wenn man sich das steile Gelände anschaut.

Briancon Aber ganz unter uns: Nachdem wir ein paar Tage später die Festung von Entrevaux sehen, finden wir, dass Briancon für Vauban ein Pippifax gewesen sein muß! Auf den Bergen rund um Briancon gibt es es einen regelrechten Ring von kleineren Forts. Das erste, Fort des Salettes, plant Vauban noch selbst, die anderen wird unter Ludwig XIV. gebaut. Aber für diese zweifellos auch interessanten Bauwerke wird uns die Zeit zu knapp. Das Durance-Tal lockt, zumindest einen Teil davon werden wir uns auf dem Weg in den Süden noch anschauen.

Und wir hoffen, dass irgendwo auch zwei Betten stehen, die darauf warten, von zwei Motorradfahrern "belegt" zu werden. Wir müssen sie nur noch finden. Auf der N 94 lassen wir uns treiben. Ab und zu halten wir Aussicht nach Schildern, die uns den Weg zu einer Unterkunft weisen könnten. Aber hier haben wir wenig Glück. Erst als wir am Lac de Serre-Poncon ankommen, haben wir eine große Auswahl an Hotels und Pensionen. Embrun, der erste Ort direkt vor dem See, kommt uns zu touristisch vor.

Wir nehmen die Hotels in Augenschein, aber entschließen uns, weiterzusuchen. In Savines werden wir fündig. Was wollen wir mehr - wir haben ein nettes Zimmer mit herrlichem Blick auf den Lac de Serre-Poncon. Nur der Preis fürs Frühstück ist ein Schock. Doch dazu mehr im Kapitel zum See ...

Dem Tourverlauf folgen:
weiter mit Lac de Serre Poncon

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