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Castellane

Castellane von oben Wegen seiner Lage eignet sich das 1500-Seelen-Städtchen sehr gut als Ausgangspunkt für Touren in die Seealpen, der Haute Provence und an die Cote d'Azur.

Es hat alles, was man braucht: Tankstellen, Läden, einen Supermarkt, kleine Hotels, Campingplätze und Restaurants.

Und in der Vorsaison geht es noch recht beschaulich zu, obwohl es sich anhand der Infrastruktur gut vorstellen lässt, wie hier in der Hochsaison touristenmäßig "der Bär abgeht". Ein 184 Meter hoher Felsen (Roc du Castellane) ist das Wahrzeichen der Stadt. Auf ihm thront eine 1703 erbaute Kapelle.

Da wir vor der Ankunft in Castellane reichlich tausend Kilometer im Sattel saßen, ist es kurzer Hand beschlossene Sache, Castellanes Wahrzeichen zu erklimmen. Ein steiler, felsiger Weg führt hinauf.

Kirche in Castellane Linkerhand im felsigen Gelände entdeckt man die überwucherten Ruinen der alten römischen Stadt Petra Castellana. Bei flotter Gangart schaffen wir den Aufstieg in dreißig Minuten, zwar gelegentlich von Protestrufen und leichtem Stöhnen der männlichen Fraktion begleitet, aber da hinauf wäre wir mit Motorrad nun mal NIE gekommen... Hier oben ist es gut auszuhalten. Zwar weht eine steife Brise, aber die tut nach dem schweißtreibenden Aufstieg gut.

Wenn unser Blick entlang des Verdon in die Ferne schweift, erahnen wir schon den Einstieg in den grandiosen Canyon du Verdon. Die nächsten drei Tage ist das motorisierte Zweirad wieder das bevorzugte und ausschließliche Fortbewegungsmittel sein — der Muskelkater des Aufstieges macht uns zu schaffen.

Es lohnt sich, die engen Gassen der Stadt zu erkunden. Allerdings liegen die meisten in einer Fussgängerzone. Auch ein paar urige Restaurants laden zu kulinarischen, wenn auch — wie in ganz Frankreich — nicht ganz billigen Köstlichkeiten ein. Die Umgebung von Castellane erkunden wir sehr ausgiebig. Die kleinen "Micky-Maus-Straßen", die wir dafür auswählen, versetzen uns immer wieder in Erstaunen.

Seeblick Eben fahren wir noch über einen unbedeutenden Pass, den wir kaum als solchen erkennen können, kurze Zeit später schlängelt sich die Straße durch eine wildromantische Schluchtenregion. Dass die Haute Provence die am dünnsten besiedelte Region Frankreichs ist, macht sich auch am Straßenbau bemerkbar. Nicht dass die Straßen sonderlich schlecht wären. Gut, die auf der Michelin-Karte als weiße Straßen, vielleicht noch mit gestrichelter Randlinie eingezeichnet, sind auszunehmen, die dürfen schon ein paar Löcher haben ...

Bogenbrücke in der Nähe von Castellane Na, wer bist Du denn ;-)

Was sind begeistert über die Straßenbeschilderung. Das dünne Straßennetz macht es möglich — an jeder Straßenkreuzung befindet sich ein Schild mit der ausgewiesenen Ortschaft und der Straßennummer. Da fällt Orientierung leicht.

Bei unseren Touren säumen massenhaft Schafe und Ziegen unseren Weg. Vor deren Hinterlassenschaften auf dem Asphaltband sollte sich jeder Motorradfahrer hüten... Außer dem Tourismus ist die Landwirtschaft die Haupteinnahmequelle, vor allem in den abgelegenen Gebieten.Aber Strauße hätten wir weiß Gott nicht erwartet.

Getrennt nach weiblichen und männlichen Tieren werden sie dreißig Kilometer von Castellane entfernt in großen, eingezäunten Arealen gehalten. Uns fällt auf: die weiblichen Tiere geben sich beim Näherkommen wesentlich sanfter (und neugieriger) als die männlichen Strauße, die ein mächtiges Macho-Gehabe an den Tag legen. Stammen wir Menschen wirklich vom Affen ab?

Ortsdurchfahrt in Castellane Wer in Castellane ein aufregendes Nachtleben sucht, ist fehl am Platz. Zumindest in der Vorsaison. In der Hochsaison ist etwas mehr geboten — auf unserem Campingplatz findet im Juli und August z.B. auch Musik und Tanz statt — aber eben nur dann. Es besteht die Möglichkeit gepflegt essen zu gehen, aber darüber hinaus ist nicht viel los.

Muß auch nicht, für unseren Geschmack. Die einzigen Entzugserscheinungen, die wir nach einiger Zeit unseres Aufenthalts in Castellane feststellten, sind die nach Musik und etwas Rhythmus. Die Musik der TURTLE reicht eben auf Dauer nicht. Wir finden ein originelles Lokal — das "Don Quichotte" — in dem der Wirt einen vorzüglichen Musikgeschmack hat. Im "Don Quichotte" treffen wir den einzigen deutschsprechenden Franzosen: Wir staunen nicht schlecht, als uns der dunkelhäutige Koch dieses Lokals in deutsch anspricht. Als ausgleichende Gerechtigkeit spricht der Wirt NUR Französisch.

Dem Tourverlauf folgen:
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