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Entrevaux

Entrevaux - Stadttor Weil Petrus immer wieder flüssige Sonne schickt, verbringen wir die ersten Tage unseres Aufenthalts in Castellane vorwiegend mit Kurztouren. Einer dieser Ausflüge führt uns ins fünfzig Kilometer entfernte Entrevaux, das in Folge noch öfters gaaanz zufällig auf unserem Weg liegt.

Die Stadt hat viel Charme. Einerseits vom Var eingegrenzt, schmiegt es sich an einen schroffen Felsen, auf den im Zickzack ein torbewehrter Weg zur Zitadelle in schwindeliger Höhe führt. Sofern wir uns nicht verzählt haben, sind es 24 Tore, die Feinden einen Zugang zur Zitadelle unmöglich machten. Das Stadtbild wird von Häusern aus dem 17. Jahrhundert geprägt und hat sich bis heute kaum verändert. Manche Häuser wirken zwar schon ziemlich marode und wenn man die schmalen Gassen betritt, verstärkt sich dieser Eindruck noch, aber gerade dies macht den authentischen Charme aus.

Zum wiederholten Male begegnen wir dem Namen Vauban, der in seiner Eigenschaft als Festungsbaumeister im Auftrag des Sonnenkönigs Ludwig XIV. die Burg mit der Stadt verband, die Stadtmauern verstärkte und die Stadttore befestigte. Wie er die Zitadelle auf diesen schmalen Felsengrat pfropfte, wird uns ein ewiges Rätsel bleiben.

Wir betreten die Stadt über eine Zugbrücke, die den Var überspannt. Im der Wachstube des Stadttors befindet sich mittlerweile das Fremdenverkehrsamt. Ziemlich ziellos durchstreifen wir die Stadt. Außer den drei Hauptstraßen (oder besser Hauptsträßchen) wird sie von zahllosen dunklen Gassen durchkreuzt. In einer dieser dunklen Gassen erblicken wir ein großes Michelin-Männchen. Darüber entdecken wir ein handgemaltes Schild: "Musee Moto".

Entrevaux - Zugang zum Motorradmuseum Entrevaux - Interieur des Motorradmuseums eines Privatmannes Musee Moto? Das muss mit Motorrädern zu tun haben! Wir folgen den weiteren Schildern. Richtig! Kurze Zeit später steigen wir ein paar Stufen hinab ins Motorradmuseum von Entrevaux. Hier hat ein in Nizza wohnhafter Sammler auf engstem Raum mehr als sechzig Motorräder (und was als motorisierter Vorläufer eines Bikes gelten kann) zusammengetragen. Bei der Unterbringung hat er sich wegen dem geringen Platzangebot einiges einfallen lassen müssen: Viele stehen auf einem schmalen Bord in drei Meter Höhe oder hängen sogar an der Decke. Das älteste Vehikel stammt aus dem Jahre 1901. Und alle sollen angeblich noch fahrtüchtig sein.

Der etwa sechzigjährige Sammler verlangt für die Besichtigung seiner Motorräder keinen Eintritt, aber eine kleine Spende ist natürlich jederzeit willkommen ... Wir konnten uns leider mit ihm nur sehr unbefriedigend unterhalten, nämlich nur mit Händen und Füßen.

Auf dem Parkplatz haben wir dann eine Begegnung der besonderen Art - einen motorradfahrenden Hund! Wir trauen unseren Augen nicht. Der Hund wurde von seinen französischen Herrchen und Frauchen in einem Seitenkoffer untergebracht, der für diesen Zweck mit einem Loch versehen wurde. Biker-Bello ist zünftig ausstaffiert: mit einem Kopftuch um die Ohren und einer Brille auf den Augen. Was macht ein Motorradfahrer, der einen Bernhardiner sein Eigen nennt?

In Entrevaux beginnt mit der D911 ein kurvenreiches Sträßchen, das uns in Nullkommanix vom Entrevaux in 478 Meter Höhe auf den Col de Feline mit seinen 930 Metern bringt. In dieser Gegend gibt es nur einspurige Straßen. Aber wir sind offensichtlich die einzigen Verkehrsteilnehmer. Hält man sich dann ostwärts, gelangt man zum Col de Trebuchet (1141 Meter) und weiter nach la Rochette. Ortschaften bestehen meist aus ein paar einzelnen Häusern, dessen Bewohner sich augenscheinlich von Ziegen- und Schafhaltung ernähren. (Ab und zu weist ein Schild auf die Möglichkeit hin, Ziegenkäse zu kaufen. Wir haben's probiert. Fazit: Nichts für uns, der Käse schmeckt so, wie ein Ziegenbock riecht. Aber bekanntlich ist das ja Geschmackssache.)

Montblanc - Es gibt ihn auch als Stadt Man kann stundenlang durch diese Gegend "gurken", es gibt eine Unzahl von kleinen, meist sehr kurvigen Straßen. Eine brachte uns zum Montblanc, oder wenn wir bei der Wahrheit bleiben, nach Montblanc.

Dieser auf unserer Karte eingezeichnete Ort entpuppt sich als Drei-Häuser-Ort. Womit auch das Rätsel gelöst wäre, wieso (der bzw. das) Montblanc nicht nur in der Nähe vom Genfer See liegt, sondern auch in der Nähe von Entrevaux.

In dieser einsamen Gegend stoßen wir dann auch unerwartet auf eine Motorradpension. Wir halten uns allerdings nicht auf, als ein paar Motorradfahrer, die vor dem bäuerlichen Anwesen stehen, uns zuwinken. Wer sie suchen sollte: Sie befindet sich südlich von Entrevaux an der D10 etwa zwischen Montblanc und Ubraye.

Dem Tourverlauf folgen:
weiter mit Grand Canyon du Verdon

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