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Offroad-Tour auf den Col de St. Jurs

Atemberaubender Weitblick Wieder mal ein Juni-Tag, an dem uns Petrus keine Garantie auf Sonnen­schein geben will. Bis mittags schüttet es wie aus Kannen, danach bejubeln wir jedes Fitzelchen blauen Himmels und befragen unsere Karte. Also wieder mal steht nur die nähere Umgebung von Castellane auf unserem Tourenplan. Der sieht vor: Besichtung der 45 Kilometer entfernten Stadt Moustiers-Sainte-Marie und danach Programm nach Wetterlage.

Wenn das Wetter hält, haben wir vor, abseits der Touristenwege den langgestreckten Gebirgszug Serre de Montdenier zu erkunden. Mit viel Schotter, wie unsere Karte vermuten lässt. Und mit Schotter, der unserem Hinterreifen eventuell zum Verhängnis wird, aber dazu später ...

Da bleibt unserem reifen die luft weg! Serre de montdenier

Blick auf Moustiers Nach Moustiers gelangen wir, indem wir die nördliche Route um den Canyon du Verdon fahren. Für den Canyon selbst ist es zu spät an diesem Tag. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Die ersten zwölf Kilometer begleiten wir den Verdon auf seinem Weg zum Canyon. Drei Kilometer nach der Einmündung des Verdon in den Lac de St.Croix befindet sich Moustiers. Über die Schlucht hinter dem Ort ist eine 227 Meter lange Kette mit einem goldenen Stern gespannt.

Nach einem Kurzaufenthalt fahren wir die D952 etwas weiter, um nach zwei Haarnadelkurven rechts in das einsame Gebiet von Serre de Montdenier abzubiegen. Gleich am Abzweig sehen wir ein Schild: Campingplatz zehn Kilometer. Irgendwie können wir uns überhaupt nicht vorstellen, dass in dieser Wildnis jemand wohnt, geschweige denn ein Campingplatz sein soll. Die ersten Kilometer "dürfen" wir noch auf Asphalt dahintuckern. Es dauert jedoch nicht lang bis das Asphaltband durch eine geschotterte Hoppelpiste abgelöst wird. Vereinzelt sehen wir Lavendelfelder, die im Juni allerdings noch nicht in Blüte stehen.

Der Weg ist das Ziel Den Cam­ping­platz finden wir nach zehn Kilometern übrigens wirklich — mitten in der Wildnis. Der sieht allerdings ziemlich verlassen aus. Den einzigen Menschen, den wir treffen, ist ein älterer Einheimischer in seiner offensichtlich geländetauglichen Schrottkiste. Kurz nach dem Campingplatz stehen wir vor der Entscheidung: Links oder rechts? Die Schilder an dieser Weggabelung helfen uns nicht weiter, denn wir können die Bezeichnungen nicht mit denen auf unserer Karte in Verbindung bringen. Die linke Variante geht den Berg hinauf, wir vermuten, auf den Col de St. Jurs. Also dann links.

Mann, das ist ganz schön heftig! Der Weg mit seinem bis zu kindskopfgroßen Schotter schüttelt unsere arme Turtle mächtig durch. Es geht hinauf bis auf 1318 Meter. Allerdings kommen wir nicht ganz so weit, denn irgendwann ist der Weg gesperrt. Also retour.

Aber die Aussicht hier oben ist wirklich einzigartig. Vor uns liegt der türkisblaue Lac de St. Croix. Linkerhand die Berge der Haute Provence und rechts das platte Plateau de Valensole, bekannt für seine ausgedehneten Lavendelfelder. Geologisch interessant finden wir vor allem den unmittelbaren Übergang von Hochgebirgslandschaft zum flachen Plateau. Wir holpern also den Weg bis zum Abzweig zurück und den anderen Schotterweg entlang. Laut Karte befinden wir uns auf einem Sträßchen, das parallel zur D952 verläuft. Ein hoher Bergrücken trennt uns nur.

Offroad in den Seealpen Schließlich hat uns nach einigen Kilometern Schot­ter­fahrt die Zivilisation wieder. In La Plan gibt's wieder ein Asphaltband, das uns nach La Palud auf die D952 bringt.

Was wir noch nicht wissen: die Schottertour hat unserem Hinterreifen den Todesstoß versetzt. In den nächsten Tagen verbraucht unsere Turtle mehr Luft als Sprit ...

Nach drei Tagen - der Reifen ist wegen dem ständigen Luftdefizit mittlerweile glatt wie ein Kinderpopo - lassen wir in Digne-les-Bains einen neuen aufziehen.

Dem Tourverlauf folgen:
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