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Vathi | Kioni | Burg des Odysseus

Blick auf die Inselwelt Griechenlands

Vathi liegt in einer fjordähnlichen Bucht. Den schönsten Blick auf Vathi hat man, wenn man vom nördlichen Teil der Insel kommend auf Vathi zufährt (siehe Foto rechts). Zuerst kann man nur ahnen, dass hinter den langen Landzungen der Hauptort Ithakas versteckt liegt. Mit 1500 Einwohnern lebt in Vathi die Hälfte der gesamten Inselbevölkerung (Stand vom Winter, im Sommer verdoppelt sich die Einwohnerschaft von Ithaka). Am Rande des Naturhafens befinden sich ein paar einfache Kiesstrände, die für eine kurze Erfrischung zwischendurch allemal taugen. Für einen längeren Badeaufenthalt würden wir allerdings die Buchten nach Vathi empfehlen, für die man noch ein paar Kilometer weiterfahren muß.

Wenn wir in den ersten Junitagen Vathi durchquerten, kam es uns immer angenehm verschlafen vor. Nicht so ein Trubel wie im kleinen Kioni. Allerdings ist die Bucht von Vathi auch um eine Vielfaches größer, so dass sich die Urlauber vielleicht besser verteilen. Im Juli/August muß hier allerdings der Bär abgehen, dann wird von der Stadtverwaltung ein Kulturfestival veranstaltet.

Für ein kurzes Bad im Meer empfehlen wir unbedingt, Badeschlappen mitzunehmen. An den Stränden Ithakas findet man fast überall schwarze Seeigel (die uns im restlichen Griechenland nirgends auffielen).

Knapp drei Kilometer östlich von Vathi liegt die "Sarakiniko-Bay". Hier haben sich vor rund 25 Jahren zweihundert deutsche Aussteiger auf der Suche nach einem besseren Leben niedergelassen. Zwanzig Hartgesottene sind noch geblieben. Die Zeitschrift "GEO" hat 2002 eine Reportage über dieses Aussteigerprojekt veröffentlicht, die leider nicht mehr im Internet zu finden ist. Aber mit dem Suchbegriff "Sarakiniko" findet man so einiges. Heute leben die Hippies von damals in eher bescheidenen Verhältnissen – von dem Idealismus von damals ist nur noch wenig zu spüren.

Das Fischerdorf Kioni
Ithaka - Kioni

Ein äußerst reizvolles Ziel ist dieses Zweihundert-Seelen-Dorf" schreibt unser "kleines Müllerchen". Der kleine Fischerort liegt rund um eine kleine Bucht. Bei Seglern ist der Hafen offensichtlich sehr beliebt, denn Boote jeglicher Ausstattung fahren ihn an. Kommt man die einzige Zugangsstraße von Frikes herüber und hat soeben die Bergkuppe bei Rahi überquert, dann bietet sich ein malerisches Bild, wie sich die Häuschen rund um die Bucht gruppieren und teilweise an den Hang schmiegen.

Auffällig rund um Kioni und auch auf der restlichen Insel sind die zahlreichen Türme und Turmruinen. In der "Art Gallery" von Kioni blättern wir in einem Büchlein über die Geschichte des Dorfes und erfahren auf diese Weise: Die runden Ruinen, die wir für Überreste von Wachtürmen gegen Piraten und Türken und sonstige Gefahren halten, sind keine Türme, sondern die Überreste von Windmühlen! Das ist das letzte, was wir auf Ithaka erwartet hätten: Windmühlen. Aber das erklärt auch die ähnliche Lage wie sie Wachtürme gehabt hätten: Nah am Wasser, in exponierter Lage hoch auf dem Berg oder auf der Spitze einer Landzunge.

Eigenartig finden wir auch die Straßenführung. Wobei wir nicht wissen, ob wir nur die richtige Zugangsstraße zum Ort nicht gefunden haben. Wir kommen von Rahi herunter und kurz nach dem Ortseingang prangt ein Einbahnstraßen-Schild. Aber wo soll bitteschön die Straße zum Hafen sein, die man fahren darf? Da gibt's keine. Also fahren wir jedesmal, wenn wir zum Hafen und unserer Unterkunft wollen, die Einbahnstraße in die verkehrte Richtung. Wo kein Kläger ist, ist auch kein Richter. Uns meckert jedenfalls keiner an.

Aber wir zwei werden leider nicht so richtig warm mit Kioni. Irgendwie ist uns (schon jetzt in der Vorsaison Ende Mai/Anfang Juni) zuviel englischer Trubel in dem kleinen Ort. Unsere erste Nacht bringen wir nur mit Hilfe unserer Motorradfahrer-Ohrstöpsel so halbwegs mit Schlafen zu. Erster Minuspunkt: Die direkt vor dem Haus befindliche Café-Bar verwandelt sich spätabends in eine lautstarke Disco. Zweiter Minuspunkt: Junge Engländer bewohnen die Zimmer neben und über uns. Für das Abendessen haben sie die Zimmer offensichtlich etwas umgeräumt, damit sie alle zusammen darin sitzen können. Als sie von ihrem nächtlichen Ausflug zurückkommen, müssen die Zimmer natürlich ummöbiliert werden. Schlaflos in Kioni.

Burg des Odysseus |
vielleicht .... vielleicht auch nicht....
Die Burg des Odysseus. Vielleicht.

Ehrlich gesagt wissen wir nicht, ob wir wirklich die Überreste gefunden haben, die mit der "Burg des Odysseus" bezeichnet werden. Wir können uns jedoch trösten, denn wir sind mit Heinrich Schliemann, dem Entdecker von Troja, in guter Gesellschaft. Auch er konnte die sagenumwobene Burg nicht finden. Die "Burg des Odysseus" ist wohl ein Geniestreich des Fremdenverkehrs.

Auf der Landenge, die die zwei Ithaka-Halbinseln voneinander trennt, erhebt sich der 381m hohe Berg Aetos. Hier fanden Archäologen alte Mauern aus drei verschiedenen Bauperioden, die früheste ab dem 7.Jh.v.Chr. Es handelt sich offensichtlich um die Reste der alten Stadt Alalkomenes und eines Tempels, der der Göttin Artemis oder Apollon geweiht war.

Während unserer Erkundungstouren auf der Insel entdecken wir an der Straße nach Piso Aetos das Schild, das auf das "Odysseus Castle" hinweist. Wir parken unsere "Turtle" neben der Straße unter schattenspendenden, uralten Olivenbäumen und begeben uns auf die Suche. Da es einen Trampelpfad gibt, folgen wir diesem und landen nach hundert Metern in einem kleinen Pferch, der dem Geruch nach zu urteilen als Ziegenpferch genutzt wird.

Kurze Zeit später versperrt ein weiteres Tor, das sich jedoch öffnen lässt, den Weg. Danach ist kein Pfad mehr in dem felsigen, macchiabewachsenem Gelände zu erkennen, nur ein dicker schwarzer Schlauch (nach unserer Meinung eine Wasserleitung) schlängelt sich durch die Landschaft. Eine Weile folgen wir ihm. Nach einiger Zeit wird uns klar: Wir sind auf dem Holzweg. Der schwarze Schlauch ist wohl ein Schlauch zum Tränken der Ziegen, die allerdings nirgends zu sehen sind. Auch geschlossene Tore weisen nicht gerade auf eine touristische Sehenswürdigkeit hin. Also retour - über einen steinernen Wassertrog klettern, zwei Tore öffnen und wieder schließen und einen stinkenden Ziegenpferch durchqueren.

Wie sagt man bei uns: Warum in die Ferne schweifen ... Direkt an der Straße untersuchen wir jetzt das große Loch näher, das mit einem Maschendrahtzaun umgeben ist. Wir sehen rechteckige Mauerreste. Ein paar Meter weiter noch mehr Mauern, mehr schlecht als recht aus dem Untergrund gebuddelt. Alte Steine. Mehr nicht. Etwas weiter unter einem Baum ein altes Bettgestell, das aber wohl aus dem 20. Jahrhundert stammt.

Das wird er wohl sein, der alte Tempel, der touristisch als die "Burg des Odysseus" ausgeschlachtet wird. Oder sind es die Überreste der Stadt Alalkomenes aus dem 8. Jh., die sich auf dem Berg Aetos befunden hat? Wenn wir das wüssten, wären wir klüger als die Archäologen...

Fazit unseres Aufenthalts auf Ithaka:
Die Insel ist absolut gigantisch zum Motorradfahren. Die Symbiose aus Bergen und Meer lässt jede Tour zu einem landschaftlichen Highlight werden. Allerdings verkürzen wir unseren geplanten Aufenthalt von drei Tagen auf zwei Tage, weil uns die Nächte in Kioni zu anstrengend waren. Wir würden Ithaka jedem empfehlen und auch gern wiederkommen - aber nicht nach Kioni, das nächste Mal würden wir uns wohl in Vathi ein Zimmer suchen, wo wir bei unseren Fahrten bei weitem nicht so viele Engländer sahen.

Dem Tourverlauf folgen:
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