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Zagoria-Gebiet: Monodendri | Konitsa

Monodendri im Zagoria-Gebiet

Von Ioannina bis Monodendri dürften es so um die vierzig Kilometer sein. Ist man zwanzig Kilometern nach Ioannina von der E90 abgebogen, kann man Monodendri nicht mehr verfehlen. Die Ausschilderung ist vorbildlich, nur sollte man ab und zu auch die griechische Schreibweise beherrschen, nicht immer ist ein Schild in lateinischer Schrift aufgestellt.

Erster Eindruck von Monodendri: Der Ort ist nur hundertfünfzig Meter lang und liegt in einer Kehre. Alle Häuser an der Straße haben sich in gastronomischer Hinsicht oder als Pension dem Tourismus verschrieben, es sind jedoch nur vier Häuser mit insgesamt 34 Betten. Soweit der erste Eindruck.

Gasse in Monodendri

Der erste Eindruck ist eindeutig falsch! Der Ort ist viel größer, während der Durchfahrt sieht man nur die paar Meter Asphaltband, die den Ort am Rande tangieren. So richtig eintauchen in die besondere Atmosphäre der Zagoria-Dörfer und dessen Strassen und Gassen kann man nur zu Fuß. Man findet keinerlei verputzte Häuser, sie sind generell aus Natursteinen gebaut. Auch die Dächer werden mit dicken Steinplatten gedeckt. In einigen Ortschaften, unter anderem in Monodendri, gibt es feudale Herrenhäuser, die heute restauriert sind und als Pensionen und Hotels ein stilvolles Schlaflager anbieten.

Die Pflasterung der Gassen wird uns ein ewiges Rätsel bleiben. Vermutlich sind das Wege, die für Eselskarren gebaut wurden. Sie bestehen durchweg aus hochkant eingebuddelten Platten. In der Mitte der Gasse befindet ein ein Meter breiter Streifen, der links und rechts von längs zur Laufrichtung gelegten Platten (wieder hochkant) begrenzt wird. Und zur Krönung stolpert man in diesem Mittelstreifen noch alle 80-100 Zentimeter über einen Stein, der fünf Zentimeter aus dem restlichen Belag herausragt. Eine Theorie hätten wir ja ...

Konitsa oder: Die Suche nach der Türkenzeit

Wir schwingen uns auf unsere "Turtle", um ein bißchen türkische Geschichte in Griechenland zu erkunden. In Konitsa soll es eine alte Moschee aus der Türkenzeit geben. Wir lassen es gemütlich angehen, kurven über kleine Straßen im Zagoria-Gebiet gen Norden. Das braucht Zeit. Leider können wir nicht die ganze Tour auf den kleinen Strassen bestreiten, weil das Zagoria-Gebiet durch die Vikos-Schlucht und den Vikos-Aoos-Nationalpark in einen Süd- und einen Nordteil gespalten wird.

Die kleine Nebenstraße mündet bei Kalpaki in die E90, wo wir weiter auf einer gut ausgebauten Straße und relativ zügig nach Konitsa düsen, nur einmal kurz gebremst durch einen Lastwagen, der sich mit letzter Kraft und maximal 30 km/h den Berg hinaufkämpft. Aber irgendwann kommt auch mal eine Gerade ...

Die Stadt liegt am Fuße des 2022m hohen Trapezitis-Gipfels. Wir haben null Ahnung, wo sich hier eine Moschee befinden soll. Die Stadt ist relativ weitläufig. Über eine große, moderne Stahlbrücke fahren wir in die Stadt hinein und der Nase nach einfach wieder Richtung Süden. Unser Blick bleibt wieder an einer alten einbogigen Brücke hängen. Wir auch. Beide Brücken, die alte und die neue, führen über den Fluss Aoos. Nach ihm ist die Schlucht benannt, die der Fluss in Jahrtausenden in den Fels gegraben hat. Und die beiden Schluchten, Vikos und Aoos, bilden das Herzstück des gleichnamigen Nationalparks.

Lediglich ein vierzig Zentimeter hohes Mäuerchen hindert den Spaziergänger am Runterfallen. Oder besser: könnte ihn eventuell – vielleicht - hindern. Unter der Brücke hängt ein kleines Glöckchen. Es soll bei starkem Wind vor der Überquerung warnen. Wie weise.

Brücke bei Konitsa mit Glöckchen drunter

Auf der gegenüberliegenden Seite könnten wir der Wanderweg-Beschilderung folgen und in anderthalb Stunden Fußmarsch durch die Schlucht zum Kloster Monasteraki to Stómio wandern. Da wir derzeit aber eher auf motorisiertes Wandern aus sind, winken wir bedauernd ab. Ach ja, und die Moschee? Haben wir als Ruine mit Minarett schließlich doch noch entdeckt.

Auch die alten Bogenbrücken, die wir besichtigen, haben diese Stolpersteine. Wir suchen nach einer Erklärung: Die Gassen und die Bogenbrücken sind abschüssig. Unsere Lösung: die Stolpersteine sind als "Bremssteine" konzipiert. Da die Wagenbremse vielleicht noch nicht erfunden oder vielleicht auch noch nicht bis hierher vorgedrungen war, dienten die Steine dazu, die harten Holzräder vor'm Rutschen zu bewahren. So eine Art Hühnerleiter für Eselskarren...

Dem Tourverlauf folgen:
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