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Rovinj (auf der Halbinsel Istrien)

Rovinj

Unser nächstes Ziel ist die "andere Seite" der Kvarner Bucht oder – geografisch korrekter – auf der Halbinsel Istrien das Städtchen Rovinj. Aber noch befinden wir uns auf der Insel Krk.

Die Kroaten nehmen gern Euro, lieber als ihre eigene Währung Kroatische Kuna. Uns werden die Preise in Unterkünften auf Nachfrage in Euro genannt. Und wenn wir dann in Kuna zahlen wollen, ist man erst mal erstaunt. Es mag bequem sein, aber diese Zahlungsweise mögen wir nicht. In einem fremden Land mit fremder Währung zahlen wir jedoch gerne in der landeseigenen Währung. Und letztendlich: Mit Sicherheit wird beim Kalkulieren und großzügig Aufrunden in Euro ein Kurs zu unseren Ungunsten berechnet.

Die Vermieterin in Krk hat uns eine Rechnung in Euro übergeben. Als wir in Kuna zahlen wollen, scheint sie sehr irritiert und muss die Rechnung in Landeswährung umrechnen. Als wir dann bezahlt haben und am späten Abend noch mal nachrechnen, fällt auf, dass sie einfach nur die ursprüngliche Rechnung wieder neu umgerechnet hat und dass sie sich nach Ihrer ausliegenden Preisliste durch das mehrmalige Umrechnen bevorteilt hat. Jochen hat schon wieder mindestens zwei Liter rausgeschwitzt beim Aufpacken. Mir ist auch viel zu heiß. Ein Wunder! Ich bin fast geneigt, nun doch mal zuzustimmen, in nördliche Länder auf Tour zu gehen. Temperaturen von mehr als 30°C sind halt doch nicht das Wahre zum Motorradfahren.

Die Rückfahrt führt wieder über die Brücke von der Insel Krk auf's Festland. Wir halten dreißig Kuna parat, da uns nicht bekannt ist, ob für die Rückfahrt auch ein Obulus verlangt wird. Aber nein, retour gibt es freie Fahrt. Die Raffinerien und Schiffswerften von Rijeka, die Schlote, die Tanks und einen Smog, der von ihnen weg gen Osten zieht, sind schon von Krk aus zu sehen. Die Rauchschwaden bleiben an den östlichen Hügeln der fjordähnlichen, breiten Bucht von Bakar hängen. Die Häuser liegen unter einer Dunstglocke, wie man sie auch von Neapel kennt. Es ist zwar reichlich warm, aber selbst Rijeka stresst nicht zu sehr. Unsere Gebete für vorwiegend grüne Ampelphasen werden erhört. Wir fahren mitten durch die Stadt, noch einmal vorbei am Hafen, wo die eigentliche Tour mit dem Einchecken auf der Fähre nach Dubrovnik begann.

Rovinj

Die nachfolgenden Küstenorte an der Kvarner Bucht sieht man die mondäne Vergangenheit an. Das Meer in Opatija säumen prächtige Villen aus dem neunzehnten Jahrhundert, luxuriöse Hotels zieht den Geldadel an und im Hafenbecken schaukeln teure Jachten im warmen Wind. Die Stadt ist schön und teuer.

Das bis über 1400 Meter hohe Uckagebirge schützt die Stadt vor allzu starken Winden und das mediterrane Klima kann sich entfalten. Wir nehmen zunächst die Küstenstraße, biegen aber schließlich ins Landesinnere ab, um auf die andere Seite dieses "Zipfels" zu gelangen. Rovinj ist unser Ziel. Gesprochen Rovin, nicht Rovini, das „j“ am Ende wird nicht gesprochen, sondern nur ganz leicht angedeutet.

Rovinj

In schweißtreibender Nachmittagshitze geht es durch die Stadt zur Quartiersuche. Es wird nicht leicht. Vor allem, weil wir eigentlich fast unvereinbare Ansprüche stellen. Wir wollen schnell am Wasser sein. Im Zimmer wäre eine Klimaanlage nicht schlecht. Die Big Turtle sollte vielleicht sollte nicht direkt an einer Straße geparkt und die Stadt zu Fuß erreichbar sein. Diese eierlegende Wollmilchsau ist in Rovinj nicht zu haben. Nach einer Stunde Herumirren in und um Rovinj entdecken wir etwas außerhalb eine kombinierte Apartmentanlage mit Campingplatz, wo wir ein schnuckliges Apartment bekommen, das Meer ist nicht weit und nach Rovinj, das wir drüben über der Meeresbucht sehen, fährt mehrmals täglich ein Bus und ein Taxiboot. Perfekt.

Wir probieren abends das Taxiboot aus, das nur wenig mehr als der Bus kostet und halb sieben hin sowie um zehn Uhr abends wieder zurück fährt. Vor allem bei der Rückfahrt ist Stimmung auf dem Taxiboot, das mehr Passagiere fasst, als man es von einem Taxiboot erwartet. Paaaaarty!

Die malerische Altstadt erhebt sich auf einem Hügel, der in venezianischer Zeit von der Insel zur Halbinsel aufgeschüttet wurde. Die dichte Bebauung mit hohen, schmalen Häusern, engen Gassen und kleinen Plätzen ergibt eine atmosphärische Altstadt. Eine Besonderheit Rovinjs sind die zahlreichen charakteristischen Schornsteine. 1963 wurde die Stadt zum Kulturdenkmal erklärt.

Wahrzeichen der Stadt ist die auf dem höchsten Punkt des Hügels erbaute Kirche und der Kirchturm Sveta Eufemija (Hl. Euphemia) aus dem achtzehnten Jahrhundert, dessen Vorbild der Campanile in Venedig ist. Rovinj (ital. Rovigno) wurde im siebten Jahrhundert gegründet, 129 v. Chr. von den Römern erobert, später erst von den Byzantinern und dann von den Fanken beherrscht. Ab 1283 kamen die Venezianer an die Macht. Mit den Österreichern, Anfang des neunzehnten Jahrhunderts, kam auch der Wohlstand in die Stadt.

Rovinj bei Nacht

Bis das Taxiboot wieder abfährt, bleibt noch eine Viertelstunde. Wir machen noch einen Schlenker durch eine Altstadtgasse und eine Viertelmelone aus dem Obststand muss noch mit. Gerade als ich bezahle, meint Jochen mit Blick auf den Anleger: "Soeben fährt unser Boot ab!" Kann nicht sein! Es ist erst dreiviertel zehn. Aber stimmt, es dreht gerade ab. Hmmm. Aber wahrscheinlich war es schon voll und fährt deshalb halt zweimal hintereinander ... hoffen wir ... ´Fünfundzwanzig Minuten später. Es ist wieder da! Wir müssen nicht schwimmen.

Dem Tourverlauf folgen:
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