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Dingli Cliffs | 200 Meter über dem Meer

Dingli Cliffs Nachdem wir schon auf den saumäßigen Neben­strecken zum Tempel Hagar Qim gehoppelt sind (wir haben zwar ein Motorrad, aber kein Cross-Motorrad!), hoppeln wir weiter, um uns die Dingli-Cliffs anzuschauen.

Vorher müssen wir aber noch tanken, die nette Anzeigelampe unseres Spritfasses gemahnt uns, bald etwas oktanhaltiges einzufüllen. Nun gut, um die Mittagszeit haben die Tankstellen zwar Siesta, aber viele stellen ihren Betrieb einfach auf SELF SERVICE um. Das leichte Grummeln im Magen beim SELF SERVICE kennen wir ja schon: Wird der Automat den Schein nehmen? Und wird er danach Benzin ausspucken?

Wir stecken einen passenden Schein in den dazugehörigen Schlitz, der Automat zeigt an, daß er Geld bekommen hat, wir halten den Stutzen in die Tanköffnung und drücken ... und drücken ... Da kommt nichts! Wir studieren und probieren ... Eine andere Kundin hilft uns schließlich aus der Patsche - man muß den Einhänghebel der Zapfpistole noch einmal gescheit nach oben drücken.

Wir stehen endlich an den Felsen. Die Südwestküste Maltas fällt oft in steilen Klippen ab. Den imposantesten Abschnitt bilden die Dingli Cliffs, wo die Küste ca. 200m senkrecht ins Meer stürzt.

Dingli Cliffs Dingli Cliffs Wir parken unweit der kleinen Madalena-Kapelle und laufen bis zur Küstenlinie vor. Ups, da überkommt einen schon ein leichtes Schaudern, wenn direkt vor dir nach ein paar Felsbrocken ein Nichts entsteht und dahinter siehst du nichts als das blaue Meer. Die Klippen sind ein imposanter Anblick.

An der kleinen Kapelle sitzen auf einem Bänkchen vier deutsche Urlauber. Wir unterhalten uns mit ihnen und erfahren einige interessante Details, was das Wohnen auf Malta betrifft. Verwandschaft von ihnen hat ein Häuschen auf Malta und sind im Winter nicht ganz glücklich mit der Wohnsituation. Die Winter auf Malta sind zwar sehr mild, Schnee gibt es nur ganz selten, Temperaturen um den Gefrierpunkt sind die Ausnahme. Dafür gibt es von Dezember bis Februar viel Regen und starke Winde.

Weil der Winter aber nur mit 3 Monaten im Jahr so kurz währt, investiert man nicht viel in ein Heizsystem. Die Malteser heizen dann meist mit (gewöhnungsbedürftigen) Propan-Gas-Geräten, aber die dicken Mauern und die Luftfeuchtigkeit lassen es trotzdem nicht ganz heimelig werden.

Vogeljagd für die männer - Bingo für die frauen

Für die Männer ist die Jagd Sport und Zeitvertreib.

Auf jeden Quadratkilometer kommen 62 Jäger! Schätzungen zu Folge lassen ca. eine Million Zugvögel beim Zwischenstop auf Malta ihr Leben, wenn die Jäger so ziemlich auf alles schießen, was sich am Himmel bewegt. Jagdsaison ist der Herbst bis zum Januar. Aber auch, wenn die Zugvögel Rast auf der Insel machen, wird geschossen, was die Büchsen hergeben. Wenn man durch die Landschaft wandert, knallt es eigentlich immer irgendwo. Theoretisch ist die Frühjahrsjagd verboten, aber praktisch juckt das niemanden. Jäger und Sammler, okay, jeder soll ein Hobby haben, die Tradition soll gepflegt werden, aber daß Tausende Singvögel dabei ihr Leben lassen müssen, ist nicht zeitgemäß! Die Vogelschutzvereine sind ständig vor Ort und die EU wird wohl auch etwas tun müssen.

Was den Männer die Jagd, ist den Frauen das Bingo-Spielen. Als wir uns im Bereich des Buskett Gardens aufhielten, es war um die Mittagszeit herum, schallten von weither aus dem Buskett Garden die Moderationsversuche einer lautstarken Bingo-Veranstaltung ...

Dingli Cliffs Dingli Cliffs Wir stiefeln etwas durch die felsige Landschaft. Aus dem Meer ragt in einiger Entfernung ein unbewohntes Inselchen. Überall legen sich qua­drat­meter­große Polster der leuchtend pink blühenden Mittagsblume (Delosperma cooperi) über die Felsen - ein herrlicher Anblick, der seinesgleichen sucht.

Von Ost nach West steigt die Insel sanft an bis zu einer Höhe von 257m (Bingemma Heights bei Nadur; auch das Gebiet um Dingli und Rabat/Mdina liegt vergleichbar hoch). Ausgeprägte Berge existieren nicht. Es gibt auch keine Flüsse oder gar Seen, dafür viele Bachbetten (maltes.: ´wied´), die nur während der Regenzeit, also von Dezember bis Februar Wasser führen. Aufgrund des praktisch nicht vorhandenen Baumbewuchses sind die Böden stark erosionsgefährdet. Dies ist mit ein Grund für die teils mannshohen Steinwälle, welche die Inseln kreuz und quer überziehen.

Namensgebend für die Dingli Cliffs ist der Ort Dingli - der etwa 3.000 Einwohner zählende Ort liegt auf einer Höhe von 240 m über dem Meeresspiegel und ist damit der höchstgelegene in Malta. Unweit von den Cliffs findet man die Karrenspuren Cart Ruts ("Clapham Junction") und den nahegelegenen, einzigen "Wald" Maltas, Buskett Garden oder auch Buskett Forest.

Buskett Garden wurde von den Rittern als Jagdrevier errichtet. Es umgibt den Verdala Palast, der 1586 von Großmeister Hughes Loubenx de Verdalle errichtet auf einer der höchsten Hügel der Insel errichtet wurde.

Dingli Cliffs

Diese grüne Oase ist eine Besonderheit im ansonstenfast baumlosen Malta. Zahlreiche Vögel nutzen die Bäume zum Nisten. Sonst führen sie auf der Insel ja leider ein sehr trauriges Dasein, da sie der absonderlichen Jagdleidenschaft der Malteser ausgesetzt sind.

Es hat eine Weile gedauert, bis wir die eigenartigen Steinansammlungen, Stahlstäbe mit darauf angebrachten Querhölzern und immer nahen, dreiseitigen Verschanzungen richtig gedeutet haben. Die Malteser schaffen in der an erhöhten Sitzgelegenheiten raren Felslandschaft verlockende Sitzgelegenheiten für Singvögel, und unweit davon lauern sie in einem dreiseitigen, brusthohen Steingebilde, von wo aus sie die bedauernswerten kleinen Geschöpfe abschießen können.

Wir wollen noch etwas weiter, in dieser Region gibt es ja noch einiges anzuschauen: unsere Ziele sind die Cart Ruts und die ehemals bewohnte Höhle Ghar il-Kbir (gesprochen Dschar-Ilkbier).

Dem Tourverlauf folgen:
weiter mit Clapham Junction

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