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Dades-Schlucht & Mgoun-Tal | Rosental

Am Anfang der Dades-Schlucht
Kasbah in der Dades-Schlucht

Am Morgen begrüßt uns der Hotelchef in Tinerhir mit einer der drei Standardfragen eines Marokkaners, der auf Deutsche trifft: „Alles gut?“ Die anderen zwei Sätze lauten: „Alles im grünen Bereich?“ und „Alles klar?“

Wir brechen bei perfektem Motorradwetter auf, um die Dadessschlucht, das Rosental und die Straße der Kasbahs zu sehen und weiter nach Quarzazate zu fahren.

53 km sind es auf der N10 von Tinerhir bis Boumalne Dades (Bumaln Dades gesprochen), diese Strecke ist schnell heruntergespult.

Der Qued Dades windet sich durch kahle, rötliche Felswände und speist mit seinem Wasser zahlreiche Oasengärten mit Palmen, Oliven-, Feigen- und Obstbäumen.

Verfallene Kasbahs bieten uns hervorragende Fotomotive. Vor interessant aufgefalteten und erodierten Felsformationen, die auch oft als Monkey Fingers bezeichnet werden, halten wir an einem einfachen Café.

Monkey Fingers | die finger des affen

Einer Legende nach sind die Felsnadeln eine versteinerte Hochzeitsgesellschaft, denen ihr Gott zürnte und sie zu Stein werden ließ. Die wissenschaftliche Bezeichnung für diese Erosion ehemaliger Flussgesteine nennt sich - auch malerisch - Wollsackverwitterung.

Zweimal zweigt von der Straße im Dadestal eine Piste nach Westen ab, die auf nur für Enduroenthusiasten geeigneten Untergrund ins benachbarte Rosental (Mgoun-Tal, siehe weiter unten) führt. Der erste Abzweig befindet sich 6,5km, nachdem man in Kelaa M'gouna die N10 verlassen hat. Diese erste Piste endet in Bou Tharar. Die zweite Piste zweigt kurz vor Ait Ben Ali ab (ca. 8,6km nach N10) und sieht noch wesentlich interessanter aus, zumindest in Google Earth, gefahren sind wir keine dieser Pisten. Aber beide sind in Google Earth zu sehen.

Teezeremonie bei einer Berberin in der Dades-Schlucht.

Ohne eine Bestellung dafür abgegeben zu haben, bekommen wir von der Berberin außer den bestellten Kaffee auch frischen Minztee und selbstgebackenes, noch warmes Fladenbrot serviert. Eigentlich haben wir ja erst gefrühstückt, aber diesem leckeren Brot kann keiner von uns widerstehen.

Mittlerweile bin ich dazu übergegangen, einen Café noir zu bestellen. Denn ich möchte Kaffee mit ein bißchen Milch trinken und keine Milch mit Kaffee – das wird serviert, wenn man Café au lait bestellt. Ein Gebräu aus mindestens den gleichen Teilen Milch und Kaffee, das eher den Namen Lait au café verdient.

Danke für die Blumen!

Als wir uns wieder auf den Weg machen wollen und schon auf dem Motorrad sitzen, pflückt die Berberin zwei rosafarbene Wildrosen und überreicht Judith und mir je eine Blüte. Diese Rose verströmt einen auffallend starken Duft – selbst noch, als sie in der Jackentasche ziemlich welk ist.

Die meistfotografiertesten Serpentinen Marokkos: Dades-Schlucht.

Boumalne Dades befindet sich auf knapp 1600 m Seehöhe und während der reichlich 50 km langen Fahrt durch das Dades-Tal bis Msemrir überwinden wir 300 Höhenmeter, wo uns die allbekannten Serpentinen erwarten. Laut unserer Empfindung ist dies das am meisten bemühte Fotomotiv Marokkos.

Oberhalb der kantigen Haarnadelkurven befindet sich strategisch günstig ein Restaurant, von dem aus sich ein gigantischer Blick hinunter in die Schlucht und auf die Serpentinen bietet.

Wenig später befinden wir uns auf der Straße der Kasbahs. Außer den berühmten Lehmbauten sehen wir überall Läden, die Rosenöl und Rosenwasser verkaufen. Wir zweigen in Kelaa M'Gouna ins Rosental (Mgouna-Tal) ab, wo die Rosen dafür angebaut werden sollen. "Sollen" deswegen, weil wir keinen einzigen Rosenstock sehen.

Das wunderschöne Rosental (Mgoun)

Eine wunderschöne, frisch geteerte Strecke erwartet uns. Die Kasbah Itran thront wie ein Adlernest auf einem steilen Felsen. In einer Auberge einige Kilometer weiter genehmigen wir uns einen Kaffee.

Leider kann man uns nichts Essbares anbieten außer ein paar frischen Mandeln, die wir gerne annehmen und genüsslich verzehren. Allerdings sehen und vor allem riechen wir in dieser Auberge die Rosen. Im Gastraum werden zwei Quadratmeter des Bodens dafür benutzt, Rosenblüten zu trocknen. Welch betörender Duft!

Nicht unbedingt jedermanns Parfüm-Geschmack, das mit diesem Rosenduft sehr süßlich und schwer ist, jedoch ist es bemerkenswert, welchen starken Duft eine einzelne Rosenblüte, die aussieht wie eine stinknormale Wildrosen- oder Hagebuttenblüte, verströmen kann!

In Quarzazate versuchen wir mit aus dem Internet gefischten GPS-Koordinaten ein bestimmtes Riad zu finden, aber offensichtlich sind die Koordinaten fehlerhaft. Ein Junge auf einem Roller bietet uns an, uns hinzuführen, aber leider fällt ihm wohl beim Vorausfahren ein, dass er das Riad doch nicht kennt – und löst sich in Luft auf. Wir steuern ein Hotel aus unserem Reiseführer an - das gottseidank ausgebucht ist, denn der genannte Zimmerpreis ist nicht nach unserem Geschmack.

Dafür holt uns jemand vom Einstern-Hotel Marmar ab. Wir sind erst etwas skeptisch, aber dann sehr positiv überrascht. Dieses kostet nur einen Bruchteil des anderen und ist eine echt schnucklige Alternative am unscheinbaren Stadtrand. Die Moppeds werden zwar gut sichtbar, aber abgeschlossen unter den Vorbau abgestellt, denn eine offizielle Parkmöglichkeit gibt es nicht.

Man muss etwas laufen und eine gute Orientierung haben, um die Innenstadt zu erreichen, aber wem das nichts ausmacht, der ist hier gut aufgehoben. Den Hohen Atlas hinter den roten Häusern immer im Blick, beschließen wir, zwei Nächte zu bleiben. Am nächsten Tag planen wir nur eine Ohne-Gepäck-Runde nach Ait Ben Haddou, der Kasbah Tamdakht vom letzten Pascha von Marrakesch und in das etwas schwieriger zu fahrende Tal des Qued Asif Ounila. Da werden wir dann auch den Pass Tizi-n-Tichka streifen.

Dem Tourverlauf folgen:
weiter mit Ait BenHaddou, Ali Baba und der Schlangenmann

Straße der Kasbahs
Straße der Kasbahs
Das wunderschöne Rosental (Mgoun)
Straße der Kasbahs
Im Umland von Quarzazate
Im Umland von Quarzazate
Im Umland von Quarzazate
Im Umland von Quarzazate

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