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Marokko

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Landesspezifische Infos

Tizi-n-test im April Fläche: 446.500 qkm

Einwohner: 32 Mio.

Bevölkerungsdichte: 72 Einwohner / qkm

Hauptstadt: Rabat / 2,5 Millionen Einwohner


Die Landschaft wird vor allem von den Atlasgebirgen geprägt. Marokko gehört mit Tunesien und Algerien zu den Atlasländern. An der Mittelmeerküste im Norden erstreckt sich das Rifgebirge und außer in den Flussmündungen bildet es eine Steilküste. Die Berge des regenreichen Rifgebirges erheben sich in der Regel auf 1500 bis 1800 m und zwischen Chefchaouen und Ketama auf 2500 m.

Der Mittlere Atlas erstreckt sich südlich vom Rifgebirge, Fes und Meknes. Die im Osten bis zu 3300 m aufsteigenden Berggipfel fallen zum Moulouya-Tal auf 800 m ab. Die Niederschläge sind reichlicher als die im Rifgebirge (bis über 1000 mm pro Jahr, im Vergleich im Rifgebirge maximal 800 mm). Zur Zeit der Schneeschmelze im März und April kann es zu plötzlichen Überschwemmungen kommen, auch bleibt der Schnee im Winter 4 bis 5 Monate liegen und selbst im Frühjahr (März | April) sind die Straßenbedingungen noch unberechenbar (wie wir erleben mussten).

Das Königshaus Marokkos darf in keinem Haushalt fehlen. Der Hohe Atlas erstreckt sich noch gewaltiger als der Mittlere Atlas in leichtem Bogen über 800 km von Südosten bis Nordosten. Die höchsten Gipfel sind 4100 m hoch. Die Nordhänge sind vegetationsreich, der Süden jedoch karg und schroff.

Noch südlicher erstreckt sich der Anti-Atlas, der durch das Dades-Tal vom Hohen Atlas getrennt ist. Der Niederschlagswert ist sehr niedrig: nur 200 mm pro Jahr. Die Berge sind relativ sanft, sie reichen nur bis maximal 2100 m. Typisch für diese Region ist der Arganienbaum, der nur in Marokko vorkommt und dessen Früchte zu Öl und Kosmetikprodukten verarbeitet werden.

Konstitutionelle Monarchie. Das Königshaus wird sehr verehrt, der König Mohammed VI. setzt fortschrittliche Zeichen.

Arabisch

Staatsreligion ist der Islam. 98,7 % der Bevölkerung sind Muslime, 1,1 % Christen und 0,2 % Juden.

Preisliste in Arabisch Amtsprache ist Arabisch. Aber es werden zudem noch zahlreiche Berbersprachen gesprochen, die mit Arabisch nichts gemein haben. Französisch wird im gesamten Land als Handels- und Bildungssprache genutzt. In einigen nördlichen Regionen (zum Beispiel in Chefchouen) und der Westsahara wird noch viel Spanisch gesprochen.

Auch ohne Französischkenntnisse kann man das Land bereisen, allerdings ist es mit Französischkenntnissen - oder noch besser Arabisch-Kenntnissen - wesentlich einfacher. In den Touristengegenden und wenn man die grandiosen Landschaften sehen will, muß man nun mal in diese – sprechen viele Marokkaner, die mit den Touristen Geld verdienen wollen, zumindest etwas Englisch und oft auch einige Brocken Deutsch. Meist Floskeln wie "Alles gut?", "Alles im grünen Bereich?" oder "Alles in Ordnung?"

Bei den Zollformalitäten auf dem Schiff wäre es von Vorteil gewesen, die französischen Zahlen im dreistelligen Bereich zu beherrschen, denn man rief diese Nummern in Französisch aus, nach denen man sich bei dem Zollbeamten anstellen musste. Und wer nicht rechtzeitig kam, musste sich eine neue Nummer zuteilen lassen.

marokkanische Familie Rund 20 % der Marokkaner stammen von Arabern ab, der Rest von Berbern, die früher als Nomaden oder Halbnomaden lebten, heute jedoch als Bauern sesshaft sind. Nordmarokko mit Fes ist mehrheitlich arabisch, Südmarokko mit Marrakesch eher berberisch geprägt.

Die Bevölkerungsverteilung ist sehr ungleich: auf einem Zehntel der Landesfläche im Norden lebt zwei Drittel der Einwohner. Ballungsgebiete sind die nördlichen und nordwestlichen Küstengebiet und das Sebou-Tiefland. 50 % der Einwohner sind Analphabeten (mehr Frauen als Männer.)

Nepper, Schlepper, Moskitos

Kinder betteln Thomas, einer unserer Mitreisenden, nannte sie Moskitos: die anhänglichen Führer, mofafahrenden Schlepper und selbsternannten Allwissenden, die jeden Reisenden wie ein Insekt umschwärmen und ihm die allerbesten Hotels und die besten Restaurants zeigen wollen.

Die Moskitos in den Städten, die einen hartnäckig mit den Mofas verfolgen, sind leicht abzuschütteln: entweder ignorieren oder kurz am Gashahn ziehen. Hintergrund der nervigen Anmache: Jeder Moskito bekommt Provision, wenn er einen zahlungs- und kaufwilligen Menschen vermittelt.

Selbst offizielle Stadtführer wie Farida in Fes schleppen ihre Gäste permanent in irgendwelche Häuser, in denen es was zu kaufen oder was zu essen gibt. Bei unserer sechsstündigen Stadtführung in Fes waren wir zum Beispiel in einem Teppichladen, in einem Arganöl-Laden, einem Restaurant, einem Bäcker, einem Möbel- und Antiqitätenhändler und einem Lederwarenhändler (wobei das unvermeidlich ist, weil nur so kommt man auf die Terrassen über der Gerberei). Manchmal ist das schon etwas lästig. Und gerade als Motorradfahrer hat man ja wenig Platz für Einkäufe. Es hieß zwar immer: Ihr müsst nichts kaufen. Aber irgendwie meinte ich bei Farida doch leichte Verstimmung zu spüren, daß sie nirgends wirkliche Kaufräusche auslösen konnte und somit vermutlich auch keine Provision verdiente.

Wir waren während unserer Tour öfters richtig angepisst, daß uns ständig was verkauft werden sollte. Selbst wenn wir in der Pampa anhielten, um Fotos zu machen, kam irgendwer daher, und wollte uns was verkaufen. Einmal bei Mulay Idriss war es ein Typ mit bunten, gehäkelten Mützen, der im Mai mutterseelenallein an einer Straße herumlungerte. Andermal ein Typ, der gerne Geld für ein Foto von seinen Ziegen gehabt hätte, die in den Arganbaum geklettert waren. (Vielleicht waren sie dort oben sogar angebunden??)

Apropos Fotografieren. Ein zweischneidiges Schwert. In der Regel möchten Muslime nicht fotografiert werden. Man sollte sie fragen, ob man darf. Wir hätten z.B. gern einen Schneider, der Djellabas näht, fotografiert, fanden aber auch nach mehreren freundlichen Anfragen keinen, der es uns erlaubte.

Strohhut im Rifgebirge (extra für Touristen ;-)) In Chefchaouen wollten wir eine Marktfrau gern mit dem vermeintlichen Strohhut der Rifbäuerinnen, den sie verkaufte, fotografieren. Sie hätte es zugelassen – nur mit Kopftuch, aber ohne Hut. Nach unserer Deutung sind diese kitschbunten Strohhüte mit Bommeln die touristischen Versionen der traditionellen Strohhüte (aber mit braunen Trotteln) und es wäre zu peinlich gewesen, wenn wir sie mit diesem doofen Bommelding fotografiert hätten.

Auf dem Djamaa El Fna sind Fotos selten ohne Obulus zu schießen! Zumindestens nicht von einem Gaukler, Musikant, Wasserträger oder Schlangenbeschwörer, der mit seinen Darbietungen und vor allem den Fotos seinen Lebensunterhalt verdient. Grenzwertig sind bezahlte Fotos von den Tierdressuren (Affen, Schlangen), die eine Tierquälerei darstellen und verboten gehörten.

kann ich deine Handschuh haben? Der Rest darf gern "Eintritt" für den Zirkus verlangen. Wer nicht zahlen will, muss ja nicht hingehen.

Der Tourist wird von der überwiegend armen Bevölkerung als sehr reich angesehen, so daß es nur legitim wäre, wenn er einen winzigen Teil davon abgibt. Was ja auch in Ordnung ist, solange man nicht versucht, den Touristen über's Ohr zu hauen. Und das versucht man leider immer wieder mal.

Es gibt zahlreiche Tricks von Händlern, potentielle Käufer in ihre Geschäfte zu dirigieren:

Kinder Auch Kinder haben schon längst gelernt, daß sie in Touristengegenden selbst zu ihrem Lebensunterhalt beitragen können, wenn sie betteln. In gut besuchten Regionen sind sie dazu hübsch herausgeputzt. "Madam, Bonbon?" ist ein oft gehörter Satz.

Geben ist gut, nur sollte man mit den kleinen Gaben trotzdem sparsam umgehen und nicht mit vollen Händen hinausschmeißen. Sonst verstärkt sich der Eindruck des Touristen, der eine leicht zu melkenden Geldkuh ist. Und man fördert damit noch mehr Bettelei. Wir hätten eher alte Kleidungsstücke dabei haben sollen, es hätte genug Erwachsene oder Kinder gegeben, die freudig so ein Kleidungsstück angenommen hätten. Wieso Kinder so verrückt auf Kugelschreiber sind, ist uns ein Rätsel. Wobei dieses Phänomen scheinbar schon nachlässt: wir wurden definitiv öfters nach Bonbons gefragt.

In ärmeren Regionen soll es regelrechte Straßensperren durch steinewerfende Kinder gegeben haben. Steinewerfer haben wir kein einziges Mal erlebt, zweimal hatten wir zwar den Verdacht, daß eins der Kinder sich anschickte, aber sein Vorhaben dann doch nicht in die Tat umsetzte. Der König tut seit den 1990er Jahren einiges dafür, daß derartige Unsitten aufhören. Unter anderem startete er umfangreiche Kampagne in den Medien, die die Bevölkerung dazu aufrief, die Urlauber als großen Wirtschaftsfaktor für Marokko freundlich und zuvorkommend zu behandeln.

Handeln ist beim Kauf obligatorisch.

"No Go" in Marokko | ein Überblick
  • Luftige Kleidung, die nicht die Schultern und Oberschenkel bedecken. Kurze Hosen/Shorts sind bei den Moslems Unterhosen - und wer will in Unterhosen herumlaufen?
  • Politische Diskussionen mit Einheimischen
  • als Ungläubiger eine Moschee betreten (Ausnahme: Moschee Hassan II. in Marokko)
  • als Frau einem unbekannten Einheimischen direkt in die Augen blicken (Tipp: Sonnenbrille!)
  • sich auf die Kifhändler einlassen
  • die linke Hand zum Gruß geben, damit essen oder mit der linken Hand etwas übergeben (wird auf der Toilette zum Säubern benutzt)
  • als Mann eine Frau ansprechen, um nach dem Weg zu fragen oder ähnliches
  • dem Händler den erstgenannten Preis bezahlen. Wer nicht handelt, wird belächelt.
  • Porträtfotos von Moslems, ohne vorher um Erlaubnis zu fragen
Finger weg vom Kif

Hanfanbau Auf der Fahrt von Chefchaouen nach Ketama und weiter nach Fes wird man immer wieder von Haschisch-Händlern mit eindeutigen Gesten gelockt. Es werden Zigaretten-Packungen in die Höhe gehalten oder das international einheitliche Zeichen für "Rauchen" angedeutet. Man sollte diese Typen einfach ignorieren. Pausen haben wir nur außerhalb von menschlichen Siedlungen gemacht, wo uns die Dealer nicht auf den Pelz rücken konnten.

Der Anbau auf den terrassierten Feldern erfolgt direkt neben der Straße. Eigentlich könnte man den Hanf fast vom Motorrad aus pflücken. Aber sicher liegt in der Nähe einer der Bergbauern auf der Lauer - da könnte ja jeder kommen!

Im Internet las man in der Vergangenheit einiges über Verfolgungsjagden, untergejubelte Rauschgiftpäckchen und andere Gruselstorys. Die Politik des Königs muss da einiges bewirkt haben, weswegen wir heutzutage jederzeit wieder durch's Rifgebirge fahren würden. Und die Übernachtung in Chefchaouen ist überhaupt kein Problem.

Rif - das Paradies des Kif. In Marokko bezeichnet der Begriff "Kif" Cannabis. Etwa 800.000 Menschen leben im nordmarokkanischen Rifgebirge vom Cannabis-Anbau, obwohl er offiziell nicht erlaubt ist. Der Besitz von Rauschgift und der Handel steht unter strengster Strafe.

Der Besitz von Rauschgift wird in Marokko mit Haftstrafen von bis zu 10 Jahren sowie hohen Geld- und Zollstrafen geahndet. Bereits der Besitz kleinster Mengen ist strafbar – ein Aufenthalt in einem marokkanischen Gefängnis ist gewiss kein Zuckerschlecken.

Auch neuartige Drogen sind im Angebot. In Chefchaouen wurde uns von einem jungen Mann eine rote Tablette angeboten. Vermutliche "das Krokodil". Wer eine Suchmaschine mit der Suche nach dieser neumodische Droge, die ursprünglich aus Russland kommt, beauftragt, wird das Abbild eines absoluten Teufelszeug zu sehen bekommen. Da ist ja Chrystal harmlos dagegen.

To-Do bei Sandsturm

Moped mit dem Heck zur Windrichtung (wenn möglich), Socke über den Auspuff, Benzinhahn zu, Tankentlüftung (!!) zu. Das ist wichtig, falls das Motorrad umfallen sollte. Lässt man das Motorrad längere Zeit allein, kann man über den Seitenständer einen Stiefel ziehen oder ein großes Brett darunter legen, da ggf. Sand ausgeweht wird und den Ständer absacken lässt. Eventuell kann man das Motorrad auch direkt hinlegen, dann ist es auch als Windschutz zu gebrauchen.

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