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Die Windmühle in Ręboszewo

Die Windmühle in Ręboszewo befindet sich auf dem Gipfel des Sobótka-Berges.
Der Fahrer muss den Blick auf der Straße halten, doch die Sozia darf die Landschaft rundherum genießen. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass ich den Blick weit nach oben richte und ganz oben, am Ende des supersteilen Hanges, eine Mühle entdecke. „Oh schau, eine Windmühle!“ „Stimmt, und wenn ich das richtig gesehen habe, ging da auch eine Straße rauf. Wollen wir?“ Na klar, welche Frage. Flugs gewendet, zurückgefahren. „Wiatrak“ steht dick und fett auf einem Schild an der Straße. Wenn man weiß, dass das „Windmühle“ heißt, ist es ganz einfach ...

Die Windmühle in Ręboszewo befindet sich auf dem Gipfel des Sobótka-Berges. Im Erdgeschoss der Mühle bedienen uns zwei Jugendliche und freuen sich, ihr Englisch hervorholen zu können. Der doppelte Espresso ist eher ein Quattro-Espresso, in Bayern würde man sagen: ein Haferl Kaffee. Zu unseren Füßen, weit unten im Tal, liegt ein See, in dessen Wasseroberfläche sich der mit Schönwetterwolken getupfte Himmel spiegelt. Zwei Spuren aus Rasengittersteinen ziehen sich durch die Wiese nach oben. Uiuiui ... wieviel Prozent Steigung die Piste wohl hat? 40%? Mit Gepäck hätten wir sicher den „Elch“ gemacht. Egal, der Anstieg ist kurz, aber heftig und geht oben auf der Geraden in eine Schotterfläche vor einer hölzernen Windmühle über.

Die unaussprechlichen tschechischen Dörfer können in der Aussprache von den polnischen noch getoppt werden.
Bisher waren für uns die sprichwörtlichen böhmischen Dörfer das Ultimo der unaussprechlichen Wörter und Namen. Doch Tschechisch ist ein Klacks dagegen! Polnisch toppt das Ganze. Auf einem Schild lesen wir „Punkt widokowy“, das ist ja gar nicht so schwer und heißt Aussichtspunkt. Aber wie bitte spricht man den Ortsnamen Strzepcz? Bis zu einer halben Million Menschen sprechen noch Kaschubisch, eine Sprache, die sich vom Polnischen unterscheidet und auch eigene Buchstaben verwendet, wie zum Beispiel das e mit dem Doppelpunkt. Die Ortseingangs- und Ortsausgangsschilder sind hier zweisprachig, polnisch sowie kaschubisch.

Tor zur Kaschubischen Schweiz

Unsere Urlaubsbekanntschaft am Picknickplatz am Klodno-See
Später sitzen wir an einem Picknickplatz am Klodno-See und verteidigen unsere mitgebrachten Kaubonbons gegen einen ausgehungerten rotweißen Kater, der brettlbreit auf dem Tisch liegt. Ein Boot dümpelt am Ufer und aus dem Schilf erklingen Rufe eines Wasservogels. Sind schon viele Seen hier, sehr viele, aber ob die Anzahl nicht ein wenig geflunkert ist? 1500 scheinen uns schon arg viel für dieses kleine Gebiet. Dies ist eine ruhige Ecke mit hohem Wohlfühlfaktor, die Unterkünfte sind eher Pensionen und Privatzimmer, Pauschaltourismus dürfte ein Fremdwort sein. Der Verkehr, die wenigen Besucher und die wunderschönen Motorradstrecken – hier kann man es locker einige Tage aushalten.

Chorgestühl in der Klosterkirche des Karthäuser-Ordens in Kartusy
Kartusy (Karthaus), unser nächstes Ziel, wird auch das Tor zur Kaschubischen Schweiz genannt. 1380 ließen sich hier am Klasztorne-See Mönche des Kartäuser-Ordens nieder und gründeten die Abtei „Marienparadies“. Die Klosterkirche mit einem Dach wie ein Sargdeckel enthält eine kostbare Innenausstattung aus dem 17. Jahrhundert. Das dunkle Chorgestühl ist mit aufwendigen Schnitzereien versehen und im Seitenschiff werden auf einem Altar Reliquien gezeigt, unter anderem ein Armknochen – es steht nicht dabei, wessen Knochen das war. Hier bietet sich ein Kaffeepäuschen an. Das gesamte Kloster wurde schon Anfang des 19. Jahrhunderts säkularisiert, daher die Umwidmung der Räume. Das Restaurant könnte das ehemalige Refektorium gewesen sein, der Speisesaal der Mönche. Nach einem Blick hinein verwerfen wir die Idee jedoch gleich wieder. In einem fensterlosem Raum, bei diesem herrlichen Wetter – nein danke.

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