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Bevor wir nachfolgend alle unsere besuchten (und empfehlenswerten) Unterkünfte auflisten, möchten wir ein paar Worte zur allgemeinen Unterkunftssituation und zur Zimmersuche verlieren. Die Unterkunftsdichte ist generell gut. Spontan etwas zu finden, ist nie schwer und es ist kaum nötig vorab zu buchen.

Auf bestimmte Wörter muss man bei der Unterkunftssuche achten. Pokoje ist das Wort für „Zimmer” und Pokoje wolne bedeutet "Freie Zimmer". Noclegi heißt "Unterkunft". Auch das Wort Zajazd ist für den Reisenden interessant: es bedeutet Gasthaus und befindet sich oft direkt an größeren Straßen. Trägt eine Unterkunft den Begriff "Villa" im Namen, ist es meist ein Apartmenthaus ohne Restaurant. Über eventuelle Verpflegungsmöglichkeiten muss man sich informieren. Pensjonat bedeutet eine Pension, hier kann man genauso gut und gemütlich nächtigen, nur führt auch die Pension kein Restaurant. Was jedoch absolut kein Nachteil sein muss, denn gekocht wird meistens gut und reichlich für die Gäste. Auch ein Schild mit der Aufschrift „Agroturystyka“ weist auf eine Unterkunftsvariante hin, die man hierzulande unter Ferien auf dem Bauernhof kennt.

Einzig das Appartment in der Altstadt von Breslau buchten wir vor, da wir gerne fussläufig zur Altstadt wohnen wollten, mit sicherem Parkplatz für's Motorrad. So eine Unterkunft spontan zu finden grenzt ja an ein Wunder. Alle anderen Zimmer suchten wir uns ohne Buchung direkt vor Ort. Das war während unserer Reisezeit (Ende Juni/Anfang Juli) überhaupt kein Problem. Nur in der Hauptferiensaison und in besonderen Lagen könnte es gelegentlich eng werden (zum Beispiel an der Ostseeküste).

Meistens war uns die Plattform www.booking.com im Vorfeld der Tour ein nützliches Instrument, nicht um zu buchen, sondern um herauszufinden, wie die Unterkunfts- und die Belegungsdichte in der Reisezeit ausschaut oder um einfach nur Bewertungen zu lesen. Wenn sowieso nicht viel los ist, kann man dann einfach hinfahren, ohne zu buchen. Aber günstiger kommt man unter Umständen mit dem Buchen weg. Dazu später mehr.

Theoretisch stehen auch die Gebirgshütten (Schronisko górskie) zum Übernachten zur Verfügung. Aber dummerweise haben wir keine einzige gefunden, die sich mit dem Motorrad erreichen lässt. Alle sind sie nur zu Fuß auf gekennzeichneten Wanderwegen anzusteuern. Camping (Kemping auf polnisch) ist auf ausgewiesenen Campingplätzen möglich, von den besser ausgestatteten und zertifizierten Campingplätzen gibt es über 200 Stück. Ganz einfache Plätze sind nicht mitgezählt, diese sind mit Pole namiotowe oder Pole biwakowe betitelt – Plätze, die nur über fließendes Wasser und ein Toilettenhäuschen verfügen. Während der Sommerferien werden oft Rasenflächen zu Campingplätzen umgewidmet.

Für alle unten angegebenen Unterkünfte muss man pro Nacht für zwei Personen (in der Nebensaison) mit 35-75 EUR rechnen. Es kommt ganz auf den Standard an. Wer mit einem Hostelbett oder -zimmer ohne eigenes Bad vorlieb nimmt, kann auch richtig günstig übernachten. Die meisten Zimmer werden incl. Frühstück angeboten, das allerdings manchmal separat abgerechnet wird. Einfache Gästezimmer, Ferienwohnungen und auch Hütten auf Campingplätzen gibt es in der Regel ohne Frühstück. WLAN ist Standard und auch der allgemeine Standard ist dem westeuropäischen absolut ebenbürtig.

Polnische Hotelverzeichnisse

Die Plattform www.polenhotel.org listet viele polnische Unterkünfte. Taugt aber wohl eher nur zum Buchen längerwährender Aufenthalte und für die Recherche vorab. Derzeit ist die Plattform noch nicht für mobile Medien optimiert, was die Bedienung am Handy sehr erschwert.

Empfehlenswerte Hoteladressen:
Villa Tarsis, Kolberg, Polen | Außenansicht
Kołobrzeg Villa Tarsis Ul. Promienna 7
78-100 Kołobrzeg
Kolobrzeghotelspage.com

Die abseits am Rande des Küstenwalds gelegene Unterkunft ist ein größeres Haus, das Ferienapartments und Zimmer anbietet. Die Zimmer sind geräumig und auch mit einer Küchenzeile ausgestattet. Sie besitzen ein gut ausgestattetes Bad und einen Balkon. Im Haus befindet sich ein Spa-Bereich, den wir jedoch nicht nutzten. Parken ist im nachts verschlossenen Gelände möglich, Frühstück ist inklusive. Abendessen kann wohl auch dazu gebucht werden, jedoch war unsere Ankunftszeit um 19:30 Uhr dafür zu spät.

Am Abend kann man einen schönen Spaziergang zur etwa tausend Meter entfernten Ostsee unternehmen, Dabei durchquert man einen Naturpark, wo abgestorbene Bäume kreuz und quer übereinanderliegen. In den alten Moorseen kurz vor'm Ostseestrand liegen umgefallene Bäumen im Wasser, auf denen Kormorane und Möwen sitzen und einen Höllenlärm machen.

Kaszubska Strzecha, Goręczyno, Polen | Eingangsbereich
Goręczyno Kaszubska Strzecha Kasztelańska 9
83-311 Goręczyno
Kaszubska Strzecha, Goręczyno, Polen | Am See

Zimmer in einem langgestreckten, reetgedeckten Gebäude zwischen Kieferwald und kleinem See.

Einfache, saubere Zimmer mit verschiedener Ausstattung. Kleine Terrasse vor jedem Zimmer mit Zugang zum See. Dusche und Toilette im Zimmer. Die Anfahrt zu diesem etwas versteckt liegenden Haus erfolgt auf einer Sandpiste (ca. 800 m), die laut Schildern eigentlich für den Verkehr gesperrt war.

Ein gigantisches Frühstück mit einer Riesenauswahl wird am Morgen serviert und am Abend um 17 Uhr ein abwechslungsreiches Abendessen, das keine Wünsche offen lässt. Polnische Hausmannskost at the best!

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Elbląg Pałac w Janowie Janów 1
82-300 Elbląg
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Ein altes Herrenhaus, erbaut um 1900 in dem alten Rittergut Hansdorf. Einfache Zimmer mit eigenem Bad, als „Agroturystyko“ ausgeschrieben. Auf den ersten Blick herrschaftlich, die Zimmer mit sehr hohen Decken sind sauber und bezahlbar. Sitzmöglichkeit auf einer Terrasse sowie im Garten an großen Tischen.

Sehenswert sind die Nebengebäude, jedoch Vorsicht: diese sind baufällig bis einsturzgefährdet! Die „Garage“ fürs Motorrad, ein ehemaliger Marstall aus Backstein, entpuppt sich als sehr marode, die Balken faulen wegen massiven Dachschäden weg und eine Ecke des Gebäudes ist eingebrochen, weil ein großer Baum im Sturm gegen die Hausmauer fiel. Was man in den Nebengebäuden für antike und echt verrückte Schätze findet, ist bemerkenswert. Ein uralter aus Peddingrohr geflochtener Schlitten gehört hier ja noch irgendwie hin, aber der Zahnarztstuhl und der Inkubator?

Das Frühstück kann für 20 Sloty pro Personen dazu gebucht werden. Aber viel darf man nicht erwarten, hier serviert man uns mit Abstand das mickrigste Frühstück der ganzen Polentour. Trotzdem: allein wegen der Szenerie hat das Herrenhaus was!

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Ryn Gościniec Ryński Młyn ul. Hanki Sawickiej 3
11-520 Ryn
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Die Zimmer der alten Mühle nur wenige Meter vom Ufer des Ryńskie-Sees entfernt können sich sehen lassen, für die Überbrückung des Schlechtwettergebietes genau der richtige Komfort.

Die Zimmer mit großem Balkon besitzen ein sehr bequemes Bett, es ist eine Klimaanlage, Schreibtisch, TV, Minibar und ein Wasserkocher sowie Instantkaffee und Tee vorhanden. Der Lift erspart die gröbste Schlepperei des Gepäcks. Und das Motorrad kann direkt vorm Haus geparkt werden.

Die Mühle gehört zum Burghotel Ryn (Viersternehotel), das etwa 100 Meter entfernt auf dem Berg liegt, weswegen sich die Rezeption dort befindet. Also bei Anreise beim Burghotel rein fahren, um nach einem Zimmer in der Mühle zu fragen. Bestes und vielfältigstes Frühstück der ganzen Reise. Sehr eindrucksvolles Burghotel (incl. der alten Fotos im überdachten Innenhof).

Im seeseitigen Restaurant der Mühle, deren Geschichte bis auf das 14./15. Jahrhundert zurückgeht, werden bodenständige, polnische Speisen und süffiges Bier in den rustikalen Innenräumen sowie einer großen Sonnenterrasse serviert. Genau so lecker kann man aber auch im direkt gegenüberliegenden Restaurant „Karczma u Wallenroda“ speisen.

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Sandomierz Hotel Basztowy pl. Ks. J. Poniatowskiego 2
27-600 Sandomierz
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Kleines Hotel in perfekter Lage, um bei einem Rundgang Sandomierz kennenzulernen, nur hundert Meter sind es bis zum Marktplatz / Rynek. Ein Lift ist vorhanden, natürlich WiFi und parken kann man sein Motorrad direkt vor dem Hoteleingang.

Im Haus gibt es eine rund um die Uhr geöffnete Lobbybar und eine Sauna. Ein Restaurant befindet sich im Haus, das wir aber nicht testeten, da wir in eines der zahlreichen Lokale am Rynek gingen.

Czarna Bukowy Dworek Rabe 4a
38-710 Czarna

Apartments und Doppelzimmer „Bukowy Dwor“. In einem weitläufigen, ansteigenden Gelände, mehrere Hektar groß, sind in drei Häusern verschiedene Apartments und Zimmer untergebracht. Wir hatten ein großes Appartement, weil leider kein Zimmer mehr frei war. Das Apartment hat einen getrennten Wohn- sowie Schlafraum mit Küche und Bad. Genial ist, dass das Personal jeden Tag putzt und abspült!

Das Apartment ist sehr geräumig, Steckdosen sind allerdings Mangelware. Wifi ist vorhanden, Parken ist im Gelände möglich, die Anfahrt bergig mit Schotter.

Ein Fitnessraum ist vorhanden und ein Außenpool im Gelände. Weiter oben befindet sich ein Aussichtspunkt oberhalb eines kleinen Sees, von dem aus man herrliche Waldkarpaten-Sonnenuntergänge genießen kann. Frühstück ist inklusive. Die Straße mit der Nummer 896 ist nicht weit entfernt. Tagsüber hört man den Verkehr ein wenig (aber da ist man eh' unterwegs), jedoch in der Nacht: himmlische Ruhe und vor allem, es ist dunkel, richtig dunkel!

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Zakopane Hotel Tatra Cyrhla 34
34-500 Zakopane

Großer Hotelbunker, einige Kilometer außerhalb unterhalb der Hohen Tatra. Nicht ganz unser Geschmack, eigentlich zu groß, aber wir kamen – auf der Durchreise – am Abend an und sind am Morgen wieder weitergefahren, das war okay.

Die Zimmer sind geräumig und sogar mit großem, allerdings etagenweise durchgängigem Balkon. Kostenloses WLAN ist im Zimmer vorhanden und auch sonst alles, was man braucht. Gutes Restaurant im Haus, Portionen für Riesen! Sehr reichhaltiges Frühstück. Großer Parkplatz am Hotel.

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Goleszów Etno Chata Topolej ul. Wiejska 22 A
43-440 Goleszów
info@topolej.pl topolej.pl
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Dieses Gästehaus hat etwas Besonderes. Erst mal die Lage: wir wollten weg vom Skigebietstrubel in Szczyrk, Wisła oder Ustroń und entdeckten dieses Haus, das in seiner Nachbarschaft kilometerweit keine anderen Unterkünfte hat.

Selten findet an eine Unterkunft, die so individuell, kreativ und mit viel Herzblut eingerichtet ist. Jedes Zimmer hat seinen eigenen Stil. Unser Zimmer hieß Cyganski: Zigeuner. Gestrickte Bettdecke, bunt mit stilisierten Bäumen bemalte Wände. Und der Clou: im Bad ist mit Fliesenmosaik ein Baum um den Spiegel gefliest. Ebenerdige, begehbare Dusche. Klimaanlage, Außenpool, großer Garten, abgelegen in einem Wohngebiet, in dem man keine Pension suchen würde.

Die Besitzerin ist mit viel Liebe dabei und hat mit ihrem Freund die Fliesenmosaike kreiiert. Es ist kein Riesenrestaurant dabei. Man servierte uns einen Teller Nudeln, das reichte. Vermutlich wäre mit Ankündigung noch mehr drin gewesen, aber wir waren wir immer einfach so abends reingeschneit. Unser Geheimtip!

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Stronie Śląskie Villa Elise Park Pension Mickiewicza 9
57-550 Stronie Śląskie
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Tipp! Vor allem das Restaurant!

Die Villa Elise Park Pension ist eine ehemalige Fabrikantenvilla der Familie Losky, die Eigentümer der Oranienhütte von Seitenberg waren. Die jetzigen, jungen Besitzer haben zwei Jahre lang sehr behutsam restauriert, so dass der Charme des Jugendstilgebäudes in neuem Glanz erstrahlt. Allein diese herrlichen Bleiglasfenster, die Schiebetüren, die alten Kachelöfen und die alte Treppe!

Gleich bedeutend mit dem schönen Gebäude muss die hervorragende Küche genannt werden! Wir erlebten Zutatenkombinationen, die uns verblüfften. Hier ist noch alles frisch gekocht und mit sehr viel Liebe angerichtet. Die Speisen sind ein Traum! Diese Villa beherbergt die phantasievollste und beste Restaurant-Küche unserer gesamten Polen-Reise.

Betritt man die Villa durch die ersten zwei Eingangstüren und steigt die Treppe hinauf, denkt man eigentlich nicht, dass hinter der weiteren Tür ein Restaurant versteckt ist. Klein und gediegen, keine Massenverpflegung!

Und trotzdem zu erschwinglichen Preisen. Nun zu den Zimmern: Geräumige, hohe Zimmer mit Bad. Parkplatz hinter dem Haus (Kameras an der Villa), großer Park mit alpinem Garten in steilem Gelände. Darin runde Sitzbänke um eine Feuerstelle, ein überdachter Holzpavillon am gemauerten Grill, Hängematten an den Bäumen, Liegestühle auf terrassiertem Platz und einige Bänke mit Außensteckdosen daneben, welch Luxus!

Wrocław Kamienica pod Aniołami ul. Kazimierza Wielkiego 31-33
50-077 Wrocław

Ein Apartmenthaus mitten in der Altstadt von Breslau. Das Haus liegt an einer vierspurigen Straße, deren Fahrspuren in der Mitte getrennt sind. Wir hatten einige Mühe, es zu finden, weil von außen (und von weitem) kaum etwas auf die Apartments hindeutet, als wir suchend auf der anderen Straßenseite standen.

Ein evangelisches Zentrum ist im gleichen Haus untergebracht, die großen Buchstaben des „Centrum ewangelickie“ sind vielleicht besser zu erkennen, aber auf die Apartments weist nur ein kleines Schild an der Haustür hin. Wobei sich hinter der Haustür eine Rezeption befindet. Das Motorrad kann in einem durch ein Tor verschlossenen Hof abgestellt werden.

Die Apartments sind geräumig, modern eingerichtet und besitzen auch eine Küche. Unser Apartment war ganz hinten im Rückgebäude, so dass wir vom Verkehrslärm nicht viel mitbekamen. (Jedoch gibt es vermutlich auch Räumlichkeiten auf der Straßenseite.) Bis zum Rynek sind es vielleicht 600 Meter.

Das nach dem ersten Besuch zur Stammkneipe erkorene Restaurant „Konspira“ ist nur einen reichlichen Steinwurf entfernt. Es gibt noch andere Restaurants im Umfeld, aber eher so Schickimicki-Kahlheit-Kram. Da ist uns das Urige, Künstlerische des „Konspira“ mit dem Charme einer Studentenkneipe sympathischer.

Auszug aus der Speisekarte des Restaurant Konspira in Breslau - www.bikerdream.de Nachtisch - www.bikerdream.de Lecker Abendessen im Restaurant Konspira in Breslau - www.bikerdream.de Die polnische Küche ist durch zahlreiche Einflüsse aus Nachbarländern beeinflusst worden. Man bemerkt die Nähe zur litauischen, jüdischen, böhmischen und russischen Küche. Polnische Hausmannskost ist eine runde Sache, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Es gibt ein Sprichwort: „Iss, trink und öffne den Gürtel!“ Oh ja, eine gewisse Gewichtszunahme ist bei einer Polenreise ganz normal. Vegetarier und Veganer haben in Polen einen schweren Stand, die Küche basiert einfach auf Fleisch, Fleisch und noch mal Fleisch. In den großen Städten gibt es zwar schon reine Vegetarier- und vegane Restaurants, jedoch ist es in kleineren Städten unter Umständen eine kleine Exkursion in Richtung Kartoffelgerichte, um sich als Vegetarier den Magen zu füllen.

Suppen stehen in der Beliebtheitsskala ganz oben. Besonders Borschtsch, die Rote-Beete-Suppe ist den meisten bekannt. Sie hat mit der litauischen Rote-Beete-Suppe Šaltibarščiai (sprich: Schaltibarschtschäi) jedoch nichts gemein. Während die litauische Variante mit Kefir zubereitet wird, muss bei Borschtsch Rote Beete und Schwarzbrot mehrere Tage im Glas stehen, bis sie säuerlich vergoren ist. Danach wird sie noch stundenlang mit diversen Zutaten gekocht.

Auch die berühmten Cepelinai aus der litauischen Küche werden in Restaurants serviert. Cepelinai bestehen aus Kartoffelteig und wer Thüringer Klöße (also rohe Klöße) kennt, weiß wie die litauischen Luftschiffe schmecken, nämlich sehr, sehr lecker! Sie sind geformt wie Zeppeline (der Name sagt es schon) und kommen mit einer Überraschung daher: entweder sind sie mit Schweinehackfleisch gefüllt oder auch mit Quark. Gewürzt werden sie mit etwas Knoblauch sowie Minze und das ganze mit einer Sauerrahmsoße mit Speckwürfeln serviert.

Ein Gericht, Bigos, hat es mittlerweile auch auf deutsche Märkte geschafft. Vermutlich, weil das Bigos, auf deutsch „Durcheinander“, gut in einer großen Pfanne warmzuhalten ist. Fleisch, Paprika, getrocknete Pflaumen, Pilze und etwas Wein werden mit einer gehörigen Portion Sauerkraut vermischt.

An Teiggerichten sind vor allem die Piroggen und die Kartoffelpuffer zu nennen, die mit viel Liebe zubereitet werden. Erstere werden mit verschiedenen Füllungen gerne auch an Imbisständen angeboten. Die Zubereitung dauert unter Umständen zehn Minuten, da sie tiefgefroren ins kochende Wasser kommen. Als wir uns an einem Imbissstand die einzigen Piroggen bestellten, die noch da waren, erhielten wir ziemlich graue Teile mit Kirschfüllung. Sah etwas eigenartig aus, schmeckte jedoch gar nicht so schlecht.

Placki ziemniaczane sind die Kartoffelpuffer, die mit verschiedenen Beilagenvarianten serviert werden. In Masuren erhielten wir in dem einen Lokal eine gebundene Soße mit Kasslerstückchen dazu, im gegenüberliegenden Restaurant servierte man sie mit würzigem Paprikagulasch.

Kleines Frühstücksbuffet in der Kaschubei in der Unterkunft Kaszubska Strzecha - www.bikerdream.de Das Frühstück unterscheidet sich kaum von den Frühstücksangeboten aus westeuropäischen Ländern. Allerdings sind herzhafte Speisen bis hin zu Fisch in Polen in wesentlich größerem Angebot auf dem Frühstücksbüfett zu finden als in deutschen Landen, das kennen wir schon aus den baltischen Ländern und ist der russischen Tradition geschuldet. Dafür ist das süße Angebot meist sehr dürftig. Aber wenn Pfannkuchen gebacken werden, die mit der Quarkfüllung – ein Gedicht!

In Restaurants gibt es oft Speisekarten in zwei Sprachen. Allerdings sollte man sich nicht auf die englische Übersetzung verlassen, da dies oft die nationale Gerichte verschleiert und nicht mit dem typischen und richtigen Namen benennt. Lieber versucht man die unterschiedlichen Gerichte an den einheimischen Namen zu erkennen.

Die Restaurants sind meist von 12:00 bis 22:00 Uhr geöffnet. Kleinere Unterkünfte, die bei Bedarf ihren Gästen auch ein Abendessen servieren, setzen eine relativ frühe Essenszeit für die Abendmahlzeit an. 17:00 – 18:00 Uhr ist darum keine Seltenheit.

Im Restaurant ist das Trinkgeld mit 5 bis 10% schon eingerechnet. Polen runden den Zahlbetrag darum maximal auf einen geraden Betrag auf. Man sollte beim Bezahlen das Wörtchen Danke – „dziękuję“ – nicht verwenden. Denn das würde die Bedienung unter Umständen so auffassen, dass man keinen Wert auf das Wechselgeld legen würde. Also immer besser Bitte sehr – „Proszę“ sagen und den Geldbeutel demonstrativ geöffnet lassen.

Das Trinkwasser in Polen erfüllt die europäischen Sicherheitsstandards, man kann also unbedenklich jedes Wasser aus der Leitung trinken – diesbezüglich hatten wir überhaupt keine Probleme.

Kaffeebier in Polen - www.bikerdream.de Wodka ist DAS Getränk im Land, es wird in allen möglichen Sorten angeboten und zu noch mehr Gelegenheiten getrunken. Einen Grund, Wodka zu trinken findet sich schließlich immer. Kaum bekannt ist dagegen der Umstand, dass die Polen auch ein Land der Biertrinker und – -brauer sind. Fast bekamen wir den Eindruck, dass sie den Tschechen in nichts nachstehen. Es gibt zahlreiche Brauereien bis hin zu Mikrobrauereien, die die süffigsten Biere herstellen. Auch wenn es manchem Bierliebhaber bei Nennung von Biersorten wie Pflaumenbier oder Honigbier (beides Schwarzbiere) grausen mag – wir fanden diese Varianten sehr lecker.

Achtung: In Polen darf auf öffentlichen Plätzen kein Alkohol getrunken werden, doch Straßencafés sind von dieser Regelung ausgenommen. Gerade Jugendliche halten sich zwar nicht immer dran, jedoch muss man bei Zuwiderhandlung mit einer Geldbuße rechnen. Seit dem 1. Januar 2018 dürfen Gemeinden in Polen sogar den Verkauf von Alkohol zwischen 22:00 und 6:00 Uhr verbieten, aber die großen (Touristen-) Städte sind davon bisher nicht betroffen. Als wir am einsamen Ostseestrand bei Kolberg und mit Becherchen Wein auf unsere Ostseeankunft anstießen, begingen wir also eine Ordnungswidrigkeit, dessen Nichtentdeckung uns mindestens 25,– € sparte.

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