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Transsilvanien

In Transsilvanien mit dem Motorrad unterwegs

Transsilvanien hält so viele lohnenswerte Tourziele bereit, daß sie locker allein für eine dreiwöchige Tour reichen. Siebenbürgen erreichen wir, indem wir den Fluss Olt durch die Karpaten begleiten. Die Transfăgărășan liegt nur fünfundzwanzig Kilometer östlicher, hat aber wesentlich mehr zu bieten, denn diese Hochgebirgsstraße führt nicht durch, sondern über die Karpaten.

In Serpentinen windet sich die jetzt glatt asphaltierte Straße den Berg hinauf und erreicht schließlich ein Hochtal oberhalb der Baumgrenze. Die längste und höchste Bergkette der Karpaten mit seinen acht Gipfeln über zweitausend Metern Höhe erhebt sich im nördlichen Transilvanien. Die Fogarascher Berge werden sie von den Siebenbürgern genannt. Die spektakuläre Hochgebirgsstraße Transfăgăraşan mit der Straßennummer DN7C wurde in den siebziger Jahren in Angriff genommen. Unter Ceaușescu als Prestigeobjekt von Zwangsarbeitern in Rekordzeit gebaut, verbindet sie nun Transsilvanien im Norden mit der Walachei im Süden. Sie misst neunzig Kilometer, wird im Winter nicht geräumt und ist deshalb oft bis in den Juni hinein gesperrt. In dieser Zeit benutzt man die Straße am Olt entlang, die nur wenige Kilometer weiter westlich dem Flussbett folgt.

Die Törzburg in Bran wurde von findigen Tourismusmanagern zu einer Dracula-Kultstätte stilisiert. Wir hatten uns vorgenommen, Bran wertfrei zu besuchen und in der Vorsaison gelingt dies auch ganz gut.

Bei Bran entdecken wir eine herrliche Landschaft, mit Offroad-Schluchten und perfekt asphaltierten Bergpässen, der Cheile Gradistei und dem Fundata-Pass (1290 Meter). Cheile steht für Schlucht.

Hier folgen wir einem kleinen Bächlein, um uns herum saftige Almwiesen und verstreute Holzhütten. Als wir weiter oben genug von der Schotterpiste haben, kehren wir um und fahren zurück zur Bran-Pass-Straße. Wow. So stellen wir uns einen Pass vor. Vom Fundata-Pass aus genießen wir einen grandiosen Weitblick auf die umliegenden, über 2500 Meter hohen Berggipfel der Piatra Craiului (Königstein-Gebirge) und den 2000 Meter hohen Bucegi-Bergen. Wir können uns gar nicht sattsehen und -fahren.

Schließlich durchqueren wir ein Bärengebiet und bezwingen gleichzeitig auf der herausfordendsten Piste der ganzen Tour einen Karpatenpass. Jochen kämpft damit, die Fuhre senkrecht zu halten und hat kein Auge für Schilder am Wegesrand. Ich erzähle ihm, dass das Wort „Ursu“ (Bär) schon kurz nach Balan auf einem Schild stand. Aber dass es kein Verbotsschild gewesen sei. Eher sowas wie ein Hinweisschild. Bei der Abfahrt werden wir von riesigen Hirtenhunden gejagt, den größten hält ein Hirte Gott sei Dank mit maximalem Kraftaufwand davon ab, uns genau so zu jagen wie seine kleineren Mitstreiter.

Als wir auf die Asphaltstraße Richtung Bicaz-Klamm abbiegen, möchten wir den Asphalt küssen. Wir halten gleich wieder, küssen jedoch nicht den Asphalt, sondern spülen uns an einer Quelle den Schweiß aus dem Gesicht und reinigen unsere Stiefel sowie Hosen bis in Kniehöhe vom Schlamm. Die jungen Rumänen, die an der Quelle im Gras sitzen, verfolgen interessiert unsere Bemühungen, uns wieder in gesellschaftsfähigen Zustand zu versetzen.

Als würdigen Abschluss des Tages genießen wir die wohl berühmteste Klamm von Rumänien: die Bicaz-Klamm.

Dem Tourverlauf folgen:
weiter mit Cisnădioara

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