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Der Bran-Pass und eine geniale Offroad-Schlucht

In Moieciu de Jos Am Nachmittag steht die Gegend südwestlich von Bran mit der Cheile Gradistei und dem Fundata-Pass (1290 Meter) auf dem Programm.

Cheile steht für Schlucht. Einen Kilometer nach Moieciu de Jos biegen wir in Richtung Nationalpark Bucegi ab. Gesprochen wird das Gebirge wie "Butschetsch" - wieder einmal wird das "i" am Ende des Wortes verschluckt.

Die Bergschlucht präsentiert sich eher wie ein Tal, aber vielleicht sind wir auch nicht weit genug gefahren. Ein Ort rüstet gerade für zunehmenden Wandertourismus auf und ist mit dem Neubau von Hotels und Pensionen beschäftigt. Den ursprüngliche Karpatenalltag erleben wir trotzdem: am Straßenrand grasende Kühe, Pferde, Schafe. Ein Esel hat sich losgerissen und trottet, einen Fünf-Meter-Strick hinter sich herziehend, die Straße entlang. Der Hund eines Schäfers schickt sich an, unser zweirädrige Kuh jagen zu wollen, wird aber vom Ruf des Schäfers und von unserer Geschwindigkeit (einzig probates Mittel: Gaaas!) ausgebremst. Schließlich folgen wir einem kleinen Bächlein, um uns herum saftige Almwiesen und verstreute Holzhütten. Als wir weiter oben genug von dieser Schotterpiste haben, kehren wir um und fahren zurück zur Bran-Pass-Straße. Wow. So stellen wir uns einen Pass vor. Von hier aus genießen wir einen grandiosen Weitblick auf die umliegenden, über 2500 Meter hohen Berggipfel der Piatra Craiului (Königstein-Gebirge) und den 2000 Meter hohen Bucegi-Bergen. Wir können uns gar nicht sattsehen und -fahren.



Den Fundata-Pass ziert eine recht gute Asphaltdecke und es verkehren relativ wenig Autos. So können wir die Kuh fliegen lassen. In Rumänien ist es eher eine Seltenheit, dass man die Landschaft ohne ständige Schlaglochgefahr genießen kann. Meist ist man bei mäßiger Geschwindigkeit damit beschäftigt, die Fahrbahn nach Löchern abzuscannen – so bleibt wenig Muße für gemütliches In-die-Landschaft-Schauen. Wenig Verkehr, gute Asphaltdecke, perfekte Streckenführung und ein herrlicher Panoramablick zu den umliegenden Gebirgszügen - so wird uns dieser Pass lebhaft in Erinnerung bleiben.

Bucegi-Gebirge Bucegi-Gebirge Schließlich folgen wir einem kleinen Bächlein. Um uns herum steigen saftige Almwiesen sanft in die Höhe und Holzhütten und kleine Häuschen liegen verstreut am Hang. Wir entdecken nichts von einer Schlucht.Cheile Grădiştei - vielleicht bezeichnet dieser Begriff auch einen breiten Taleinschnitt?

Wir befinden uns in einer Sackgasse, auch die Straße nach dem Abzweig endet im Schotter. Als wir weiter oben genug von dieser Schotterpiste haben, kehren wir um und fahren zurück zur Bran-Pass-Straße

Fundata-Pass Giuvala-Pass In Rumänien ist es eher eine Seltenheit, daß man ohne Schlaglochgefahr auf vollständiger Teerdecke die Landschaft genießen kann. Meist beschäftigt man sich bei mäßiger Geschwindigkeit damit, die Fahrbahn nach Löchern abzuscannen - so bleibt wenig Muße für gemütliches In-die-Landschaft-schauen.

Doch hier gibt es nichts zu meckern: Wenig Verkehr, gute Asphaltdecke, perfekte Streckenführung und ein herrlicher Panoramablick zu den umliegenden Gebirgszügen - so wird uns dieser Pass in Erinnerung bleiben.

Cheile Dâmbovicioara - die sollte man sich merken!

Der Pass senkt sich hinunter bis nach Podu Dambovitei. Hier biegen wir in eine kleine Straße zur Cheile Damboviciaora ab. Die Straße ist einspurig, ungeteert und windet sich zwischen hohen Felswänden an einem wilden Bächlein entlang. Vor uns fährt gerade ein Bus in die Schlucht ein. Der? In diese Schlucht? Muss das sein? Glücklicherweise gibt es einige hundert Meter weiter eine Chance zum Überholen.

Eine wunderschöne Schlucht bei der Dâmboviciaora-Höhle Diese Straße ist zusammen mit dem völlig anders gearteteten Bran-Pass unser Highlight in den Bucegi-Bergen. Wir fahren bis zur Höhle und überholen dort zwei vermutlich zusammengehörende PKWs, die wegen der schlaglochreichen Straßenbeschaffenheit sehr langsam und zögerlich dahinschleichen. Wir bilden uns ein, die Flüche zu hören, die der Zweite dem Vorausfahrenden hinterherschickt. Wir folgen der Straße, denn in unserer Karte müsste die Piste weiter nördlich wieder in den Pass einmünden.

Nach einem letzten, einzelnen Haus wird die Straße deutlich schlechter. Es geht bergan und der Schotter ist von tiefen Wasserrinnen gefurcht. Der Bach neben uns ist als Bach kaum noch erkennbar, dafür aber wurde sein Lauf auf vierfache Breite mit zahlreichen Staumäuerchen verbaut und das Bachbett mutiert zum Flußbett.

Neue Strassenklasse? oder Cross-strecke?

Eine wunderschöne Schlucht bei der Dâmboviciaora-Höhle Vermutlich stürzen ab und zu ziemliche Wassermassen ins Tal. Der Weg wird zur Herausforderung. Kurze, steile Anstiege, bei denen man nicht weiß, was sich hinter der Kuppe verbirgt. Ich biete Jochen an, daß ich absteige - natürlich gebe ich vor, daß ich absteigen würde, damit er es einfacher auf den lehmigen Anstiegen schafft, in Wirklichkeit wird mir immer ganz warm, weil ich befürchte, daß wir uns mit der Q in den Matsch legen. Immer gröberer Schotter. Zur Abwechslung schmieriger, lehmiger Schmonz mit Holz- und Rindenresten gespickt. Nun kindskopfgroßer Schotter. Ein Unterschied zwischen dem trockenen Bachlauf und dem Weg ist nicht mehr festzustellen.

Hier endet für uns das GS-Land. Wir sollten dem Kartographen unserer Rumänienkarte schreiben. Diese Straße ist als fahrbare Straße nicht mehr existent, höchstens wenn man ein neues Symbol für "Cross-Strecke" erfindet.

Bran-Pass Fundata-Pass Giuvala-Pass Der Bran-Pass tarnt sich in unseren Unterlagen unter verschiedenen Namen: Törzburger-, Fundata-, Bran-, Guivala-Pass. Fundata heißt auch ein kleiner Ort unweit der Passhöhe. Diesen Karpatenübergang küren wir zu unserem absoluten Lieblingspass. Astreiner Asphaltbelag und eine schnelle Kurvenschaukel für ein Fahrvergnügen, das nur gelegentlich von anderen Verkehrsteilnehmern eingebremst wird.

Selten haben wir während dieser dreiwöchigen Tour eine derart gute Straßenbeschaffenheit erlebt. Die meisten Straßen in den Karpaten sind landschaftlich sehr reizvoll – aber der Straßenbelag reizt auch – zu Flüchen! Selten kann man fahren, ohne damit rechnen zu müssen, dass sich in der nächsten Kurve eine straßengrabentiefe Bodenwelle quer zur Fahrtrichtung erstreckt oder dass sich das Vorderrad bis zur Nabe in Löcher einhakt, die wie mit dem Knobelbecher hingeworfen über die ganze Fahrbahn verteilt sind, so dass an Ausweichen nicht zu denken ist. Jochen prägt am Ende der Tour einen Kernsatz über die rumänischen Schlaglöcher, wenn diese mit Wasser gefüllt sind: „Wenn die Pfützen ein Ufer haben, sind sie fahrbar. Haben Sie jedoch kein sichtbares, sanft abfallendes Ufer, dann ... gnade Dir Gott.“

Dem Tourverlauf folgen: 
weiter mit Sinaia ...

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