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Taormina

Taormina Taormina also. Als DIE Touristenhochburg in Sizilien ist diese Stadt zwar nicht unsere erste Wahl, aber es wird schon seinen Grund haben, warum es uns hierher verschlagen hat. Wir hatten uns unter Touristenhochburg Betonbettenburgen vorgestellt. Davon gibt es zwar an der Küste auch einige, aber Taormina selbst ist womöglich dank ihrer exponierten Lage von solchen Touri-Regalen verschont geblieben. Was nicht heißt, daß es nicht massig Hotels gibt.

Die Appartementanlage "Terra-Rossa-Club" liegt an den Hängen von Taormina. Gottseidank ist in unserem Reiseführer auch der Weg dorthin beschrieben: erst zweihundert Höhenmeter hoch bis Taormina, dann über steile Sträßchen und Kurven wieder hundert Höhenmeter nach unten. Voila! Von unten ist der Club nur über Treppen zu erreichen: für unsere "Turtle" wohl doch etwas zuviel des Offroad ;-)

Taormina - Blick nach unten Wir begrüßen den netten Herrn im Club mit "Puh! Not easy to find!" Er antwortet schmunzelnd: "Why? I find it everyday!" Die Anlage ist bestens gesichert, mit einem dicken Rolltor. So ist die "Turtle" vor Langfingern sicher. Taormina liegt zweihundert bis dreihundert Meter über dem Meeresspiegel auf einem Kamm des Monte Tauro oberhalb der Bucht von Naxos am Ionischen Meer und ist damit nur wenige Kilometer von der Straße von der Meerenge von Messina, die Sizilien vom Festland teilt, entfernt.

Von Taormina aus kann man nicht nur die kalabresische Küstenlinie bewundern, sondern hat auch einen herrlichen Blick auf den mit 3330 Metern höchsten, noch immer aktiven und damit gefährlichsten Vulkan Europas, den stets kleine Rauchwölkchen ausspeienden ÄTNA.

Etwa 500 Jahre v. Chr. kamen die Griechen nach Sizilien, besetzten die größte Insel des Mittelmeers und gründeten hier eine ihrer bedeutendsten Kolonien, deren wirtschaftliches Zentrum Syrakus, eine Millionenstadt, war, die heute als "New York der Antike" bezeichnet wird. Im Jahre 392 v. Chr. geriet die Gegend um die Bucht von Naxos unter die Herrschaft der Syrakusaner. Die Bewohner der damaligen Siedlung wurden kurzerhand ins Inselinnere vertrieben und Taormina wurde gegründet. Aus dieser Zeit datiert die Erbauung des Wahrzeichens dieser Stadt, des Theaters, das auf fast allen Postkarten und Ansichten Taorminas zu sehen ist und das vor allem seiner exponierten Lage wegen einmalig ist.

Juwelen, Souvenirs und Lava-Figuren

Nach dem Niedergang des römischen Weltreichs kamen die Byzantiner, dann die Araber, die Normannen, die das Terrain am Monte Tauro ebenfalls sehr zu schätzen wußten, seiner strategisch günstigen Lage wegen, versteht sich. Die letzten Herrscher über Taormina, bevor es im 19. Jahrhundert endlich dem neu gegründeten Staat Italien zugeordnet wurde, waren die französischen Bourbonen, die die geschichtsträchtige und wunderschöne Stadt Taormina jedoch ziemlich verkommen ließen.

Die Flanier- und Einkaufsmeile Taorminas ist der CORSO UMBERTO, die nur für Fußgänger, Taxen und Lieferwagen freigegeben ist. Der Corso Umberto ist beinahe rund um die Uhr stark von allerlei Menschen frequentiert. Hier findet man alles: vom schlichten Geschäft über die Feinbäckerei, die Edelboutique bis hin zum exquisiten Juwelier oder Antiquitätenladen und nicht zu vergessen, zahlreiche Souvenierhändler, die in ihren Auslagen unter anderem (wahrscheinlich in Asien hergestellte!?) überkitschige Lava-Figuren anbieten. Für unsere Begriffe ist die Straße etwas zu glatt. Nicht im Sinne von rutschig. Sondern aalglatt für "ohne Makel". Mittelalterliche Gassen dürfen ruhig mal kleine Macken haben und holpriges Kopfsteinpflaster!

Taormina

Unweigerlich gelangt jeder Besucher irgendwann auf die PIAZZA IX APRILE, eine hoch über dem Meer gelegene Piazza mit einer atemberaubenden Aussicht auf die Bucht von Naxos und den Ätna. Man könnte einen Cappuccino im Cafè WUNDERBAR genießen. Man könnte, wenn man wollte. Dieses Café trägt tatsächlich einen deutschen Namen. Das "Caffè Wunderbar" ist nicht nur das bekannteste Café der Stadt, es ist auch mit Abstand das teuerste. Ein Pils für 9,80 Euro - bitte schön!

Vom Corso Umberto zweigen zahlreiche Nebenstraßen, Treppen und steile Gässchen ab, die an Romantik und ursprünglicher Atmosphäre kaum zu überbieten sind. Sie sind es, die uns Taormina näher bringen, nicht die Hauptflaniermeile.

Es gibt drei Möglichkeiten, Taormina zu erreichen:

Mit dem Auto
Aber Vorsicht! Die Straßen sind sehr steil, sehr eng und Parkplätze sehr rar bis so gut wie nicht vorhanden. Also fällt Variante EINS eigentlich schon mal flach.

Zu Fuß
Die 200 bis 300 Höhenmeter vom Ortteil Mazzaro am Meer lassen sich über Treppenstufen bezwingen. Mit Kondition gut zu meistern, ansonsten sehr muskelkaterverdächtig.

Mit der Seilbahn  
Von Mazzaro fährt eine Kabinen-Seilbahn nach oben.


TaorminaWir haben mit unserer Unterkunft einen absoluten Glücksgriff getan. Natürlich trägt auch die sehr frühe Reisezeit dazu bei, daß wir das Appartement mit bestem Ausblick zu einem günsigen Preis buchen konnten, mit unverstelltem Blick auf die "Schöne Insel", die Isola Bella.

Der unten am Meer gelegene Stadtteil Mazzarò, der zwar recht ansehnliche Strände aufweist, ist nicht gerade ein Aushängeschild für die ansonsten so gepflegte Stadt. In Mazzarò gibt es mehrere Touristenhotels, deren Lage jedoch wenig einladend ist.

Über die Küstenstraße von Mazzarò wälzt sich der gesamte Fernverkehr. Dennoch empfiehlt uns unser "Herbergsvater" eine Pizzeria dort unten, allein schon wegen der viel günstigeren Preise, so steigen wir dann zum Essen die hundert Höhenmeter über steile Treppen hinab und hinauf. Eine Taschenlampe leistet dabei in den Abendstunden gute Dienste, vor allem wegen der zahlreichen Tretminen. Dies scheint die Hundelatrine zu sein.

Taormina Touren rund um Taormina Leider macht das Aprilwetter während unseres Taormina-Aufenthalts seinem Namen alle Ehre: Regen, kalte Windböen und dazwischen wieder sonnige Abschnitte.

Gottseidank ist wenigstens unsere Tour zum Ätna eine sonnige. Weiter oben liegen bei Temperaturen knapp über den Nullpunkt zwar noch Schneereste an der Straße und bei den ersten Lavafeldern rieselt der Schnee gaaaanz winzig und vorsichtig auf uns herab, aber angesichts dieser einmaligen Kulisse (und mit Hilfe unserer warmen Winterausrüstung) überstehen wir die frostigen Temperaturen sehr gut. Und weiter unten sind es ja wieder angenehme Temperaturen im zweistelligen Bereich.

Wir unternehmen immer wieder kurze Abstecher in die Umgegend. Einer davon führt uns in die Berge nördlich von Taormina. Innerhalb weniger Serpentinen windet sich die Straße in schwindelnde Höhe von reichlich vierhundert Metern über dem Meer.

Hier durchfährt man das nette Dörfchen Forza d'Agro. Sehr enge Gassen, in denen Autos nicht mehr hindurchpassen, aber für`s Motorrad kein Problem. Wir fahren weiter hinein in Landesinnere, aber ein drohender Regenschauer treibt uns dann Richtung Küste wieder zurück.

Dem Tourverlauf folgen:
weiter mit Ätna

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