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Hohe und Niedere Tatra

Liptovske Teplicka - das Kellerbuckeldorf Es passiert doch jedesmal wieder, dass man auf eine bestimmte Region sehr gespannt ist und eine Vorstellung von dieser im Kopf hat. Wer nicht gerade Slowenien mit der Slowakei verwechselt, der assoziiert mit der Slowakei in erster Linie die Hohe Tatra. Die Slowakei besteht zu siebzig Prozent aus Gebirgen, was sie zu einem Eldorado für Motorradfahrer macht.

Aus motorradfahrerischer Sicht ist die Hohe Tatra gigantisch anzuschauen – am schönsten ist sie allerdings aus der Ferne, wenn man durch die Niedere Tatra kurvt. Und durch die Niedere Tatra lässt sich herrlich touren. Die Hohe Tatra ist mit seinen 55 Kilometern Länge und nur 17 Kilometern Breite das kleinste Hochgebirge Europas. Es bildet den am höchsten aufragenden Abschnitt der Karpaten. Der Karpatenbogen beginnt (schon kurz hinter Wien) bei Bratislava und verläuft über 1200 Kilometer sichelförmig bis nach Rumänien.

Die Tatra selbst kann nur der Wanderer erkunden. Noch sechshundert Bären sollen in der Hohen und Niederen Tatra leben. In einem Fernsehbericht klagte eine Hüttenbesitzerin, dass sie schon oft Probleme mit den Bären hatte, die ihre außerhalb der Hütte gelagerten Lebensmittelvorräte plünderten. In den Wäldern leben weitere Raubtiere (allerdings auch in schon sehr dezimierter Zahl): Wölfe, Luchse und Wildkatzen. 

Die Gerlacher Spitze (Gerlachovsky stit) mit 2655 Metern ist der höchste Berg. Geologisch werden die Karpaten als Fortsetzung der östlichen Alpenkette betrachtet. Auf kleinstem Raum erheben sich fünfundzwanzig Gipfel, die mehr als 2500 Meter Höhe erreichen, eine große Gesteinsvielfalt aufweisen und etliche Gletscher- & Gebirgsseen beherbergen. Den Bergsee Strebske Pleso (Tschirmer See) kann man bequem mit dem Fahrzeug erreichen, andere Seen nur per pedes.

In einer Fernsehdokumentation sah man, wie ein junger Träger eine große Kiepe den Berg hinaufschleppte. Sie wog sechzig Kilogramm! Weit oben sah man schon die Hütte, aber da waren noch einige Höhenmeter dazwischen, na gute Luft! Was der über Stock und Stein schleppte: auf diese Weise werden Vorräte auf die Hütten geschafft.

In der Niederen Tatra stehen wir ab und zu verblüfft vor prachtvollen Klöstern oder alten Bauten, die so gar nicht zu der ansonsten eher einfachen Architektur der Gegend passt. Und nicht immer informiert uns unser Reiseführer, welches Gebäude wir vor uns haben. Wenn die Störche auf den Dächern reden könnten, hätten wir sie danach fragen können ...

Herrlich, diese alten, schmalen Holzhäuser hier. Total urig. Aber ob wir unbedingt darin wohnen möchten? Hmm, wenn wir die Pumpenschwengel vor dem Haus so betrachten: Fließendes Wasser oder sogar fließendes warmes Wasser, ob es das in diesen Häusern gibt? Spielende Kindern winken uns freundlich zu und sind begeistert, dass wir ebenso freudig zurückwinken.

Wir kurven suchend über die holprigen Straßen und halten die Augen offen. Eine Wiese sieht aus wie eine gigantische Buckelpiste. Hier buddelten die Bewohner ihre Keller in eine Wiese am Ortsrand. Die Kellerchen sind mit Holzbalken gesichert, mit Grasballen abgedeckt und tragen Nummern auf ihren winzigen Türen. Genutzt werden sie für die Vorratshaltung von Obst und Gemüse.

Am Straßenrand treffen wir immer öfters größere Gruppen von Romas. Zwar nicht hier in unserem Kellerbuckeldorf, aber im Zipser Land, rund um Kosice gibt es Roma-Siedlungen, auf die wir nicht vorbereitet waren. Dazu mehr beim Zipser Land.

Wir durchforsten unseren Reiseführer und küren die Demänovska-Freiheits-Höhle (Demänovska Jaskyna Slobody) zu unserem letzten Tagesziel. Wie sagt man: Sieh, das Gute liegt so nah ... Die meistbesuchte Höhle der Slowakei befindet sich an den Hängen eines Tales und ein Sessellift soll hinaufgehen. Soll. Nicht immer stimmen unsere Informationen mit der Realität überein.

Am Abend besuchen wir am Liptovská Mara / Liptauer Stausee ein Speiselokal – und seitdem schaut mich Jochen etwas ängstlich an, sobald ich ein Messer in die Hand nehme. Ich bestelle ein Gericht, das eine Spezialität in den östlichen Ländern sein soll. Ich las davon im Reiseführer. Vermutlich findet man es jedoch nicht so oft auf den Speisekarten und garantiert nicht in Speiselokalen, die auch von westlichen Touristen frequentiert werden.

Mit einer vagen Vermutung frage ich die Bedienung, was das genau sei ... Sie windet sich wie ein Aal und sucht verzweifelt nach Worten. Meine Ahnung wird mit ihrem Verhalten bestätigt und ich bestelle dieses Gericht. Yeah, sehr zu empfehlen, absolut lecker! Nur im Wörterbuch findet man es nicht, nicht bei Fleisch und nicht bei Eierspeisen... Die englische Übersetzung auf der Karte lautet: Bullglands. Stierdrüse ...

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