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Rückfahrt durch Italien | Lago e Monte al dente im Piemont

Lago di Orta mit dem Inselchen San Giulio

Nach einem köstlichen Frühstück nehmen wir die Straßen im Piemont in Angriff. Das Piemont hat eine stattliche Anzahl an kurvigen Strecken inmitten sehenswerter Landschaft zu bieten. Wieder haben wir den ganzen Tag Zeit. Unser heutiges Hotel in der Schweiz haben wir in Erinnerung an den Hotelmarathon in Frankreich vorsichtshalber wieder gebucht. Besser ist es.

Auf der SP200 geht es zunächst nach Biella, danach winden wir uns den Passo della Colma (942 Meter) hinauf. Es geht rauf, es geht runter, es wird nie langweilig. Wir erreichen den Lago di Orta. Von den kleinen Uferstraßen aus hat man immer wieder einen schönen Ausblick auf den See und das kleine, aus der Mitte des Sees ragende Inselchen San Giulio. Hier könnte man es aushalten, vor allem auf der gegenüberliegenden Ostseite gibt es einige Unterkünfte, hier auf dieser Seite ist es eher ruhig.

Danach fummeln wir uns an den steilen Hängen dieses Sees auf einem winzigen Sträßchen hoch bis auf eine Höhe von 1320 Metern. Die Aussicht ist grandios! Auf der anderen Seite blitzt weit unten im Tal ab und zu schon das Blau des Lago Maggiore auf. Dort hinunter soll es gehen. Die weitläufigen Hänge sind komplett mit Farn zugewachsen, was mich etwas verwundert, denn Farne brauchen doch normalerweise Halbschatten, Kühle und Feuchtigkeit? Die Straße hat eine dunkle Farbe und ist herrlich zum Fahren. Vor uns liegt der 1440 Meter hohe Monte Mottarone, da oben steht eine Radiostation.

Mottarone - da wo's noch richtig geil ist... (die Abfahrt durch den Wald 
                lohnt dagegen weniger)

Wir stehen an der Straße zum Monte Mottarone hoch über dem Lago Maggiore und wollen da runter. Beziehungsweise: Jochen will da runter. Er war als Kind da, will seine Erinnerungen ein wenig auffrischen und mir den Lago Maggiore zeigen. Das Schild weist darauf hin, dass wir an einer Mautstation einen Obolus von vier Euro zu bezahlen hätten. Na, dann muss sich die Fahrt auf der Straße ja lohnen, bezüglich Ausblick, Landschaft und so. Außerdem, wollten wir nicht hier hinunter fahren, müssten wir kilometerweit zurückfahren, um anderweitig den Lago Maggiore zu erreichen.

Waldwegmaut am Monte Mottarone
Die spinnen, die Italiener!

Aber zu früh gefreut. Die Straße des „Parco del Mottarone“ ist rissig, senkt sich kurvig über 400 Höhenmeter durch dichten Mischwald ohne jeglichen Ausblick auf den See und am Ende sitzt da wirklich ein junger Mann in einer Waldhütte und will vier EURO vom armen Motorradfahrer.

Was bleibt uns auch übrig? Vermutlich haben auf diese Weise die Dörfer hoch über dem Lago so eine Einnahmequelle und vermutlich pilgern bei schönem Wetter Heerscharen auf den Monte Mottarone, um die Aussicht und die Bergwald zu genießen? Um uns herum gepflegte Villenviertel und kleine Dörfer, immer noch hoch über dem Lago. Bis zum See sind es noch 600 Höhenmeter und über kleine, verwinkelte Straßen fummeln wir uns nach unten. Dank "Steffi". Die weiß, wo's langgeht.

Der Lago Maggiore liegt in einer Seehöhe von 200 Meter und ist sehr, sehr lang. Und er wird immer länger, wenn man bei 33°C im dichten Verkehr auf engen Küstenstraßen dahin zuckelt. Eine Fahrt auf einer Küstenstraße ist nicht immer ein Vergnügen. Vor allem, wenn so viele andere Verkehrsteilnehmer am Verkehr teilnehmen! Ich hatte es befürchtet. Zugegebenermaßen hat der See natürlich auch sehr schöne Abschnitte, aber momentan ist der Stopp-and-Go-Verkehr einfach nur nervig.

Endlich! Wir erreichen Locarno am Ende des Sees. Hier hat das Gezuckel ein Ende. Wir nehmen den Tunnel, der Locarno umfährt. Bloß weg hier! Als wir dem Hinweisschild zum Tunnel in eine Einfahrtsspur um eine scharfe Biegung folgen, legen wir eine Vollbremsung hin. Eine uneinsehbare Kurve zum Tunnel und gleich dahinter eine rote Ampel. Immer schön wach bleiben. Der Tunnel ist warm und wird immer wärmer, am Ende sind es 35°C, aber wir trösten uns: bei der Stadtdurchfahrt wäre es uns nicht weniger heiß geworden!

Herr Schuberth! Bitte bauen Sie in den nächsten Klapphelm, den Sie konstruieren, eine Klimaanlage ein! Denn wenn das Visier bei einer Geschwindigkeit über 100 km/h und bei 30°C nicht wenigstens einen Zentimeter offenbleibt, sondern es dauernd vom Wind zugedrückt wird, kriegt man Luftnot! Herr Schuberth, hören Sie mich?

Dem Tourverlauf folgen:
weiter mit Durch die Schweiz: die alte Gotthardstraße

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