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Tagestour östlich von der Sierra Nevada

Die altbekannte Strecke in den Alpujarras unter die Räder zu nehmen ist eine Freude. Bis nach Trevelez sind es zwanzig Kilometer. Für diese Strecke brauchen wir in der Regel zwanzig Minuten, weil die Straße dem Berg und eine Kurve der anderen folgt. Und wenn dann noch ein LKW oder Bus zu überholen ist ... Was aber Gott sei dank kaum vorkommt. Es herrscht so gut wie kein Verkehr, so dass die zwanzig Minuten Fahrtzeit für zwanzig Kilometer Strecke rein der Streckenführung geschuldet sind. Welch Kurvenfeuerwerk!

Luftgetrockneter Schinken in den Alpujarras / Trevelez

Trevelez, auch bekannt als das Schinkendorf, ist ein Dorf in den Bergen, dass tief in einem Talschluß liegt. Da die Straßen in den Alpujarras generell ohne Brücken auskommen müssen, windet sich das Sträßlein erst einmal kilometerweit an der Bergflanke entlang bis Trevelez, um dort einen scharfen Haken zu schlagen und an der Gegenseite wieder aus dem Tal hinaus zu führen. Die Gegenseite des Vall del Poqueira kann man dabei die meiste Zeit auf der anderen Seite der bewaldeten Hänge entdecken.

Der Pass mit dem Namen Puerto de la Ragua ist breit ausgebaut. Auf dem guten Asphaltbelag lässt ersich zügig überqueren. Besonders spektakulär ist er nicht gerade, vor allem nicht die Passhöhe bei 2000 Metern Höhe, die aus einer langen Geraden besteht. Danach senkt sich das Gelände rasch hinunter mit Blick auf flache Landschaft bei dem Städtchen La Calahorra, über das sich auf einem kahlen Hügel das eigenwillige Castell gleichen Namens erhebt. Von weitem wirkt es wie vier aus Backstein erbaute Litfaßsäulen, die mit Mauern verbunden wurden.

Drei Stunden sind wir schon unterwegs, allerdings nicht reine drei Stunden Fahrtzeit, denn wir verwendeten auch einige Zeit für's Fotografieren und Filmen. An diesem Punkt fällt die Entscheidung, weiter nach Osten am nördlichen Rand des Naturparks entlang zu fahren. In Abla schwenken wir wieder nach Süden, um die Sierra Nevada auf der dreißig Kilometer entfernten Parallelstrecke zum Puerto de la Ragua zu überqueren.

39 kilometer Luftlinie macht in den Alpujarras
eine Fahrstrecke von 70 kilometern.
Am Puerto de la Ragua
Am Puerto de la Ragua

Wir benutzen für ein, zwei Kilometer die vierspurig ausgebaute Schnellstraße A92, den Rest fahren wir auf sehr kurvigen Straßen. Die Reifen haben auf den herrlichen Bergstrecken keine Zeit, um eckig zu werden. Ab Abla führt uns die Route nach Santillana, Ohanes und Beires, dann durch Laujar de Andarax und trifft nach Bayarcal wieder auf die kleine Straße, die über Mairena und Valor entlang des Nationalparks führt.

Die Landschaft am östlichen Ende des Nationalparks ist so ganz anders als das Gebiet der Alpujarras im Westen. Es ist nicht weniger bergig, aber anders genutzt. Wir fahren die ganze Zeit in Höhen über tausend Metern und an einigen Aussichtspunkten kann man weit ins Land, vor allem in den Süden, schauen. Alle Hänge sind mittels Natursteinmäuerchen terrassiert und werden als Anbaugebiet für Weinstöcke, Öl- und andere Obstbäume genutzt. Es ist zwar leicht diesig, aber an einigen Aussichtspunkten meinen wir in dem Blau am Horizont zwischen den Bergen das Meer auszumachen. Theoretisch wäre das möglich, denn das Meer dürfte um die dreißig Kilometer Luftlinie entfernt sein.

Danach senkt sich das Gelände rasch hinunter mit Blick auf flache 
                Landschaft bei dem Städtchen La Calahorra, über das sich auf einem 
                kahlen Hügel das eigenwillige Castell gleichen Namens erhebt.

Unser Spritfaß meldet Durst. Da es mittlerweile nach 18:00 Uhr ist und wir nicht wissen, wie lang die in der Alpujarra ohnehin dünn gesäten Tankstellen geöffnet haben, halten wir bei Laroles Ausschau nach einer Tankstelle und werden an der Kreuzung Richtung Mairena fündig. Die zumindest hätte bis 22:00 Uhr geöffnet, aber wie sieht es bei den kleineren in der Alpujarra aus?

Und wie gesagt: es gibt nur wenige - man sollte es nicht bis zum letzten Tropfen ausreizen. Dummerweise zeigt „Steffi“ zwar auch Tankstellen, aber man weiß erst, wenn man zur Tankstelle routen lässt, wieviele Kilometer man bis zu der drei Kilometer Luftlinie entfernten Tankstelle fahren müsste. Hier werden aus drei schnell mal fünfzehn Kilometer.

Die Dimensionen, die zu (er)fahren sind, sind am besten mit dem Navi zu erforschen. An der Tankstelle geben wir spaßeshalber unser Hotel ins Navi ein. Es ist 18:15 Uhr und „Steffi“ meint, dass die Unterkunft in Bubion 39 Kilometer entfernt ist, sagt aber nach dem Umschalten auf's Routing gleich dazu, dass 39 Kilometer Luftlinie 70 Straßenkilometer bedeuten.

Am Puerto de la Ragua

Pi mal Daumen kann man in der Sierra Nevada also die Luftlinie immer mal zwei nehmen, um zu errechnen, wieviele Kilometer noch zu fahren sind. Da jeder Kilometer mit Dutzenden Kurven und vereinzelten Kehren gespickt ist, kommt man in den seltensten Fällen über einen Schnitt von 40 km/h hinaus. In den Dörfern gilt meist ein Speedlimit von 40 km/h und zudem gibt es noch die vertrackten „Paso Elevados“, für die auf Schrittgeschwindigkeit heruntergebremst werden muss. Andernfalls hebelt es einen ganz schön aus.

Die erhöhten Fussgängerüberwege werden in den Dörfern und Städten generell benutzt, um die Durchfahrtgeschwindigkeit zu senken. Aber wenn wie in einigen Küstenstädten alle fünfzig Meter einer eingebaut ist, dann nervt das gewaltig, wobei die Ortsgeschwindigkeit ja eh schon oft auf 40 km/h limitiert ist.

Das 1436m hoch gelegene Bubion im Tal von Poqueira.

Den ganzen, nächsten Tag lang haben wir uns wieder mal eine Auszeit vom Motorradfahren genommen und uns ausschließlich dem kleinen Dorf Bubion gewidmet. In der Mitte des Ortes entdecken wir ein kleines Museumshaus, das gegen einen kleinen Obolus besichtigt werden kann. Wir erobern die kleinen Zimmer und freuen uns über nette Details wie die sternförmigen Durchbrüche zwischen den Zimmern, die alte Kücheneinrichtung und die Minibetten, in die wir nur amputiert hineinpassen würden.

Auf den ersten Blick wirkt Bubion wie ein Ort, den man mit dem Auto ausschließlich auf der Durchgangsstraße befahren kann. Jedoch die Autofahrer wagen sich mit ihren Karossen auch in die Gassen! Diese sind gerade mal so breit wie ein zweispuriges Fahrzeug. Vor allem die 90-Grad-Kurven um Häuserecken haben es in sich. Es bedarf einiger Erfahrung (und/oder öfters neue Spiegel), um die Gassen mit einem Wagen größer einem Smart zu meistern.

Dem Tourverlauf folgen:
weiter mit Antequera und "El Torcal"

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