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Der berühmt-berüchtigte Camino del Rey | El Chorro

Nach nur wenigen Kilometern Fahrt erreichen wir die Schlucht El Chorro. Ja, Wahnsinn! Man sieht den Beginn des berühmt-berüchtigten Königspfads Camino del Rey (manchmal auch als Caminito del Rey bezeichnet), der von der Presse als „der gefährlichste Weg der Welt“ getauft wurde.

Berühmt berüchtigt: der Königspfad Camenito del Rey in der Schlucht El Chorro
Berühmt berüchtigt: der Königspfad Camenito del Rey in der Schlucht El Chorro

Im Jahr 1905 wurde dieser drei Kilometer lange Versorgungsweg für ein Wasserkraftwerk hoch oben an der Wand einer tiefen Schlucht gebaut. Seit dem Jahr 2000 ist der Weg ganz offiziell gesperrt, weil mehrere Menschen zu Tode kamen.

Anmerkung: Der Caminito ist restauriert und seit März 2015 wieder für Kletterer geöffnet!
Die nachfolgende Beschreibung stammt aus der Zeit davor.


Mehr dazu: caminitodelrey.info

Zugänge müssen irgendwie über Eisenbahnbrücken und -tunnel möglich sein. Doch diese werden von Zügen befahren und die Passage der Tunnel ist natürlich strengstens untersagt und wird mit einem Bußgeld bis zu 6000 EURO geahndet. Gerade als wir unten auf der Straße stehen, rauscht mit ziemlicher Geschwindigkeit ein Zug durch den Eisenbahntunnel direkt neben dem Steig.

Ob die Staatsmacht etwas unternimmt, wenn sich Kletterer so offensichtlich wie hier darauf herumtreiben? Wir kennen die atemberaubenden Videos von Kletterern, die diese gesperrten Betonwege und -treppen ohne Sicherung gehen, und dabei noch mit einer Hand filmen. Wer sich die Videos anschaut und wer von hier unten die ersten hundert Meter der Betonplanken im Fels betrachtet, wer sieht, wie die Adrenalinjunkies über einen nackten T-Träger balancieren, weil drei Meter lang Betonplanken fehlen und kein Steg mehr vorhanden ist (es gibt auch keinerlei Geländer mehr) – der bekommt das große Schaudern.

Berühmt berüchtigt: der Königspfad Camenito del Rey in der Schlucht El Chorro

Allerdings muss es in diesem Bereich mittlerweile ein am Fels befestigtes Sicherungsseil geben. Keine Ahnung, wie das sein kann, wenn der Weg doch gesperrt ist. Ein bisschen hochalpines Bergwandern mit leichten Klettereinlagen haben wir ja auch ganz gern. Aber das hier? Und ich verstehe auch die Anziehung, die es hat. Aber ich glaube, ich würde Schreikrämpfe kriegen! Es befinden sich gerade sechs Kletterer darauf. Beim Heranzoomen mit der Videokamera sehe ich beruhigt, dass sich diese Kletterer wenigstens seilsichern.

Der gefährlichste Weg der welt
Nur für adrenalinjunkies und kletterkünstler

Nun ist aber bekannt, dass der spanische Staat acht Mio. Euro für die Sanierung des Königspfads lockergemacht hat. Und dann? Jetzt sind sie pleite. Aber im Ernst: wenn die Sanierung wirklich kommt, wie soll das um Gottes Willen aussehen? Dann flanieren die Sonnenanbeter von Malaga während eines Tagesausflugs in Flip-Flops über den Steg? An den Zugängen zur Schlucht sprießt ein Sportgeschäft nach dem anderen aus dem Boden und das Geschäft mit Wanderschuhen boomt? Oder können sich die Flip-Flopper Klettergurte und Helme ausleihen?

In einer Tapasbar

Am Anfang fehlt ein langes Stück des Steiges bis zur Eisenbahnbrücke, das offensichtlich weggebrochen wurde, um den Zugang zum Camenito zu erschweren. Die Kletterer lösen dieses Problem, indem sie sich nach unten abseilen. Als die Kletterer am Fuß der Schlucht wieder festen Boden unter den Füßen haben, reißen wir uns los und fahren weiter.

Geteerte Offroadpisten
in der Sierra de las Nieves, dem Schneegebirge

Manchmal ist das Asphaltband dunkel und jungfräulich, als wäre es erst gestern geteert worden und dann holpern wir wieder über Abschnitte, die nur mit gutem Fahrwerk einigermaßen zu genießen sind. Geteerte Offroadpisten sozusagen. Wir befinden uns wieder in der Sierra de las Nieves, dem Schneegebirge. Lange vor El Burgo bemerken wir große Schilder mit schwarzer Schrift auf gelbem Grund. Irgendwas mit El Burgo und Km 0-500. Ist dort vielleicht eine 500 Meter lange Baustelle? Hmmm. Keine Ahnung. Wir waren zu schnell dran vorbei.

Motorradtour in der Sierra de Grazalema

Als wir schließlich auf El Burgo zufahren, sehen wir es: die alte, einspurige Steinbrücke, die uns in die Stadt bringt, ist gesperrt. Aber links ist ein reichlich ein Meter breites Stück nicht mit einer Betonbarriere versehen. Ein Mann auf der Brücke sieht unsere zweifelnden Blicke und winkt uns, dass wir durchfahren sollen. Grazias, Senor!

Sicher ist die Brücke baufällig und für Autos deshalb gesperrt. Später schauen wir uns das in Google Maps noch einmal an: in Google Maps kann man die Barriere gut erkennen, während die Street-View-Bilder noch keine Sperre zeigen. Schließlich führt uns ein schwarzes, sehr kurvenreiches Teerband zurück nach Ronda. Unsere junger Motorradfahrer in Ronda schwärmte gestern in höchsten Tönen von den makellosen Strecken in der Sierra del Nieves. Wie Recht er hat!

Dem Tourverlauf folgen:
weiter mit Grazalema

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