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Das weiße Dorf Grazalema

Nächster Morgen. Heute soll es nur eine kleine Tour werden. Die ersten zehn Kilometer ab Ronda absolvieren wir auf breiter, gut ausgebauter Straße. Dann erreichen wir einen Korkeichenwald und eine frischasphaltierte, knapp zweispurige Straße hat nichts besseres zu tun, als sich in gefühlten tausend Kurven hindurch zu winden. Die Korkeichen sind oft bis in vier Meter Höhe geschält und die Rinde vermutlich zu Weinkorken verarbeitet worden. Wir befinden uns im Naturpark Sierra de Grazalema und im westlichen Ausläufer der Gebirgskette Serrania de Ronda. Auch wenn man es jetzt, im Juni, kaum glauben kann - wir befinden uns in der regenreichsten Region Spaniens! Allen Motorradfahrern und Wanderern zum Trost konzentrieren sich diese Niederschläge allerdings auf die Wintermonate.

Das Dorf Grazalema in der Sierra Grazalema
In der Sierra Grazalema

Wir erreichen nach dreißig Kilometern das Bergdorf Grazalema in der gleichnamigen Sierra, die sich mit seinen karstigen Kalksteinfelsen bis in eine Höhe von 1654 Metern erhebt. Die Straße führt nur ganz am Anfang durch den Ort, schließlich an dem Dorfkern vorbei und klettert weit hinauf, so dass wir einen Blick über die Dächer von Grazalema und den benachbarten Stausee werfen können. Am Friedhof ist gerade ein Begräbnis im Gange, was wohl ein Grund für die Polizeipräsenz in der Durchgangsstraße sein dürfte. Das Dorf ist mit seinen 2000 Einwohner kein verlassenes Nest mehr und hat auch eine bescheidene, touristische Infrastruktur aufzuweisen. Einige Hotels und Hostals bieten Zimmer für die müden Wanderer oder Motorradfahrer.

Grazalema ist der prätentiöse Inbegriff eines weissen Dorfes. Der Begriff der Puebla Blancos wird von der Tourismusbranche benutzt, um die Dörfer zu beschreiben, die mit ihren weiß gekalkten Kubenhäusern DAS Andalusien charakterisieren. Der Ort ist als Herstellungsbasis für zahlreiche Schafwollartikel berühmt. Wer Ponchos, Schals und die handgewebten Decken Mantas kaufen möchte, der sollte in die Gassen von Grazalema danach suchen.

In der Sierra Grazalema

Im Ort gibt es eine engagiertes Tourismusbüro, das sich nicht nur mit dem Verkauf von oben genannten Schafwollprodukten fiinanziert, sondern auch Keramik, Körbe, Honig, Wein und Ölivenöl verkauft. Der Ort bietet sich als Basis für Wanderungen an, denn in der Umgebung gibt es einiges zu erkunden. Auf den Hängen des Gebirges wächst eine Koniferenart, die es nur hier und im Rifgebirge in Marokko gibt: die spanische Tanne oder auch Pinsapo-Tanne, die man daran erkennt, daß die Nadeln dicht rund um den Zweig wachsen ("Igeltanne"). Der park und die Gebiete, in denen diese Tannen gedeihen, sind mit strikten Zugangsbeschränkungen versehen. Einige Wanderwege (zu nennen wäre zum Beispiel der "Igeltannenweg", die grüne Schlucht "Garganta Verde" und der "Sendero de Torreon") dürfen nur mit behördlicher, jedoch kostenloser Erlaubnis begangen werden oder im Sommer wegen der Waldbrandgefahr sogar nur mit Führer.

Nur eine ganz kleine Anzahl von Personen kommen täglich in den Genuß einer Erlaubnis: durch die Garganta-Schlucht dürfen nur zehn Personen, während die anderen Wege meist von 20 - 25 Personen begangen werden dürfen. Ohne Genehmigung sollte man es gar nicht erst versuchen, auf diesen speziellen Wegen zu wandern, denn die Parkwächter kontrollieren streng und verteilen saftige Bußgelder.

Dem Tourverlauf folgen:
weiter mit Zahara de la Sierra und der Stausee Pantano de Zahara

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