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Queralbs | Ein Bergdorf

Queralbs in den Pyrenäen / bei Ribes de Freser

Kurz nach 16:00 Uhr ist Ribes de Freser erreicht. Als hätten wir ihn gesucht, stoßen wir auf den Bahnhof der „Reißverschluss“-Zahnradbahn, die in das Vall di Nuria hinauftuckert.

Die Stadt gefällt uns nicht. Alles schaut irgendwie gottverlassen aus. Industrie, ungepflegte Häuser, wenig Infrastruktur. Hier zu übernachten ist nicht recht vorstellbar für uns. Der anschließende Weg führt uns hoch in das Nuria-Tal, immer entlang der Bahnstrecke, nach Queralbs. Ein Bergdorf, wie üblich mit Häusern aus grauen Natursteinen, mit sage und schreibe 186 Einwohnern.

An einem Haus in den engen Gassen bemerken wir ein Schild „Pension“, aber unsere Nachfrage ergibt: alles belegt. Also wieder retour! Denn nach Queralbs geht es nur noch ein ganz kleines Stück weiter, dann endet die Straße.

Queralbs in den Pyrenäen / bei Ribes de Freser

Wir entdecken kurz vor dem Bahnhof im Vorbeifahren ein „Hostal“-Schild an einem Haus, vor dem Plastikgarnituren auf durstige Gäste warten. Ich erkundige mich nach einem Zimmer und bekomme einen Schlüssel in die Hand gedrückt: Die Treppe am Haus hinauf und dann in den zweiten Stock.

Das Zimmer ist zwar ohne Klimaanlage, aber hier oben auf 1236 m Höhe ist diese auch nicht zwingend. Ich erlöse Jochen aus der Bruthitze, er ist die ganze Zeit beim Motorrad geblieben und in der Sonne ins Schwitzen gekommen. Das Haus liegt an einem Berg und auch der Parkplatz seitlich des Hauses ist mörderlich abschüssig. Wir rangieren die BIGTURTLE in eine möglichst aufrechte Position.

Bei einem Kaffee beratschlagen wir uns über den weiteren Tourverlauf. Bald sind unsere drei Tourwochen um und so langsam sollte der Weg wieder Richtung Heimat führen. Es stellt sich die Frage, wie wir nach Hause fahren.
Auf der Straße: in kürzester Zeit und auf dem schnellsten Weg (Autobahn - grrr)?

Oder auf der Landstraße: ganz gemütlich und über mehrere Tage verteilt?

Oder ganz anders: faul mit der Fähre von Barcelona nach Genua und von dort in einer etwas gewaltigeren Tagesfahrt nach Hause (600 bis 700 Kilometer, je nach Route, ob mit oder oder ohne Schweiz)?

Jedoch müssten wir deswegen wieder retour nach Barcelona fahren und irgendwie widerstrebt uns das. Wobei, so ein Tag auf der Fähre... einen Tag faulenzen... wäre auch nicht schlecht. Aber die Erholungsphase würde nur kurz währen, da die Fähre um 13:00 Uhr ab - und am nächsten Morgen um 7:00 Uhr in Genua anlegt. Da hieße es früh aufstehen und dann knapp 700 Kilometer runter spulen. Noch vor kurzer Zeit favorisierten wir die Fährfahrt. Aber plötzlich haben wir keine Lust mehr dazu. Schnell ist der Entschluss gefaßt, die Rückfahrt schön gemütlich über vier Tage zu verteilen und dass wir als Abschluß wieder einmal einen ganz motorradfreien Tag einlegen, um mit der Zahnradbahn hinauf ins Vall de Nuria zu fahren.

Der Hostal-Besitzer ist eine ehrliche Haut! Er hätte uns auch an der Nase herumführen können. In der Halbpension ist beim abendlichen Dinner ein halber Liter spanischer Rotwein inklusive. Wir fanden den Wein ausgesprochen lecker. Vor allem ich. Ich kann mit den spanischen Rotweinen nicht viel anfangen. Deshalb wollte ich von dem etwas leichteren Rotwein, den wir hier bekamen eine Flasche mitnehmen und fragten danach.

Die Kellnerin wollte uns erst eine Flasche aus der Kühlung geben, aber da wir genau den Wein aus der Karaffe unseres Abendessens wollten, rief der Besitzer aus der Küche, dass das nicht derselbe wäre, aber er würde uns den richtigen zeigen... und wuchtet einen Zehn-Liter-Tetrapack mit Zapfhahn auf die Theke. Wir haben herzlich gelacht. Und uns somit als Weindilettanten geoutet.

Dem Tourverlauf folgen:
weiter mit Mit der Zahnradbahn ins Vall de Nuria

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