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Istanbul | kultureller Schmelztiegel am Bospurus

Galata-Brücke Galata-Brücke (Red. Elke) Wir haben Istanbul erreicht. Wir können uns erstaunlich gut orientieren und wissen, daß wir im Stadtteil Eminönü sind, in dem wir das Hotelzimmer für drei Nächte gebucht haben. Aus strategischen Gründen liegt das Hotel mitten in der historischen Altstadt. Jetzt noch das Hotel finden. Jochen hat sich Istanbul vorher mit Google Earth genau angeschaut, wir wissen, an welcher Ecke unser Hotel ist und unsere "Steffi" hat eine Route gespeichert, die in Zusammenarbeit mit Google Earth entstanden ist.

Belebte, kopfsteingepflasterte Straßen mit vielen Autos, vielen Fußgängern, Straßenbahnen und Busse dazwischen. Tausende Reklameschilder, aber nicht immer Straßenschilder.

Und Einbahnstraßen! Verfluchte Einbahnstraßen! Zweimal zwingen sie uns über die Galatabrücke! Verflixt! Da rüber wollen wir jetzt noch nicht. Keine Chance zum schnellen Wenden, denn die Fahrbahnen sind mit fetten Betonbanden geteilt. Aber beim zweiten Mal wissen wir dann ja schon, wie wir fahren müssen, um in entgegengesetzter Richtung über die Galatabrücke zurückfahren zu können ...

Ihr wollt nicht verkehrt in die einbahnstrasse? "Tja, ihr könnt ja auch soooo einen bogen aussen rum fahren ..."

Istanbul - überall Einbahnstraßen - verflixte Einbahnstraßen! Irgendwann stehen wir ratlos vor dem Sirkeci-Bahnhof und ein netter Herr fragt nach dem Begehr und weist uns den Weg. Wir schauen ungläubig. Hier links abbiegen? Da steht doch, man darf nur rechts abbiegen! Da schaut widerum er ungläubig: Wir könnten ja auch soooo einen Bogen außen herum fahren ... Wir befolgen also seinen Rat, und biegen links ab.

Eine Straße, zwei Straßenbahngleise, dazwischen metergroßes, löchriges Kopfsteinpflaster und wir fahren gegen den Strom?! Und gegen die Straßenbahn? Kruzifix, hier irgendwo muß es sein! Wir übersehen es wohl dauernd in dem Gewühl an Reklameschildern!? Irgendwann sind wir wieder ganz in der Nähe, wir ham's im Urin! Ich lasse Jochen mit dem Mopped in der Sonne stehen und mache mich an der Kandarre eines netten Herrn zu Fuß durch eine Gasse auf dem Weg zum Hotel. Verflixt! Zweimal knapp daneben ist auch vorbei. Endlich haben wir es.

Der nette Herr lotst nun auch noch Jochen mit dem Motorrad her. Parkplatz auf dem Gehsteig, deutet ihm freundlichst ein Uniformierter. Aber da muß die BIG TURTLE bald weg, denn jeder (und das sind viele Leute hier!) bleibt davor stehen. Ob soviel Aufmerksamkeit unserer BIG TURTLE gut tut?

Wir begeben uns umgehend zur Rezeption. Die Buchung per Email (in Eigenregie, nicht über eine Hotelplattform) liegt schon drei Monate zurück. Ich befürchte, daß der nette junge Herr an der Rezeption mich vielleicht ratlos anschauen könnte. Tut er auch. Shit! Aber er sucht in seinem PC, fragt, wie ich gebucht hätte, über Internet oder so.

Nachdem ich Namen des Mitarbeiters und einen Ausdruck des letzten Mails vorlege, ist alles paletti. Wegen einer Bewertung im Internet, die zu den oberen Zimmern ziemlich laute Lüftungsanlagen beschrieben, fragte ich damals nach einem Zimmer im ersten Stock. Das Zimmer im 5.Stock wäre jedoch viel besser für uns, meint der Rezeptionist. Wir schauen uns beide Zimmer an: Er hat recht! Das Zimmer im fünften Stock ist ein klimatisiertes Appartement mit Schlaf- und Wohnraum zum gleichen Preis. Der Straßenlärm incl. Straßenbahn hören wir hier oben so gut wie gar nicht mehr.

Istanbul - Parkplatz (bewacht) Istanbul - Parkplatz ohne Entkommen (ohne Gassen zwischen den Autos!) Wir bringen die BIG TURTLE istanbulgemäß auf einem bewachten Parkplatz unter. Es ist Sonntag und wir wundern uns, warum die TURTLE genau in diese eine Ecke am Eingang soll. Einen Tag später wissen wir es: der Parkplatz ist werktags bis auf den letzten Zentimeter zugeparkt, quasi ohne Luft dazwischen.

Wer als erstes kam, hat das Los, als letzter fahren zu können. Auf dem Foto sieht man es nicht so gut - aber da gibt es keinerlei Gasse!

Wieder im Hotelzimmer angekommen, versuchen wir erst mal noch ein wenig das Optima-Express-Schlafdefizit von beiden Vortagen zu beseitigen. Zwei Stunden später satteln wir wieder die Hühner und stürzen uns in diesen gewaltigen Unterschied zwischen Orient und Oxident.

Frauen in schwarzen Gewändern, vermummt bis über die Ohren, sehr westlich gekleidete junge Frauen in Jeans und knappem Oberteil. Prunkvolle Moscheen und schnell erreichbare, aber absolut menschenleere Gassen. Unterschiede, wie sie wohl spannender nicht sein können, prägen diese pulsierende und aktive Stadt.

Weibliche Köder für Fotografen

Galata-Brücke mit Anglern Galata-Brücke - im Hintergrund der Galataturm Sobald wir über die Galata-Brücke wandeln, diesmal in der unteren, mit Gaststätten gespicketen Etage, werden wir angesprochen, ob wir nicht in diesem oder dem anderen Lokal essen möchten. Ich werde regelrecht bedrängt, Jochen lassen sie großflächig in Ruhe.

Wir lernen daraus: wenn die Frau ein bißchen vorausläuft, dient sie als Köder und "mann" kann in Ruhe beobachten und/oder fotografieren ;-).

Bei einer Pause vor der neuen Moschee Istanbuls werden zwei Sesamkringel vertilgt. Interessiert betrachten wir das Putzfahrzeug, die den Vorplatz der Moschee zu säubern hat. Ein wendiger, kleiner Saubermacher auf vier Rädern mit diversen Bürsten an der Seite kurvt rasant zwischen den Parkbänken ohne Rücksicht auf anwesende Beine umher und verscheucht nicht nur die Einheimischen von ihrer abendlichen Rast.

Nächster Morgen: 10:00 Uhr in Istanbul. Zeit zum Frühstücken. Etwas spät, dennoch rechtzeitig erreichen wir das Frühstücksbüffett. Vor unserem zweiten Gang zum Buffett werden langsam vom Bedienpersonal die Segel eingerollt, für das obligatorische Müsli reicht es aber gerade noch. Lehre daraus: Morgen kommen wir etwas früher. Morgen haben wir allerdings auch keinen Schlafentzug aus zwei Tagen Zugfahrt mehr auszugleichen.

Istanbul - alter Bahnhof Was macht man nun in einer Millionenstadt, wenn viele Sehenswürdigkeiten geschlossen sind (Montag!). Wir suchen uns die heraus, die nicht geschlossen haben.

Istanbul - alter Bahnhof Die Blaue Moschee, die Zisterne, den Gewürzmarkt und den großen Basar. Ein ganz nettes Programm für diesen Tag. Die Straße zur blauen Moschee sind wir gestern schon mehrmals gefahren, als wir das Hotel suchten. Jetzt lassen wir das Mopped lieber stehen ...

Auf der Suche nach unserem Hotel sind wir schon x-mal hier vorbeigekommen: dem Bahnhof Sirkeci. Dieser Kopfbahnhof wurde 1890 errichtet und gelangte vor allem als Endstation des legendären "Orient-Express" zu Berühmtheit. Das Bahnhofsrestaurant "Orient-Express" ist in den 1950er und 1960er Jahren ein beliebter Treffpunkt von Schriftstellern und anderen Intellektuellen gewesen. Heute sitzt man hier einfach nur gern und beobachtet die Menschen und die einfahrenden Züge.

Dem Tourverlauf folgen:
weiter mit Blaue Moschee

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