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Gewürz-Basar | mit dem Motorrad in Istanbul

Istanbul: Schuhputzer Istanbuler Leben Die Gegensätzlichkeiten sind es, die Istanbul so faszinierend machen. Konservativ gekleidete ältere Türken neben jungen prowestlich orientierten Türken. Gänzlich bis über die Nasenspitze in Schwarz gehüllte Frauen und knapp bekleidete junge gut aussehende Frauen. Menschengefüllte Hauptstraßen und ein paar Meter weiter absolut menschenleere Gassen. Techno-Musik aus Musikshops wechseln sich ab mit dem für unsere Ohren so ungewohnten Sound des Muezzins vom Minarett. Dazwischen kopfsteingeplasterte Straßen, in denen sich Tausende Menschen und Autos tummeln.

Uns steigt der Duft von frisch gegrilltem Kokorec in die Nase: ein Imbissgericht, das mancher Westeuropäer links liegen lässt, sobald er weiß, aus welchen Ingedenzien dieses hergestellt wird. Der "gemeine Westeuropäer" bleibt dann doch lieber beim Kepabspieß. In einer Hauptstraße wird gerade ein falschgeparktes Auto auf einen Abschlepper geladen, daneben an der Häuserecke hat soeben ein Sesamkringelverkäufer mit seinem Glaskasten auf Rädern Stellung bezogen.

Dort wo Autos nur mehr schwer durchkommen, sind die Träger und Sackkarrenschieber zugange, die große Kartons oder pralle Plastiksäcke durch die Gassen zerren und schieben. Die Träger haben große Holzgestelle auf dem Rücken, die mit dicken Kelims gepolstert sind. Kraxen türkischer Machart sozusagen. Schuhputzer wienern Schuhe. Wir würden uns ja auch gern mal diesen Luxus gönnen: nur bei unseren Trekkingsandalen hätte der Putzer wohl einige Probleme.

Dieses Gewusel ist ungewohnt für uns Mitteleuropäer. Man ist viel zu sehr darauf bedacht, a) freundlich aus dem Weg zu gehen und b) am Leben zu bleiben. Wir schauen uns ständig um, gehen auf die Seite und springen in Hauseingänge, wobei wir es außerdem geschafft haben, NICHT in offene Kellerschächte und -treppen zu fallen. Diese Umsicht scheint aber gar nicht nötig zu sein. Einfach weiterlaufen und nicht umschauen. Die Autos, Karrenschieber und Träger werden uns schon am Leben lassen, meint Jochen.

Unsere weitere Exkursion führt uns zum Ägyptischen Basar, auch Gewürz-Basar genannt (und im Türkischen Misir Carsisi). Die Legende besagt, daß der Basar im 17. Jahrhundert von Steuergeldern gebaut wurde, die den Osmanen aus Ägypten zufloßen. An jedem zweiten Stand werden wir in englischer Sprache mehr oder weniger überredet stehen zu bleiben und "nur" zu sehen, was der Händler an Waren feil bietet. Was uns mehr als positiv auffällt und es nach vorherigen Erzählungen anderer nicht vermutet hätten: 95% der Händler geben sich mit einem "nein danke" zufrieden. Das macht die ganze Sache erträglich. An den Ein- und Ausgängen stehen immer Security-Leute.

Das angebotene Warenspektrum ist riesig: Angefangen von Gewürzen jeglicher Farbe und Konsistenz über Süßigkeiten bis hin zu Früchten – ein Genuss für alle Sinne. Ein Stimmengewirr in unbekannter Sprachmelodie. Nur über die Schwaden, die die "Naftalin"- Kugeln verbreiten (sind das Mottenkugeln?) könnte sich Jochen immer wieder aufregen. Er schüttelt sich und meint: "Riecht wie bei Oma in der alten Truhe!" Er verstehe selbst nicht, warum ihn der Geruch so abstösst.

Istanbuler Handel In den Straßen von Istanbul Es gibt alles, was der Naturliebhaber für den Garten braucht: Pflanzen und Gerätschaften zur Bearbeitung des grünen Kleinods. Die Pflanzen sind gar nicht mal so exotisch, wie man vermuten könnte, ein Großteils des Angebots besteht aus Pflanzen, die man auch aus deutschen Gartencentern kennt.

Tierliebhabern sei allerdings empfohlen, einen Bereich auszulassen: hier gibt es lebende Tiere. Das geht beim Huhn und bei auf den Käfigen sitzenden Hähnen los, über Meerschweinchen, diversen Ziervögeln, Kaninchen und hört auf beim Schäferhundwelpen, der in einem großen Käfig angeboten wird.

Das exotischste sind jedoch wohl die großen, wassergefüllten Glasflaschen, an dessen Wänden sich Blutegel ringeln. Die Nachfrage scheint vorhanden zu sein, denn es gibt mehrere Männer, die auf Holzkisten am Rande des Basars sitzen und diese schwarzen Würmer anbieten.

Wir bewegen uns weiter in Richtung Großer Basar, ohne daß wir uns dieser Richtung bewußt sind. Wir lassen uns einfach in den Straßen treiben. Ein kleiner Laden drängt sich an den anderen. Es gibt Läden, die z.B. Handys anbieten, in die man kaum eintreten könnte, weil der Raum nur 3 qm groß ist, grad so groß, um eine kleine Auslage und einen Stuhl zu installieren. Irgendwo in diesem bunten Markttreiben muß die Rüstem-Pascha-Moschee versteckt sein. Im Untergeschoß befinden sich Läden und in der ersten Etage wurde vom berühmten Baumeister Sinan die Moschee gebaut. Genial. Und auf den ersten Blick nicht gleich zu finden. Man erhebe den Blick über die Geschäfte ... (und klicke auf den nächsten Menüpunkt ;-) ...

Dem Tourverlauf folgen:
weiter mit Großer Basar

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