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Von Kappadokien zur Mittelmeerküste

Kappadokien Ein weiterer Morgen in der Türkei. Wir befinden uns in Göreme/Kappadokien, mitten in Zentralanatolien, und unser nächstes Tourziel ist die Mittelmeerküste – so machen wir uns um 8:30 Uhr auf Richtung Süden. Die ersten Kilometer bestimmt die massig breite Hauptverbindungsstraße nach Nevsehir. Erst beim dritten Versuch gelingt es, unseren Benzintank mit Super (98 Oktan) zu befüllen. Den ersten zwei Tankstellen ist diese Benzinsorte "gerade" ausgegangen.

Klar, Benzin mit max. 95 Oktan könnten wir erstehen – für uns zu wenig. Der Motor der Adventure hält das 95-Oktan-Gesöff zwar durchaus aus – und sollte es auch, bautechnisch gesehen – aber nicht unsere Ohren! Das Geklingel, das eher an einen Weihnachtsschlitten als an eine BMW erinnert, wollen wir uns ersparen. Das hatten wir diesen Urlaub schon einmal. Und wir erwähnten es noch nicht: Sprit ist genauso teuer wie in Deutschland! Die türkische Regierung hat die KFZ-Steuer abgeschafft und treibt diese jetzt ausschließlich über den Sprit ein.

Weiter geht die Fahrt über Aksaray nach Sultanhani. Irgendwo in dieser Gegend muss auch der große Salzsee Tuz Gölü liegen. Wir sehen jedoch kein Fitzelchen Salz von ihm. Sind wahrscheinlich noch viel zu weit weg und wahrscheinlich ist er schon wieder wie jeden Sommer auf ein Drittel seiner Wintergröße geschrumpft.

Karawanserei SultanhaniDie einst größte Karawanserei der Türkei (die Türken schreiben Kervansaray) ist unser nächstes Zwischenziel. Beeindruckend wenn man sich vorstellt, wie hier vor hunderten von Jahren die Händler ihre Kamele versorgten und sich selbst. Wir schlendern hindurch und können wahrscheinlich nur einen Bruchteil von dem Wirklichkeit werden lassen, was damals in diesen Mauern Mensch und Tier miteinander auskam.

Na ja, und wer kommt, kaum dass wir unser Foto- und Videoequipment ausgepackt haben, an uns vorbeimarschiert? Eine Horde chinesischer oder japanischer Touristen, frisch herangekarrt von einem einheimischen Bus, den wir auf der Strecke schon mindestens dreimal überholten. Egal, knips-knips und weg. Der Spuk ist schnell vorbei und wir kommen doch noch in den Genuss, in Ruhe eine paar nette Bilder zu schießen. (Die Karawanserei wurde wieder ein eigener Menüpunkt gewidmet.)

Karawanserei Sultanhani Ab hier wechseln wir von der Hauptverbindungsstrecke auf eine Nebenstrecke Richtung Karapinar. Das ist genau das, was wir suchten. Einsame Strecken, vorbei an einsamsten Gehöften, kein Bürgersteig in unserem Sinne und weit und breit kein Auto geschweige denn eins von der Polizei. Die Straßen sind zwar nicht gerade kurvenreich zu nennen, aber leidlich gut asphaltiert. Deshalb kommen wir auch sehr zügig voran ;-)

Am Wegesrand in der Steppe hocken neugierig Erdmännchen, es sind die kleinen Ziesel, die wir schon aus der Slowakei kennen. Auf der Straße begegnen sie uns häufiger als Autos. Sind die putzig! Sie besitzen fast die gleiche Farbe wie die trockene, krümelige Erde ringsherum, so dass wir sie meist nur erkennen, wenn sie aufrecht Ausschau nach uns halten.

Links von uns befindet sich ein ebenes und weitläufiges Gelände. (Wieso links ... rechts von uns, hinter uns, überall ! ;-) Über dieser Fläche hat sich die Luft aufgeheizt und es bilden sich kleine Windhosen. Nicht sehr hoch, aber deutlich sichtbar. In den Dörfern grüßen uns wildfremde Einheimische freundlich aus allen Richtungen. Fast jeder zweite hupt oder winkt uns zu.

Karawanserei Sultanhani Nach geraumer Zeit und etlichen Kilometern auf diesen relativ ermüdenden Strecke kommen wir in Karapinar an. Im Einfallsgebiet ist die Stadt nicht sehr sehenswert. Eigentlich nur ein weiterer markanter Abbiegepunkt auf unserem Weg Richtung Meer. Eigentlich. Unserem Wunsch nach einem türkischen Kaffee und nach ein paar festeren Kalorien gedenken wir hier nachzukommen.

Einmal Hauptstraße Richtung Osten und dann – nachdem wir nix passendes gefunden haben – wieder zurück Richtung Westen. Komisch, wir halten Ausschau nach dem Wort Kebab oder auch einen "Pide Salonu", aber nichts dergleichen sichten wir an der stark frequentierten Hauptstraße dieser Stadt.

Eine pastane mit Keller-dublette

Karawanserei Sultanhani Sesamkringelverkäufer Einmal gewendet und in einer kleinen Konditorei angehalten. Was in Italien die Pasticceria ist, nennt man in türkischen Landen Pastane. Der Wirt kommt sofort herangesprungen und begrüßt uns per Handschlag. Hat das bei uns schon einer mal in einer deutschen Konditorei mit einem türkischen Touristen gemacht? Nächste Frage: Nescafé oder türkisch Coffee? Wir antworten mit: "Türkischer Kaffee!"

Er freut sich wie alle Türken, dass wir nicht den Touristenkaffee trinken und bittet uns in seinen Laden. Baklava und ein nicht identifizierbares Etwas finden Platz auf unserem Tisch. Hinter uns füllt sich in Nullkommanix ein Tisch mit 4 türkischen jungen Männern, die sich anfangs über uns und schließlich mit uns unterhalten. Woher, wohin, warum – das übliche.

Das Baklava gibt der Bauchspeicheldrüse mal wieder richtig was zu arbeiten. Von dem klebrigen Zeugs behauptete ich seit Griechenland, dass man nach dem Genuß eines solchen Gebäckteilchens drei Tage lang satt wäre. Aber frisch gebacken und lauwarm – lecker! Das andere Teilchen ist wie so manches Gebäck in osmanischen Landen sehr salzig und sehr trocken.

Draußen belagert uns bzw. mittlerweile nur noch die geparkte BIG TURTLE ein rund zehnjähriger Junge mit einem runden Tablett auf dem Kopf, auf dem ein paar Sesamkringel liegen. Er wird immer wieder vom Wirt verscheucht, aber lässt nicht locker. Irgendwie tut er uns leid, er schaut so traurig.

Sind Sie verheiratet?

(Red. Jochen) Plötzlich betritt ein weiterer Einheimischer das Lokal. Wendet sich unverzüglich zu uns und hält mir seinen Presseausweis vor die Nase. Er sei Reporter der ortsansässigen Presse und wolle einen Beitrag in seiner Zeitung über uns schreiben. Punkt. Jetzt sind wir baff, wir sind doch seit erst seit zehn Minuten in der Stadt! "Please Moment." sagt er. Plötzlich habe ich per Reporter-Handy die Redaktion am Telefon. Der englischsprechende Journalist am anderen Ende stellt mir ein paar Fragen in der Richtung von: ‚Wann sind Sie losgefahren? Von wo sind Sie losgefahren? Wo ging's dann weiter? Wo geht die Reise hin? Und von welchem Ort mit welchem Verkehrsmittel wir nach Hause fahren? Aus welchem Grund besuchen Sie Karapinar?'

"Sind Sie verheiratet?" Diese Frage verstehe ich zwar nicht ganz, aber gut, wenn's die Leser interessiert. Mensch, auf den Bericht sind wir gespannt. Leider können wir später in Deutschland die Zeitung nicht ausfindig machen: wir vergaßen, uns eine Visitenkarte geben lassen. Und die Kommunikation mit türkischen Zeitungen ist für des Türkischen nicht mächtige eigentlich unmöglich, mussten wir im Nachhinein erfahren, denn wir können auf dessen Website nichts lesen und die können unsere Emails nicht verstehen.

Nach dem Telefonat bittet uns der Mann von der Zeitung noch um ein paar Fotos vor dem Motorrad. Er hat eine kleine Digicam dabei. Während der ganzen Geschichte wie aus tausenundeiner Nacht schleicht ständig der Sesamkringel-Junge um uns herum und bietet sein "Kopf-Handelsgut" feil.

Karawanserei Sultanhani Karawanserei Sultanhani Anschließend führt uns der Wirt in seinen Keller. Dort ist der spiegelgleiche Raum wie oben im Erdgeschoss eingerichtet: links und rechts Tische und Bänke und an den Wänden kleine Hänge-Regale, in denen er seine Sammlerstücke ausstellt: alte Schneeschuhe, alte Polaroidkameras, Schreibmaschinen etc. Stolz zeigt er uns eine alte Handschrift mit arabischen Schriftzeichen. Plötzlich stehen wir im Dunklen. Der Strom ist ausgefallen.

Kein Lichtschein von draußen erhellt den langgezogenen Kellerraum. Jochen raunt scherzhaft: "Das war's dann für unsere BIG TURTLE ...", während wir wie angewurzelt stehenbleiben. Unser Wirt tastet sich eilig davon. Das Licht geht zwar nicht wieder an, aber er kommt zurück und hat ein Feuerzeug dabei, mit dem er uns den Weg nach oben leuchtet. Wir treten so langsam den Rückzug an.

Unser Reiseführer aus dem Michael-Müller-Verlag, den wir immer dabei haben, berichtet von einem ehemaligen Vulkankrater, der jetzt einen See mit einem mittigen Vulkankegel birgt, fünf Kilometer außerhalb des Ortes. Kurz bevor wir gehen wollen, kommt noch ein junger Typ in die Pastane geschneit und erklärt uns, er wäre ein Kollege von dem anderen Pressemenschen und fragt, was wir uns hier noch ansehen wollten. Wir berichten ihm von dem Vulkankratersee. Er würde uns dort zu einer weiteren Fotosession treffen.

Ein menschliches Bedürfnis und ein kompliziertes Örtchen

(Red. Elke) Aber vorher drückt mich noch ein menschliches Bedürfnis. Da die Pastane zumindest für mich sowas wie ein Café ist (vielleicht definieren die Türken es ja anders), frage ich den Wirt nach einer Toilette. Er wechselt einen ratlosen Blick mit einem zehnjährigen Jungen, der bei ihm draußen das Eis verkauft. Der Junge spricht ein paar Worte zu ihm und deutet mir, ihm zu folgen. Ja, Scheibenkleister, dann gibt es hier also in dem Lokal keine Toilette. Wo der Junge mich jetzt wohl hinführt? In die nächste Seitenstraße biegt er ab.

Wir betreten ein Stadthaus, gehen in den ersten Stock, wo er ungeduldig die Klingel betätigt. Niemand rührt sich. Er klingelt, er klopft, er klingelt, er ist ganz aufgeregt. Irgendwann macht ihm eine Frau auf und ein erregter Wortwechsel folgt. Die Frau lässt mich mit ungläubigem Blick ein. Er deutet auf eine Tür – wohl die Tür zum Bad. Ich trete ein. Hmmm, hab' ich seine Geste mißverstanden? Hier soll eine Toilette sein? Linkerhand befindet sich ein Handwaschbecken und rechts vor mir eine Duschkabine mit Plastikschiebewänden. Aber hier sollte doch ein Klo sein! Ähmmm ... Ich schiebe die Duschkabine auf – aaaah! Ich hab's gefunden!

Das Klo befindet sich in der Duschkabine! Es ist ein Stehklo und in der Dusch- respektive der Klokabine stehen ein paar Schlappen, die man offensichtlich bei der Benutzung des Duschkabinenklos anzieht, sodass nichts nach außen getragen wird. Alles klar. Beim Hinausgehen werfe ich noch einen Blick ins Wohnzimmer, in dem die Frau mit einem schreienden Baby auf dem Arm auf einem Sofa sitzt, das das einzige Mobiliar in dem Zimmer darstellt. Ich bedanke mich bei ihr.

Karawanserei Sultanhani Der See "Meke Gölü" ist ein See mit zwei Eigenarten: In der Mitte des Sees ragt ein Schlackenkegel in die Höhe. Bei einem zweiten Ausbruch des Vulkans entstand in der Mitte des ursprünglichen Kraters ein weiterer, noch höherer Vulkankegel ...

Die zweite Eigenart des Sees soll sein, dass er nach Schwefel riecht. Wir konnten diesen Geruch nach faulen Eiern nirgends bemerken. Es soll angeblich auch noch andere Tümpel in der Gegend geben, die mit schwefelhaltigem Wasser die Gegend verpesten.

Diese Landschaft eignet sich hervorragend zum Offroadfahren, alle möglichen Wege führen um den See herum und ins Hinterland. Zur vereinbarten Zeit ist kein Mensch außer uns am See zu sehen. Vielleicht hat der Typ unser Englisch nicht verstanden? Er hatte sichtlich Mühe ... Wir sagten, dass wir in fünf Minuten in Karapinar losfahren und der verstand vielleicht fünfzig Minuten? Nach einiger Wartezeit machen wir uns davon. Der Bericht muss wohl ohne diese zusätzlichen Fotos erscheinen. Überschrift ist ja schon klar: "Deutsches Paar, in Sünde lebend, bereist mit dem Motorrad die Türkei."

Karawanserei Sultanhani Die Häuser in den Dörfern von Karapinar bis Karaman sind meist aus Lehm gebaut. Die Dächer wurden mit Lehm, vermengt mit Stroh, gedeckt. Die Bauern leben von der Landwirtschaft, wir sehen vor allem Schafe und vereinzelt Kühe. Industrie ist hier sowieso Fehlanzeige.

In den Dörfern können wir außer mal einem kleinen Lebensmittelladen keine Firmen erkennen, die Lohn und Arbeit bieten könnten. Um die Mittagszeit haben die Bauern ihre Schafherden in der Mitte der Gehöfts aufgereiht. Wie gegenständige Blätter an Pflanzenstängeln aufgefädelt stehen die Schafe in Reih und Glied. Und auf beiden Seiten sitzen ein oder zwei Frauen und melken sie. Faszinierende Bilder.

Leider kann ich Jochen nicht dazu bewegen, mal vom Weg abzukommen und in ein derartiges Lehmhäuser-Gehöft mit den großen Schafherden hineinzufahren. Ich würde diese Herden und die Menschen zu gern fotografieren und filmen! Aber beide sind wir immer wieder gehemmt, auf die Leute zuzugehen und in ihre vermeintliche Privatsphäre einzudringen. Und immer denke ich: das nächste Gehöft, da überrede ich ihn, anzuhalten! Aber irgendwann kommt kein nächstes Gehöft mehr!

Wenn uns Kinder sehen, winken sie uns begeistert zu und rufen "Hello!". Die meisten Erwachsenen staunen einfach nur. LKW-Fahrer hupen und winken. Wenn wir anhalten, werden wir recht schnell von neugierigen und hilfsbereiten Türken umringt, die meist sowieso irgendwo unter Bäumen zusammenhocken und ihren Cay schlürfen.

Der Cay wird es wohl auch sein, der allen Männern in ländlichen Gegenden die Zähne milchkaffeebraun färbt. Die Türken auf dem Land legen wohl weniger Wert auf Zahnhygiene und ein vollständiges Gebiss. Oft werden auch fehlende Geldmittel zu den zahnlückigen Gesichtern führen.

Can i help you?

In einer weiteren Stadt machen wir Halt, um etwas Wasser aus unseren Flaschen zu trinken. Sofort hält ein Traktorfahrer an und fragt, ob es uns gut geht, ob wir Hilfe brauchen usw. Er spricht englisch. Wir haben das Gefühl, hier in der Türkei kann uns überhaupt nichts passieren. Egal, was schiefgeht, wenn wir Hilfe brauchen, es wird sofort jemand zur Stelle sein, der sein möglichstes tut, um uns zu helfen. Es ist ein sehr beruhigendes Gefühl und bringt sehr viel Gelassenheit in diesen Urlaub.

Pause am Straßenrand Nach weiteren Kilometern erreichen wir das Taurus-Gebirge. Die 1000 km lange Kette des Taurusgebirges verfolgt in großen Abschnitten die Mittelmeerküste. Es beginnt in Höhe des Egirdir-Sees und schwenkt schließlich nach Nordosten in Richtung Schwarzes Meer und Armenien ab. Hier erreicht es Höhen bis 3.700 m.

Mit dem Erreichen dieses Tourzwischenzieles ändert sich auch das Wetter abrupt. Dicke Wolken ziehen sich über uns zusammen und deuten eindrucksvoll auf ein nahendes Gewitter hin. Die Landschaft ist gigantisch. Ebenso auch die Anzeige auf unserem Schnabel-Außenthermometer. Geschlagene 37,6 °C zeigt es uns bei Erreichen der tiefergelegenen Regionen an. Trotz geschlossenem Visier fühlen wir uns wie unter einer Trockenhaube bei unserem Frisör (ja, ich weiß schon, viel ist beim Fahrer eh nicht mehr zum Trocknen übrig ;-)

Ständiger Begleiter - Das Minarett Wir halten an einer Tankstelle. Als wir eine leere Wasserflasche hervorholen, deutet der Tankwart auf einen Kasten im Inneren der Tankstelle. Wir kennen das schon. In dem Kasten befinden sich zwei Wasserhähne, aus denen offensichtlich Trinkwasser fließt.

Wir bekommen wieder einmal Tee spendiert und Gratis-Trinkwasser aus den Hähnen. Mittlerweile sind wir mutig. Vor einer Woche noch, in Istanbul, tranken wir zwei Gläser Wasser nicht, die es zum türkischen Kaffee gab, sehr zur Verwunderung des Kellners. Wir waren noch sehr unsicher, ob wirklich Wasser aus einer Mineralwasserflasche vor uns steht – und die Eiswürfel seien ja auch immer gefährlich, warnte man uns – und nur richtiges Mineralwasser erschien uns für unsere verwöhnten westeuropäischen Mägen akzeptabel.

Medikamente für akute Durchfallerkrankungen sind natürlich im Gepäck, aber man will es schließlich nicht herausfordern. Also dann: An einer anderen Tankstelle tranken wir auch schon das Wasser aus den Wasserhähnen – wir werden es auch hier überleben! Nur der Raum, in dem sich die Hähne befinden – ekelerregend.

Da steht eine abgewrackte Kücheneinrichtung mit einem vor Dreck starrenden Küchentisch, alles ist sowas von schmutzig! Man sieht, hier arbeiten nur Männer. Das Trinkwasser kommt gottseidank mit der Küche nicht in Berührung. Bei den herrschenden Temperaturen wär uns eine kleine Freiluft-Dusche gar nicht so unrecht. Aber das soll uns nicht vergönnt sein. Die Gewitter ziehen vor uns her, waschen die Straße und die Luft sauber, aber nie uns. Aber so senkt sich die Temperatur auf angenehme 25°C – herrlich!

Kaiser friedrich Barbarossa war auch schon hier

Karaman – Mut – Silifke. Die Straße ist breit und gut zu befahren. Die Landschaft ist bergig und felsig, wir könnten uns durchaus auch in Südtirol befinden. Weiter östlich wäre noch ein weiterer Durchstich des Taurusgebirges gewesen, den wir hätten fahren können: die schon im Altertum genutzte Kilikische Pforte.

Fluß Die Straße verläuft immer etwas oberhalb des Flusses Göksu, der zwischen Silifke und Taşucu ins Meer mündet. Seine Farbe erinnert an den Gelben Fluss. An der Stelle, an dem unser Hauptständer in der Kurve wegen einer Bodenwelle aufsetzt, ertrank Kaiser Friedrich Barbarossa im Jahr 1190 auf dem Dritten Kreuzzug im Fluss. Ein Denkmal weist darauf hin. Und der neue, kleine Kratzer in dem Asphalt ;-)

In Taşucu finden wir direkt an der Strandpromenade eine Unterkunft, welche von unserem Müllerchen zumindestens erwähnt wird. Das Zimmer hat eine Klimaanlage, Zimmer und Preis ist in Ordnung. Lästig sind nur die sticheligen Mitbewohner im Zimmer. vier Mücken werden vor dem Gang zum Abendessen getötet und zwei weitere danach. Wir hoffen, wir erlegten sie alle. Nicht umsonst wurden hier Mückenschutzgitter vor den Fenstern installiert. Aber zur Not gibt es noch Autan ...

Hier an der Küste entlädt sich nun noch ein Gewitterschauer und die Luftfeuchtigkeit erreicht 100 %. Gewaschene Haare werden auch nach zwei Stunden Frischluftaufenthalt nicht trocken – Mensch, ist das ein Saunaklima! (Ach, wir fahr'n wieder in die zentalanatolische Pampa!)

Nur dumm, dass die Zimmer-Türen so ohrenbetäubend quietschen und zuknallen! Quiiiietsch, schepper, bumm! Leider hilft Autan nicht gegen die lauten osteuropäischen, männlichen Gäste, die stundenlang "Reise nach Jerusalem", aber nicht mit Stühlen, sondern von Zimmer zu Zimmer mit Betten spielen! Und ein Organ haben die! Es müssen Russen (oder Bulgaren?) sein. Denn irgendwann packt mich die Wut und ich gehe raus auf den Gang und herrsche einen der Typen an: "Ruhe!". Er schaut mich mit großen Augen verwundert an: "Sto?" Egal, die eine Nacht ... und dann sind wir wieder weiter. Schließlich steht uns der schönste Mittelmeerküstenabschnitt bevor: das raue Kilikien!

Sorry für die etwas verschwurbelte Bildqualität – wir filmten auf dieser Etappe fast ausschließlich mit der Videokamera – die meisten Bilder stammen daher aus dem Video.

Dem Tourverlauf folgen:
weiter mit Kappadokien

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