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Göreme und die Felsenkirchen

Kappadokien Göreme - wohl das bekannteste Dorf in Kappadokien und fast ein Synonym für Kappadokien. Hierhin lassen wir uns treiben, um nach einem Zimmer zu suchen - und fündig zu werden. Die Stadt mit ihren ca. 2.000 Einwohnern ist zwar mittlerweile fest in der Hand des Tourismus (jedes zweite Haus ist ein Hotel oder eine Pension), aber in der Vorsaison ist es noch nicht überlaufen.

Und der große internationale Pauschal-Tourismus hat noch nicht Einzug gehalten. Es werden durchaus Busladungen voller Japaner angekarrt und in die Anlagen des Open-Air-Museums gespuckt, die Übernachtungsklientel jedoch ist international, aber individuell auf Reisen.

Göremes Beliebtheit resultiert vermutlich aus dem Umstand, daß sich im Umland die besterhaltensten Felsenkirchen finden. Außerdem bietet das Bild der Sandsteinhäuser inmitten Feenkaminen und Tuffsteinkegeln ein eindrucksvolles Bild. Kurzfristig vor Ort ein Zimmer zu finden dürfte nur in der Hochsaison ein Problem werden. Als wir in das Dorf fuhren und anhielten, waren sofort zwei nette Mitmenschen ohne Nachfrage bereit, uns das schönste (und leerste?) Hotelzimmer zu zeigen. Nur dumm, daß wir schon eine andere Adresse haben, wo wir mal nachfragen wollen.

Kamel mit Kuh Der größste Tuffsteinkegel in Göreme, Roma Kalesi, Römische Burg genannt, beherbergt ein antikes, römisches Grab mit zwei dorischen Säulen. Dieser Fels wird nachts eindrucksvoll beleuchtet.

An Sehenswürdigkeiten gibt es in Göreme selbst nicht viel zu bewundern, aber rund um das Dorf befinden sich die meisten und am besten erhaltenen Felsenkirchen der Region. Aber an manchen Ecken etwas abseits des Ortskerns kann man durchaus das ursprüngliche türkische Leben beobachten. Etwas außerhalb Göremes Richtung des Open-Air-Museums, gibt es einen kleinen Souvernir- und Schmuckstand mit einem lebenden Kamel als Touristenmagnet.

Der Kuhtreiber will unbedingt ein Erinnerungsfoto "Kuh mit Kamel" - nur der "Kuhtreiber" hat leichten Bammel vor dem Kamel!!! Sobald man sich dem Kamel nähert, fletscht es bedenklich die Zähne. In kamelischer Mimik nicht sattelfest, haben wir ziemlichen Respekt vor den tabakbraunen Mahlzähnen. Das Foto entsteht, wenn auch mit Sicherheitsabstand zum Wüstenschiff. Eigentlich hatten wir erwartet, dass wir einen Obulus abdrücken sollten für's Foto, aber man lässt uns gratis gewähren.

Göreme open-air-museum

Nur eineinhalb Kilometer von Göreme entfernt befindet sich das Göreme Open-Air-Museum in einem Tal mit einer Vielzahl an Kirchen. Die Kirchen sind alle in den Fels hineingegraben. Die meisten Kirchen entstanden zwischen dem 8. und 13 Jahrhundert. Dieses Tal voller Kirchen bildete den Lebensraum für die frühen Christen, die in dieser Abgeschiedenheit in perfekter Tarnung ihre Religion ungestört ausüben konnten. In den Felsen der Umgebung findet man außerdem Räume, die wohl als Ställe, Lagerräume und Klosterzellen gedient haben mögen.

Kappadokien Kappadokien Die Kirchen zieren zahlreiche Fresken. Ein Großteil sind leider während des Bildersturms im 8. und 9. Jh., als unter dem Einfluß von jüdischen und arabischen Religionen bildliche Darstellungen von Heiligen als Sünde angesehen wurden, zerstört worden. Ende des 9.Jh. fand diese düsterne Zeit ein Ende und die Kirchen wurden wieder mit figürlichen Darstellungen ausgemalt. Einige Kirchen sind sind mit sehr einfachen, meist rot gemalten Symbolen geschmückt. Sie erinnern stark an naive Kinderzeichnungen. Diese datiert man in die Zeit während des Bilderstreits.

Die besterhaltenen Fresken befinden sich in der “Karanlik Kilise” (Dunklen Kirche), für die man extra Eintritt zahlt (Kleiner Tip am Rande: Die Gebühr ist verhandelbar und teilbar ;-). Durch geringen Lichteinfall und Restauration sind die Darstellungen fast komplett erhalten. Die Kirche ist klein.

Durch ein Holzgeländer wird der Raum für die Besucher auf eine paar Quadratmeter begrenzt. Jeder fotografiert die farbenprächtigen Malereien, nur dumm, daß viele Besucher Analphabeten sind: das Schild "Blitzlicht verboten" können sie nicht entziffern!

Göreme ist ein idealer Standort für Wanderlustige. Dank der wunderschönen Täler gäbe es viele Gelegenheiten für Wanderungen, die auch schon mal mit etwas Kletterei verbunden sind. Allerdings haben wir (diesmal) in den Motorradkoffern die Wanderschuhe nicht dabei und die unterirdische Stadt steht auch noch auf dem Programm. Aber Kappadokien 1-2 Wochen lang im Frühjahr oder im Spätherbst und dann die Wanderschuhe im Gepäck - das muß gigantisch sein!

Als wir uns ein Lokal für das Abendessen suchen, werden wir von einem Animierkellner angesprochen, dessen Aufgabe es ist, Touristen davon zu überzeugen, daß es nur auf seiner Terrasse den einzig grandiosen Ausblick über die Landschaft Kappadokiens zu sehen gibt und er noch zusätzlich ohne Kosten ein gebackenes Brot mit Knoblauchbutter und Käse oben drauf packt. (Ein Fladen, so lang wie der Tisch breit ist - aaaabsolut lecker!)

Na, wer kann da schon noch "Nein" sagen. Wir wollten sowieso nicht jeden Abend ins gleiche Lokal gehen. Also nix wie upstairs und gib's ihm. Der nächste Kellner (wahrscheinlich der Hauptkellner ;-) schaut uns erstmal relativ trantütig an. Sein englisch ist zwar ok, er kennt aber kein Tsatziki (okay, den gibt es ja auch in Griechenland, wie dumm). Egal, auf der Speisekarte werde ich dann doch noch fündig. Das Teil heißt hier irgendwas wie: "Turator" oder so ähnlich - ist aber das gleiche Zeug. Gut, soll er eben das bringen.

Kappadokien - Die Dachterrasse unserer Unterkunft Unweit dieses Lokals befindet sich eine Ampel. Jedesmal, wenn wir diese passieren, schaltet sie auf Rot, na klar. Wir brutzeln und safteln also so vor uns hin und beobachten andere Verkehrsteilnehmer - doch was machen die türkischen Verkehrsteilnehmer?

Richtig - das, was sie oft an langweiligen Kreuzungen machen: Sie fahren einfach drauf zu. Für Türken sind rote Ampeln unsichtbar - sind alle Kappadokier mit Rot-Grün-Farbenblindheit geschlagen? Zugegebenermaßen ist die Ampel wirklich hirnrissig: bei den paar Fahrzeugen, die diese kleine Kreuzung zu bewältigen hat.

Kappadokien und der deutsche TÜV

Kappadokien und der deutsche TÜV - das wäre ein fatales Paar! Unsere Pension besteht aus mehreren Häusern bzw. Anbauten mit Flachdächern. Auf den Flachdächern stehen Stühle und Tische. Wir können auf jedes Dach - wenn wir uns trauen! Denn teilweise müssen wir halbmetergroße Lücken zwischen zwei Häusern überspringen, um von einer auf die andere Terrasse zu gelangen.Was war gleich noch mal ein Geländer?

Rastplatz Vor unserer Pension steht ein Baum. Ein uns unbekannter Baum. Aber die Früchte sehen interessant und lecker aus. Die haben wir doch getrocknet auf'm Markt gesehen?! Geschmacksprobe: süß, aber relativ wenig Eigengeschmack. Getrocknet auf'm Markt schmeckten sie aromatischer, und sie erinnern an den Geschmack von Honig.

Im Ortskern werden wir Zeuge einer Maulbeerenernte: Da stellen sich einfach vier Leute mit einer riesigen Plane mitten auf die Straße unter den Baum und ein anderer schüttelt kräftig. Unter dem Baum vor der Pension, der sich erst zu Hause dann als ein Maulbeerbaum herausstellt, parkt unsere BIG TURTLE. Nix abgeschlossene Garage oder ähnliches. Die normalen Sicherheitsvorkehrungen müssen reichen. Aber wir sind ganz gelassen und fürchten nicht um's Mopped. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste (Alarmanlage ist immer an) - ansonsten hoffen wir auf die Türken, nach dessen Religion Diebstahl unehrenhaft ist.

Eine Roller- und Moppedvermietung gibt es gleich um die Ecke. Der Türke dort quatscht uns irgendwann an, ob wir nicht einen Roller mieten wollen. Als er uns als die BMW-Fahrer erkennt, die öfters mal vorbeituckern, muß er über sein dussliges Angebot selber fürchterlich lachen!

Dem Tourverlauf folgen:
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