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Türkei-Schwarzmeer-Tour: Vorbereitung für den Fahrer

Sicherheitstraining
Sicherheitstraining / Schräglagentraining

Anfang April klinken wir uns in das Fahrsicherheitstraining für Motorräder bei der Bereitschaftspolizei ein. Das Training gehört mittlerweile zum Motorradfahren und Saisonstart wie das tägliche Zähneputzen. Vor der ersten Türkeitour übten wir einen Tag lang Offroad im Gelände, um herauszukriegen wie es sich anfühlt, mit Gepäck (mit 18 Litern Wasser gepackte Koffer) auf holprigen, grobschottrigen oder schlammigen Pisten unterwegs zu sein.

Jedesmal fällt beim Sicherheitstraining wieder etwas auf, das man entweder noch nicht bewusst registriert hatte (unbewusst macht man ja so einiges von dem man eigentlich nichts weiß) oder aber das schon wieder so weit abgesackt war, dass es sich ohne weiteres wieder lohnt betrachtet zu werden.

Flucht in's Gelände
Dieses Jahr haben wir kein derartiges Offroadtraining absolviert. Aber bei der Bereitschaftspolizei bitten wir die Übung "Flucht ins Gelände - Vollbremsung von Asphalt in die Wiese" machen zu dürfen. Super, wir dürfen die Wiese pflügen. Wir beschleunigen (auch hier mit Sozia) auf 50-60 km/h, legen auf dem Asphalt eine Vollbremsung hin, dessen Bremsweg in die Wiese mündet.

Sicherheitstraining / Schräglagentraining Interessant. Es passiert ... nichts.

Zugegeben: dank ABS.

Natürlich kostet es eine riesige Überwindung, die Hand um die Bremse geschlossen zu lassen und schließlich verspürt man eine geniale Erleichterung, festzustellen, dass es halb so schlimm ist - wenn man nur den Lenker gerade hält. Leider kann man das nicht ohne weiteres in der "freien Wildbahn" ausprobieren. Diese Übung absolvieren allerdings auch nur die ABSler. Die anderen Teilnehmer klinken sich freiwillig aus.

Schräglagentraining bei der Fahrschule käser

Sicherheitstraining / Schräglagentraining Sicherheitstraining / Schräglagentraining Fahrschule
Helmut Käser

Marktplatz 1
86556 Kühbach
Tel.: 08251-50850
Fax: 08251-827620
www.fahrschule-kaeser.de info@fahrschule-kaeser.de

Das zweite Sicherheitstraining ist dieses Mal ein ganz besonderes. Ein Schräglagentraining bei der Fahrschule Käser in Kühbach.

Natürlich kann man sagen: in der Türkei ist so viel Schräglage eh' nicht drin. Nein, gewiß nicht, die Straßen sind eher schräglagenfeindlich, aber es gibt ein Leben nach der Türkeitour und das Training besteht auch aus anderen Übungen, die im Alltag von Nutzen sind.

Sicherheitstraining / Schräglagentraining Fahrschule Käser Sicherheitstraining / Schräglagentraining Fahrschule Käser Ohje, der Wettergott hat uns wieder im Stich gelassen. Mitte April herrschen einstellige Morgentemperaturen und Nieselregen, als wir in der Fahrschule eintreffen.

Wir werden mit heißem Kaffee und Butterbrezen aufgepäppelt und starten mit einem ca. 1stündigen Theorieunterricht zu Fahrtechnik, Kurventechnik und etwas Physik. Helmut Käser erklärt uns in seiner lockeren Art die Kurventechnik und vorausschauendes Fahren.

Wir haben die Videokamera und die Fotokamera dabei und filmen trotz flüssiger Sonne - das später geschnittene Video auf DVD enthält für alle Teilnehmer interessante Lehr-und Erinnerungsstücke.

Helmut zeigt uns ein Video. Bei einem Sturz mit vorausgegangenem Fahrfehler wird deutlich, dass in den meisten Fällen die Angst das Zepter hält. Es muß stetig trainiert werden, dieser Angst nicht zu erliegen und ihr die Oberhand zu gewähren. Kurventechnik endet nicht bei dem richtigen Anfahren der Kurve in der Ideallinie.

Nein, es geht schon weit vorher los. Bereits bei der Blickführung entscheidet sich, wie viel Reserven ich beim Kurvenausgang noch habe. Je mehr Reserve, desto weniger komme ich in die Situation, dass sich am Kurvenausgang die Angst einstellt, falls ich zu nah am Mittelstreifen lande.

Das ist sicher nur ein Beispiel von vielen, die an diesem Tag genauer unter die Lupe genommen werden. Nach Aufwärm- und Balanceübungen, um die nötige Lockerheit zu erreichen, wird die Gruppe auf dem Übungsplatz anschließend mit dem Schräglagenmotorrad vertraut gemacht. An diesem sind beidseitig Ausleger befestigt, die im Neigungswinkel verstellbar und mit einem sich mitdrehenden Gummirad ausgestattet sind. Bevor man in Schräglage wegrutschen würde, setzt das Gummirad auf.

Somit kann die Fahrphysik ohne dem Risiko von Blessuren bis zur Schmerzgrenze "erfahren" werden. Unter ständiger Beobachtung und mit dem "kleinen Mann im Ohr" geht es in immer enger gezogene Kreise und Achter.

TOCK - da hat er wieder aufgesetzt, der kleine runde Sturzverhinderer. Funktioniert. Immer wieder stellt sich Verwunderung ein, wie groß die real mögliche Schräglage ist. Es ist mehr, als ich wahrhaben möchte und es ist gut, dass diese Dinger dran sind. "Wo schaust'n scho wieder hin?" grantelt der "kleine Mann im Ohr". Was will er denn?! Ich fahr schon ein paar Jahre Motorrad! Mein Ego ist angekratzt. Aber rein neutral betrachtet: "SCH... - ER HAT RECHT!" Es geht immer noch ein wenig besser. Und es sind diese Kleinigkeiten, die die große Veränderung in Summe ausmacht.

Es regnet immer noch. Bei Sonne kann jeder. Der Sturzverhinderer tut seinen Dienst ganz ausgezeichnet. Die Sicherheit nimmt zu, die Schräglage auch. Es macht nichts, dass auch die anderen die Kommandos und Kommentare von Helmut Käser über den kleinen Mann im Ohr mitbekommen.

Zitterpartie über brett und kies
Sicherheitstraining / Schräglagentraining Fahrschule Käser Schräglagentraining Fahrschule Käser

Ihm entgeht nichts - das macht das Käser-Training so effektiv. Und nebenher macht der eine oder andere noch einige Trockenübungen für die Gewichtsverlagerung ...

Nach soviel Überei stellt sich der Hunger ein. Zeit, um den gesunkenen Kalorienhaushalt mittels warmem Leberkäs und Semmeln aufzupolieren. Die Vollpension ist im Preis inbegriffen.

Im zweiten Teil am Nachmittag gibt es zwei Programmpunkte: Überfahren eines Brettes & Kies auf der Fahrbahn.

Logischerweise in Schräglage. Wem sich bei dem Gedanken langsam die Nackenhaare aufstellen, sollte ein solches Training mitmachen. Mit der richtigen Technik ist selbst diese schwierig scheinende Aufgabe kein Problem. Motorradfahren findet im Kopf statt - das ist das Ergebnis nicht nur dieser Fahrübung. Die Angst fährt latent mit.

Hauptaufgabe ist es, sie durch sicheres Fahren zu kontrollieren. Das lernt man hier in Perfektion. Alle Teilnehmer haben schwer gearbeitet und so gibt es schon kurz nach der Mittagspause Kaffee und Kuchen. Mittlerweile blinselt die Sonne verstohlen durch die Wolken. Der Urlaub naht, das bessere Wetter ebenfalls.

Erste-hilfe-kurs für Motorradfahrer

Am Freitag vor der Abfahrt steht ein Erste-Hilfe-Kurs an. Oh Gott, wann war der Letzte? Wahrscheinlich hätte bei unserem Wissensstand keiner unsere Hilfe überlebt.

Das Rote Kreuz bietet Erste-Hilfe-Kurse speziell für Motorradfahrer an. Wir lernen, einem Verletzten den Helm abzunehmen, ihn in die stabile Seitenlage zu bringen und ihn zu beatmen und mit Herzdruckmassage am Leben zu halten. In der Vergangenheit kamen immer wieder mal Diskussionen auf, ob bei einem verunfallten Motorradfahrer der Helm runter muß oder nicht. Wir fragen einen Notarzt und erhalten kompetente Antwort: "Ja, er muß runter! Und zwar immer, vor allem bei einem Bewusstlosen."

Es ist nicht so einfach, einem Bewusstlosen, hinter dessen Kopf man kniet, den Helm vom Kopf zu ziehen, ohne seine Ohrenläppchen bis zur Stirn auszuweiten. Man rät den Frauen, besser unter dem Helm aus genau diesem Grund keine Ohrringe zu tragen, da es schon vorkam, dass beim Helmabziehen die Ohrläppchen arg in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Allein ist das Helmabziehen fast nicht zu schaffen, ohne Schäden an der Wirbelsäule des Verletzten zu riskieren. Ein zweiter Helfer muß mit den Händen den Nacken und den Kopf stabilisieren, damit der Kopf nicht wie eine Melone nach unten knallt, sobald der Helm abgenommen ist.

Dem Tourverlauf folgen:
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