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Von Augsburg nach Ancona

Jaufenpass "Packt euch eine Kanne Jägertee ein und einen Topf voller heißer Suppe!" schreibt uns Ute in einem Mail vom Vortag. Der Wetterdienst verspricht uns in Augsburg eine Morgentemperatur von 2°C. Na super! Die Beste aller Sozias stöhnt, dass sie alles, was sie an Klamotten mitnimmt, anziehen wird. Im Gegensatz zu den letzten Tagen soll es jedoch nicht regnen und nachmittags sommerliche Temperaturen entwickeln. Bis Höhe Gardasee werden wir von Ute, Karin, Markus und Werner eskortiert und Hans treffen wir in dem Gasthaus im Pasubiotal.

Am Morgen lacht uns die Sonne bei kühlen 6° C mitten in das Gesicht. Was wollen wir mehr für den Auftakt unseres Urlaubes?

Unterwegs bemerken wir, dass bei der Montage des Tankrucksackes ein Stück der Reißverschlußnaht am Geschirr aufgerissen ist. Keine Riesenpanne. Nur dumm, dass aus irgendeinem mysteriösem Grund heuer auf unserer Packliste das Nähzeug fehlt.

Jaufen- und Gampenpass

Ute und Elke Ute und Elke Hilft nix, Nadel und Faden werden sich doch wohl in der Türkei irgendwo finden lassen?! Eine große Auswahl, die Alpen zu überqueren haben wir am 1. Mai noch nicht. Der Weg führt über die alte Brennerbundesstraße bis Lana. Dort biegen wir in Richtung Jaufen- und Gampenpass ab. Auf dem Jaufenpass begrenzen noch große Schneewächten den Fahrbahnrand. Aber die Luft ist glasklar und die Temperatur angenehm.

Die Italiener waren in den letzten Jahren recht fleißig in Sachen Straßenbau. So sind wir stellenweise leicht am Fluchen, wenn STEFFI (unser Navi) uns durch Bergdörfchen und dessen 1,5 m breite, bucklig gepflasterte Gässchen mit 25% Gefälle jagt.

Mit Umwegen erwischen wir den Einstieg in das Valle de Pasubio. Die spitzen Bemerkungen unserer Eskorte über die Irrfahrten unserer STEFFI halten wir großmütig aus, denn in den nächsten drei Wochen werden wir uns nur noch allein über STEFFIS "Stadtbesichtigungen" amüsieren müssen.

Den Gasthof "Alla Laterna" im Dörfchen Foxi di Vallarsa erkennt man an der alten BMW vor dem Eingang. Nach dem obligatorischen Gut-Ankommer-Bier verleben wir einen recht geselligen Abschiedsabend. Hier hat es die letzten 5 Tage durchgehend geregnet. Wenn das mal nicht ein Omen ist, dann doch bei strahlend blauem Himmel anzukommen!

Valli del Pasubio

Im Foxi Nach einer geruhsamen Nacht scheint uns die Sonne mit ihren lockenden Strahlen mitten ins Zimmer und erste Stimmen dringen von dem Motorradparkplatz durch unser geöffnetes Zimmerfenster. Gute Wünsche begleiten unsere Abfahrt. Wir sollen gut aufpassen, vorsichtig fahren, gesund wiederkommen usw. usf. Wir entgegnen mit den Standardworten: "So wie immer!"

Die folgenden Kilometer wurden in ein enges Kurvenband gepresst. Kommt uns sehr gelegen und die Landschaft am Pasubio ist einfach genial. Tiefe Schluchten und an den Hängen die entlang führende Straße. Tolle Tiefblicke in grandioser Landschaft. Wer sich schon einmal mit dem Gebirgskrieg des 1.Weltkriegs beschäftigt hat, dem ist der Pasubio ein Name, der legendär ist und Gänsehaut hervorruft.

Der Monte Pasubio besitzt zwei plateauartige Gipfel. Auf dem einen verschanzten sich die österreichisch-ungarischen Kaiserjäger, gegenüber hielten die italienischen Alpini ihre Stellungen. Gegenseitig versuchte man sich auf den Berggipfeln in die Luft zu sprengen. 13.000 Tote forderte allein der Kampf um den Monte Pasubio.

Ein abenteuerlicher Weg, der "Strada delle Galerie", mit 52 Tunneln auf 6,5 km Länge und einem Höhenunterschied von über 700 m. Der längste Tunnel weist 320 m auf, teilweise führt der Weg spiralförmig durch das Berginnere. Allerdings ist diese alte Bergstraße heute ausschließlich Wanderern vorbehalten, selbst für Mountainbiker ist sie gesperrt. Der Weg ist nicht gesichert und mehrere Fahrradfahrer ließen hier schon ihr Leben. Wir haben also nicht die Möglichkeit, auf zwei Rädern den legendären Pasubio zu erklimmen.

So erreichen wir irgendwann wieder die Ausläufer der Ebene um Venedig. Vorbei an Vicenza geht es immer weiter Richtung Meer. Wir wollen die Adria entlang zu unserem Zielpunkt fahren, dem Hafen von Ancona. Eine relativ triste und einfallslose Landschaft erwartet uns. Von Pappeln gesäumte Straßen zeugen von dem verzweifelten Versuch, aus dieser Ebene noch etwas abwechslungsreiches zu gestalten. Kurz vor Rimini haben wir dann die Lust auf Stau am Meer entgültig verloren.

Wir begeben uns auf die A14 Richtung Ancona. Ist zwar nicht gerade das Motorradhighlight, spart uns aber etliche nervige Ortsdurchfahrten. Schließlich sind wir nicht zu einer Italienrundfahrt aufgebrochen. Im Hafen empfängt uns die türkische Gelassenheit: einmal am Check-In-Schalter und auch das Schiff nimmt es sehr gelassen und trifft mit zweistündiger Verspätung ein.

Dem Tourverlauf folgen:
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