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Albanien | Langeweile geht anders!

Gigantischer Ausblick auf Himara von Pilur aus.

Der Schurke Lord Voldemort in den Harry-Potter-Büchern fliegt ab und zu an einen Ort, der von dunklen Wäldern bedeckt und von bösen Kreaturen bewohnt wird. J.K. Rowlings nannte diese Re­gion Albanien – ein Zufall? Auch in Actionfilmen erlebt man Albaner oft als Typen mit großer kri­mi­neller Energie. Und kaum ein Land in Europa wird dermaßen mit phantasievollen Klischees überzogen. Sind es nur Klischees oder was ist da dran? Zugegeben, auch wir mussten erst ver­schiedene Medien nutzen, um uns ein wenig kundig zu machen. Unser Wissen beschränkte sich wie bei den meisten Menschen auf die Stichworte: Autoput, Steinewerfer und "Schnell durch".

Man mag es kaum glauben: 600.000 Bunker hat Enver Hoxha im ganzen Land verteilt.

Wurden wir in den Mona­ten vor unserer Tour ge­fragt, wohin uns die näch­ste Motorradtour führt, hatten wir jedes Mal einen Heidenspaß, die Mimik unseres Gegenübers zu beobachten. Sobald wir „Albanien“ nannten, mutier­ten zuerst die Augen des Fragenden zu großen Wagenrädern, er warf den Kopf in den Nacken und ihm schienen, mit Blick auf die beiden Verrückten, hunderte Fragen durch den Kopf zu gehen. Meist murmelte der Fragesteller dann: "Hmmm ... Albanien. Albanien? Da hab ich jetzt überhaupt keine Vorstellung davon ..."

Wir auch nicht. Deshalb fahren wir ja hin. Warum Albanien? Was gibt es dort überhaupt Inter­essantes????? Diese Fragen werden wir uns drei Wochen lang beantworten. Wir wagen jedoch nicht zu hoffen, herauszufinden, warum Albaner eine andere Form von Gerechtigkeit als wir zu haben scheinen (Stichwort Blutrache); als Touristen ohne Kenntnisse der Landessprache werden wir den Menschen kaum so nahe kommen, dass wir ihre Kultur und die daraus resultierende Denkweise komplett verstehen werden. Uns genügt, dieses Land mit allen Sinnen zu „erfahren“, damit die wabernde, undurchsichtige Blase verschwindet, die wir im Kopf haben, sobald der Begriff „Albanien“ fällt.

Ein perfektes Motorradrevier am Ohridsee.
Ein perfektes Motorradrevier am Ohridsee.

Für Motorradfahrer klingt die Beschreibung der Geografie schon mal sehr anziehend. Der kleine Staat auf der Balkanhalbinsel ist gerade mal so groß wie das Bundesland Brandenburg und besteht großteils aus Bergen. Halbkreisförmig ragen im Norden, Osten und Süden steile Gebirge auf, die zum Landes­inne­ren hin in sanfte Hügel übergehen, um sich im Süd-Westen, im albani­schem Epirus, in Form von steilen Küstengebirgen in das adriatische Meer zu stürzen.

Wegen des Zustands der Straßen tun sich viele Fragezeichen auf. Im Vorfeld haben wir stunden­lang in Foren gestöbert und Informationen über den Ausbauzustand einzelner Abschnitte gesammelt. Schlagloch­straßen ohne Wegweiser und chaotisches Verkehrs­getümmel in den Städten erwarten uns.

Trotz bester Vorbereitung werden wir aber trotzdem noch massig Überraschungen erleben, das ist sicher. Da wir zu zweit mit Gepäck auf einem Motorrad unterwegs sind, haben wir uns schwe­ren Her­zens vorgenommen, Schotterpisten so gut es geht zu meiden. Zumindest, wenn es um Dutzende von Kilometern geht. Einzelne Abschnitte werden wir wohl nicht immer verhindern können, noch dazu, da wir auch die nordalbanischen Alpen besuchen wollen.

Wie wir später sehen, ist die Verkehrsdichte in manchen Gebieten so gering und der nächste größere Ort so weit entfernt, dass wir uns der Gefahr nicht aussetzen wollen, stundenlang auf Hilfe jedweder Form warten zu müssen.

Trotz dieses Entschlusses hatten wir – im Nachhinein betrachtet – mehr als genug einsame Mo­mente und auch viele Offroadpassagen, denen man sich in Albanien einfach nicht entziehen kann. Aber eben keine, bei denen von vornherein eine Länge von 50 km oder mehr absehbar ist. Wer gute Straßen will, muss die Autobahn wählen. Aber auch dort gibt es genug Überraschungen ...

Unser Fazit mit zwei Worten: Gerne wieder!

Albanien ist ein Land der Überraschungen. Man weiß nie, was auf einen zukommt und das macht das Ganze so spannend. Unsere drei Wochen waren nie langweilig, selbst als wir mal 90 km auf der Autobahn fuhren – was der normale Motorradfahrer ja stocklangweilig empfindet – hatten wir Kurzweil, weil wir uns die Autobahn mit Ziegen, Menschen und Imbißbuden teilten. Und nur wenigen Autos.

Und so geht es immer weiter: nichts funktioniert 100%ig und alles ist irgendwie improvisiert. Es kann Sprit geben, muss aber nicht. Es kann am Automaten Bargeld geben, muß aber nicht. Und es kann Strom geben, muss aber nicht. Es gibt es ein Müllproblem, viel Armut, aber nie Lange­weile.

Das I-Tüpfelchen sind die Menschen. Sehr liebe und freundliche Menschen, die sehr aufge­schlossen auf den Reisenden zugehen. Sie sind gastfreundlich und sehr hilfsbereit, ohne am Ende die Hand aufzuhalten. Moslems und Christen leben einträchtig neben- und miteinander, selbst gemischt-konfessionelle Ehen sind kein Aufreger.

Albanien ist ein sehr armes Land mit sehr viel Potential ein beliebtes Reiseziel zu werden. Die Menschen tragen einen großen Anteil daran, dass man sich sofort wohl fühlt. Wohlfühlen muss. Eine absolut geniale Tour – Langeweile geht anders.

Dem Tourverlauf folgen:
weiter mit Von Igoumenitsa gen Norden bis nach Ksamil

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