Motorradtouren Türkei Schwarzmeertour Vorbereitung Fahrervorbereitung

Türkei-Schwarzmeer-Tour: Vorbereitung für den Fahrer

Sicherheitstraining

Sicherheitstraining / Schräglagentraining Anfang April klinken wir uns in das Fahr­sicher­heits­training für Motorräder bei der Bereit­schafts­polizei ein. Das Training gehört mittlerweile zum Motorradfahren und Saisonstart wie das tägliche Zähneputzen. Vor der ersten Türkeitour übten wir einen Tag lang Offroad im Gelände, um herauszukriegen wie es sich anfühlt, mit Gepäck (mit 18 Litern Wasser gepackte Koffer) auf holprigen, grobschottrigen oder schlammigen Pisten unterwegs zu sein.

Jedesmal fällt beim Sicherheitstraining wieder etwas auf, das man entweder noch nicht bewusst registriert hatte (unbewusst macht man ja so einiges von dem man eigentlich nichts weiß) oder aber das schon wieder so weit abgesackt war, dass es sich ohne weiteres wieder lohnt betrachtet zu werden.

Flucht in's Gelände
Dieses Jahr haben wir kein derartiges Offroadtraining absolviert. Aber bei der Bereitschaftspolizei bitten wir die Übung "Flucht ins Gelände – Vollbremsung von Asphalt in die Wiese" machen zu dürfen. Super, wir dürfen die Wiese pflügen. Wir beschleunigen (auch hier mit Sozia) auf 50-60 km/h, legen auf dem Asphalt eine Vollbremsung hin, dessen Bremsweg in die Wiese mündet.

Sicherheitstraining / Schräglagentraining Interessant. Es passiert ... nichts.

Zugegeben: dank ABS.

Natürlich kostet es eine riesige Überwindung, die Hand um die Bremse geschlossen zu lassen und schließlich verspürt man eine geniale Erleichterung, festzustellen, dass es halb so schlimm ist – wenn man nur den Lenker gerade hält. Leider kann man das nicht ohne weiteres in der "freien Wildbahn" ausprobieren. Diese Übung absolvieren allerdings auch nur die ABSler. Die anderen Teilnehmer klinken sich freiwillig aus.

Erste-hilfe-kurs für Motorradfahrer

Am Freitag vor der Abfahrt steht ein Erste-Hilfe-Kurs an. Oh Gott, wann war der Letzte? Wahrscheinlich hätte bei unserem Wissensstand keiner unsere Hilfe überlebt.

Das Rote Kreuz bietet Erste-Hilfe-Kurse speziell für Motorradfahrer an. Wir lernen, einem Verletzten den Helm abzunehmen, ihn in die stabile Seitenlage zu bringen und ihn zu beatmen und mit Herzdruckmassage am Leben zu halten. In der Vergangenheit kamen immer wieder mal Diskussionen auf, ob bei einem verunfallten Motorradfahrer der Helm runter muss oder nicht. Wir fragen einen Notarzt und erhalten kompetente Antwort: "Ja, er muss runter! Und zwar immer, vor allem bei einem Bewusstlosen."

Es ist nicht so einfach, einem Bewusstlosen, hinter dessen Kopf man kniet, den Helm vom Kopf zu ziehen, ohne seine Ohrenläppchen bis zur Stirn auszuweiten. Man rät den Frauen, besser unter dem Helm aus genau diesem Grund keine Ohrringe zu tragen, da es schon vorkam, dass beim Helmabziehen die Ohrläppchen arg in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Allein ist das Helmabziehen fast nicht zu schaffen, ohne Schäden an der Wirbelsäule des Verletzten zu riskieren. Ein zweiter Helfer muss mit den Händen den Nacken und den Kopf stabilisieren, damit der Kopf nicht wie eine Melone nach unten knallt, sobald der Helm abgenommen ist.

Anreise