| Der Edersee
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Mit einer gesamten Länge von 27 Kilometer und der größten Breite direkt an der Staumauer, faßt der Edersee ein Gesamtvolumina von 202 Millionen m3. Die größte gemessene Tiefe des Edersees befindet sich direkt an der Staumauer mit einer Höhe von 42 Metern.
Grund für die Erbauung der Edertalsperre war eigentlich, um die benötigten Wassermassen des kurz vorher erbauten Mittellandkanals zur Verfügung zu stellen, der wiederum dient der Schiffbarmachung der Oberweser und der Fulda. Zu einem weiteren, wichtigen Grund gehörte die Zähmung der bis dato recht unregulierten Eder, die immer wieder zu Überschwemmungen des unteren Edertals und der Fulda führte. Durch die Anstauung des Wassers bedingt, mußten ähnlich dem Reschensee, Dörfer (Teile von Nieder-Werbe und Herzhausen) geräumt werden. Etwa 900 Menschen mußten ihren Standort wechseln. Bei Niedrigwasser tauchen einige Bauten aus der nassen Versenkung auf. Heute jedoch runden eine Vielzahl von Freizeitaktivitäten das Erholungspotential des Edersees ab. Angefangen von Angel-Gelegenheiten über Ausflugsmöglichkeiten zum Wildpark Edersee und Aquapark Hemfurth-Edersee bis hin zum Besuch von malerisch gelegenen Ortschaften wie: Korbach, Frankenberg, Willingen etc. steht der Erholung hier nichts mehr im Wege.
Tag für Tag bringen Mosquito-Aufklärer Informationen über die großen Talsperren im Sauerland über den Kanal. Die Möhnetalsperre soll ebenso angegriffen werden wie die Sorpetalsperre, wobei die Sorpetalsperre durch ihren Erddamm als schwer zerstörbar gilt und nur als Ablenkungsmanöver herhalten muß, bis die Hauptangriffe auf die Eder- und die Möhnetalsperre geflogen sind. Das Material der Aufklärer zeigt, daß die Edertalsperre bis zum Rand gefüllt ist, in der Möhnetalsperre fehlen noch ein paar Meter bis zur vollständigen Füllung. Ein wichtiges Kriterium für das Ergebnis der Bombardierung ist der hohe Wasserstand, denn bei einem niedrigen Wasserstand hätte die verstärkende Wirkung des Wassers gefehlt. Als Angriffstermin wird die Nacht vom 16. auf den 17. Mai 1943 festgelegt.
9 Maschinen des Typs Lancaster sollen die Möhne- und danach die Edertalsperre angreifen, während 5 Maschinen als Ablenkmanöver die Sorpetalsperre angreifen. Als die Staffel die Möhnetalsperre anfliegt, eröffnet die Flak sofort das Feuer auf die 8 Lancasters (eine Maschine ist über dem Ruhrgebiet in Flakfeuer geraten und abgestürzt). |
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Sofort begibt sich das Fluggeschwader, unter der Leitung von Wing Commander Guy Gibson, auf den Weg zu der unbewachten Edertalsperre, die in 70 km Entfernung im Vollmondlicht liegt. Trotz fehlendem Flakbeschuß ist die Anflugsituation hier um einiges schwieriger. Eine geschlagene Stunde kreisen die Lancaster-Maschinen über dem See und keine ihrer zerstörerischen Angriffe zeigt die gewünschte Wirkung. Zuletzt bleibt nur noch eine Bombe übrig. Die letzte Lancaster gibt den Befehl zum Ausklinken der Bombe ... Eine erdbebenartige Erschütterung durchläuft den Talgrund und Sekunden später ist das Edertal ein brodelndes, todbringendes Meer.
Die Edertalsperre gilt als "sichere" Talsperre. Eine Bombardierung hält man für äußerst unwahrscheinlich, da ein Anflug von Bombern durch die den See einrahmenden Berge als unmöglich angesehen wird. So ist es möglich, daß das englische Geschwader keine Gegenwehr vorfindet, als es die Talsperre anfliegt. Die Wirkung des Angriffs hängt zum großen Teil vom Können der Piloten ab. Sie müssen sich exakt 18 m über der Wasseroberfläche befinden, wenn sie die Bombe ausklinken. Ein Problem besteht auch darin, diese Höhe zu messen: die Messinstrumente verfügen nicht über die nötige Genauigkeit. Schließlich behilft man sich damit, unter dem Flugzeug zwei Scheinwerfer zu befestigen: einen am Bug und einen am Heck. Wenn sich die Lichtkegel genau auf der Wasseroberfläche treffen, dann erst ist sich der Pilot sicher, daß er sich exakt in 18 m Höhe über dem Wasserspiegel befindet.
Die Aktion "Unterholz" (Downwood) läuft weiter und bald stellen sich auch befriedigende Ergebnisse ein. Unverzüglich bekommen mehrere Rüstungsfabriken den Auftrag, solche Bomben herzustellen: mit einem Durchmesser von 3,40 m und einem Gewicht von 3,9 t. Insgesamt 2500 Übungsbomben versenken die Flieger in englischen Gewässern, bis die Treffsicherheit nichts mehr zu wünschen übrig läßt. Und so nimmt das Verhängnis seinen Lauf. |
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In den Gemeinden des Edertales, die von der Flutwelle erfaßt werden, spielen sich erschütternde Szenen ab. In zahlreichen Häusern können sich die Bewohner nicht mehr in Sicherheit bringen und werden in den oberen Stockwerken der Häuser eingeschlossen. Hilfe ist keine zu erwarten, denn jedes Boot würde von den reißenden Wassermassen fortgespült. Erst allmählich geht das Wasser wieder in sein ursprüngliches, jetzt stark erweitertes Flußbett zurück. Ein Bild des Grauens bietet sich den Anwohnern: Vieh ist in den halb weggespülten Ställen ertrunken, Häuser sind zerstört oder schwer beschädigt, die Felder sind meterhoch mit Steinen verwüstet. Im Edertal finden 47 Menschen den Tod.
Am Morgen nach dem Angriff gehen Fachleute daran, das Ausmaß der
Schäden an der Edertalsperre zu beurteilen. Sie stellen fest, daß
die Bombe ganze Arbeit geleistet hat:
Die Sperrmauer wird in den darauffolgenden Monaten mit großem Arbeitskräfte- und Maschinenaufgebot wieder instand gesetzt, wobei entgegen einiger Widerstände Wert darauf gelegt wird, daß dies nicht mit einer schnelleren Notlösung geschieht, sondern das Mauerwerk mit den vorher schon verwendeten Materialien und Techniken wieder hergestellt wird. Der Edersee liegt in einem Dreieck, das von den Städten Korbach, Bad Wildungen und Frankenberg gebildet wird. Eine günstige Verkehrsanbindung über Bundesstraßen und weniger günstige, dafür aber landschaftlich reizvolle Sträßchen sorgen für eine ungetrübte Anreise.
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Wegbeschreibung: |
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Korbach -> B 251 Sachsenhausen -> in Sachsenhausen Richtung Nieder-Werbe -> Waldeck -> Edersee Bad Wildungen -> B 253 Gem. Edertal -> Giflitz -> Mehlen -> Affoldern -> Heinfurth -> Edersee Frankenberg -> B 252 Schmittlotheim -> Kirchlotheim -> Herzhausen -> Vöhl -> Nieder-Werbe -> Waldeck -> Edersee |
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