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Das
Schiff rummelt und ruckelt. Mehr als unsere bisherigen Kähne
Richtung Griechenland. Irgendwas in unserer Kabine vibriert. Abends
suchen wir vergeblich nach einem netten Plätzchen, wo wir unseren
mitgebrachten Rotwein köpfen können. Doch diese netten
Sesselgruppen wie auf den griechischen Fähren gibt es hier
nicht. Alles Bars, Restaurants, Money, Money.
Am nächsten Tag nachmittags haben wir uns gerade noch einmal
zu einem verspäteten Mittagsschläfchen in die Kabine begeben.
Wir trauen unseren Ohren nicht, als wir auf dem Gang eine Durchsage
hören:"...in 10 Minuten sind die Kabinen zu räumen!"
Und schon klopft einer an die Tür: "Forza! Forza!"
Hektik, Chaos. Wieso das denn? Es sind doch noch 2 Stunden bis zum
Anlegen. Irgendwas haben wir da verpennt! Der Forza-Typ holt sich
einen kurzen Anpfiff, als wir nach seiner Meinung nicht schnell
genug unser Chaos meistern...
Wir verlassen die Kabine. Und stehen uns die nächsten zwei
Stunden die Beine in den Bauch. An der Rezeption. Am nächsten
Deck. An der nächsten Tür. Immer müssen wir wieder
an irgendeiner Tür warten. Dann sind endlich die LKWs raus
und wir dürfen wieder ein Treppchen tiefer.
Es ist halb 8 Uhr abends, bis wir auf festem Boden in Palermos
Hafen stehen. Eins wissen wir: wir übernachten irgendwo außerhalb.
Deshalb stürzen wir uns unverzüglich ins Verkehrsgewühl.
1.
Preisfrage: Was macht ein Motorradfahrer, der auf eine Kreuzung
einer vierspurigen Straße zufährt. Auf der Kreuzung steht
ein Polizist und ein Verkehrsschild zeigt an, daß man nicht
links abbiegen darf. Der Motorradfahrer muß aber nach links!
Was macht der Motorradfahrer? Richtig, er biegt nach links ab!
2. Preisfrage: Was macht der
Motorradfahrer, wenn er auf einer vierspurigen Straße auf
eine Ampel zufährt, die schon längst auf ROT umgeschaltet
hat, aber alle anderen trotz hupenden Querverkehrs weiter fahren...
Richtig, er fährt auch bei ROT!
Hui, hier sind jegliche Verkehrsregeln außer Kraft gesetzt!
Zweispurige Straßen werden drei- bis vierspurig befahren (bei
uns würde man das Effektivität nennen).
In
Deutschland hätte Jochen nach 10 Minuten Fahrzeit den Führerschein
schon mindestens zweimal abgeben müssen! Bißchen mulmig
ist uns schon. Aus diesem Grunde wird die Videokamera, die diese
amüsante Fahrt großteils aufzeichnet, bei Stopps immer
in der Jacke verstaut ;-)
Eine Stunde später befinden wir uns endlich im Bergnest Caccamo.
Im grellen Licht eines Scheinwerfers blättere ich auf einem
Firmengelände in unserem "kleinen Müllerchen",
weil ich gelesen hatte, daß in diesem Bergdorf ein kleines
Hotel existiert.
Just in diesem Augenblick will ein Angestellter das große
Rolltor, hinter dem wir uns befinden, schließen, mahnt uns
aber zu Ruhe, wir sollen mal keine Hektik machen....
Das Hotelzimmer ist schlichter Standard, aber ausreichend und sauber.
Vorteil ist die darunter befindliche Pizzeria, die zugleich Nachteil
ist. Beide - Pizzeria und Zimmer - sind gefliest und so hallt es
bis weit nach Mitternacht aus der Pizzeria in unser Zimmer.
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