Der Vulkan Ätna - Wissenswertes

Der Ätna - italienisch Etna geschrieben und von den Einheimischen liebe- und ehrfurchtsvoll Mongibello genannt ist mit 3330 m der höchste und der aktivste Vulkan Europas.

Die Höhenangabe ist jedoch immer relativ, da sich seine Höhe durch neue Schlackenkegel nach Ausbrüchen immer wieder einmal ändert. Insgesamt hat der Ätna um die 400 Nebenkrater, die meist aktiver sind als die drei Hauptkrater. Der Vulkan ist im Jahr durchschnittlich drei Monate aktiv.

Statistisch gesehen wird alle 150 Jahre eine Ortschaft zerstört. Trotzdem ist der Vulkan dank der Langsamkeit der Lavaströme relativ berechenbar. 40.000 Menschen leben direkt an den Hängen des Ätna auf den äußerst fruchtbaren Lavaböden.

Allerdings - wenn die Lava auf eine Ortschaft zufließt, sind bisher alle Versuche einer Umleitung gescheitert. Im Jahr 1991 bis 1992 wurde die Ortschaft Zafferana um ein Haar Opfer der Lava. Man warf unter anderem von Hubschraubern aus große Betonblöcke ab. Auch sie stoppten die Lava nicht. Erst eine Bittprozession habe den Vernichtungsstrom aufgehalten, heißt es. Nicht das erste Mal, wie man hört, hat eine göttliche Macht in den Lauf der Geschichte eingegriffen..

So ist es kein Wunder, daß am Ätna der Aberglaube seltsame Blüten treibt. An den Hängen des Ätna bieten zahlreiche "Propheten", "Magier" und ähnliche Scharlatane ihre Dienste an. Vor Jahren hat die Polizei den auf Plakaten angebotenen Diensten Einhalt geboten. Aber es gibt sie immer noch, die "Wundertäter", sie bieten sich nur nicht mehr so offensichtlich an. Bei den Ausbrüchen 2001 bis 2003 wurde die Sport- und Hotelanlage "Piano Provenzana" unter Lavamassen begraben. Auch die Seilbahn fiel dem glühendheißen Strom zum Opfer.

Seit August 2004 ist eine neue Seilbahn in Betrieb. Sie führt von 2000 m bis etwa 2500 m Höhe, ab dort ist eine Weiterfahrt mit Jeepbussen bis etwa 3000 m Höhe möglich.

Eine Tour mit den Bussen kostet 45 € pro Person. Durch die staubigen Scheiben sieht man allerdings relativ wenig. Also empfiehlt es sich auf jeden Fall, die ganze Tour als Trekking/Wandertour zu unternehmen, 90 € für zwei Personen für wenig Eindrücke - da haben wir doch am nächsten Tag lieber einen gescheiten Muskelkater, oder?

Ab dem Parkplatz ETNA NORD führt eine für den allgemeinen Verkehr gesperrte Piste bis fast auf den Gipfel, 4 - 5 Std. Aufstiegszeit muß man veranschlagen.

Warnung: Aufstieg in den Gipfelbereich nur bei Kenntnis der Gefahren! Austritt hochtoxischer Gase und spontane Eruptionen vor allem im Gipfelbereich und an aktiven Stellen möglich! Windverhältnisse beachten; niemals in die Windschleppe begeben oder bei instabilem / nicht vorhandenem Wind zu den Gipfelkratern! Nicht zu nahe an die Krater treten - Absturzgefahr!

Wer kein erfahrener Bergprofi ist und/oder mit einer detailierten Wanderkarte ausgerüstet ist, sollte die Pisten nicht verlassen. Es sind in den vergangenen Jahren immer wieder Menschen spurlos verschwunden. Und möglichst früh aufsteigen. Ist der Berg schon mit Wolken umkränzt, kann man sich den Aufstieg in eiskalte Nebelschwaden sparen! Es gibt Bergführer, die auf Vulkane spezialisiert sind. Diesen sollten sich Unkundige anvertrauen. Von Catania aus führt eine Eisenbahnlinie, die Ferrovia Circumetnea, 110 km lang rund um den Ätna.

 

 

Ausbruchstatistik
1500
  v.Chr. Gewaltige Eruptionen, wie geologische Untersuchungen nachgewiesen haben.
122
  v.Chr. Gewaltiger Ausbruch, in Catania wurden zahlreiche Gebäude durch ausgeschleuderte Gesteinsbrocken (Tephra) beschädigt
44
  v. Chr. Großer Ausbruch, dessen Rauchwolken den Himmel über Rom verdunkelten. Missernten im gesamten Mittelmeerraum bis nach Ägypten
1169
  Gewaltige Eruption und Erdbeben, 15.000 Tote
1669
  Ein Ausbruch zerstört das halbe Catania.
1910
  Fast-Zerstörung der Siedlung Borello bei Belpasso, das im 17. Jahrundert schon 2mal komplett
1928
  770 Hektar Wald- und Südfrucht-Bestände und 550 Gebäude der Gemeinde Mascali wurden verwüstet
1971
  Zerstörung des zweiten Abschnittes der Seilbahn sowie die Vulkanwarte.
1991
  größte Ausbrüche des Ätnas mit den größten Lavamengen, der Ausbruch stoppte kurz vor dem Ort Zafferana Etnea.
2001
  die Seilbahn wird zerstört
2004
  an der Südostseite des Vulkans tritt in 2700 m Höhe ein breiter Lavastrom aus, der Richtung Bove-Tal fließt
2006
  letzter großer Ausbruch, Lava-Ströme Richtung Bove-Tal
  bis heute immer wieder Aktivität und Lavaströme - gut zu verfolgen: http://www.vulkane.net/vulkane/etna/etna.html
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