Organisatorisches
• Anreise

Die Entfernung München - Palermo beträgt 1600 km. Die Fähre ist das bequemste und wenn man beim Motorrad auch sämtliche Verschleißkosten dazunimmt, auch ein preiswertes und nervenschonendes Mittel, um von Deutschland aus nach Sizilien zu gelangen. Fähren fahren ab Genua, Civitavecchia und Neapel. Ein Ticket zu bekommen, sollte in der Nebensaison auch kurzfristig vor Ort kein Problem sein. Im April wie bei uns ist das Schiff mehr als halb leer. In der Hauptsaison Juli - August / Mitte September sollten laut unserer Recherche aber auch Motorradfahrer vorbuchen, erst recht, wenn sie für die ca. 20stündige Überfahrt eine Kabine buchen möchten.

Für die Anfahrt Genua (bei uns: aus dem Raum München) empfiehlt sich entweder die Brenner-Route oder die San-Bernardino-Route. Letztere ist kürzer, aber auch schnee-gefährdeter... Am San-Bernardino-Tunnel hatten wir zeitweise mit Schneefall zu kämpfen, der in niederen Regionen erst wieder in Regen überging. Andere, die über den Brenner herüberkamen, hatten das Problem nicht.

Die Fährgesellschaft Grandi Navi Veloci bedient die Verbindung Genua - Palermo. Im oberen Stockwerk kann man sich in einem modernen Terminal Fährtickets kaufen. Fernweh ist vorprogrammiert: auch Tunesien, Marokko und zahlreiche andere Ziele wird auf dem großen Display angezeigt. Geparkt haben wir bei strömenden Regen unter dem Hafengebäude, in dem sich eine lange Zufahrtsspur befindet. Allerdings im Halteverbot vor der Polizeistation. Zumindest bei uns Motorradfahrern wurde das geduldet.

Man spart bei Ticketkauf im Hafen einiges gegenüber dem Vorverkauf im Reisebüro. Wenn gleichzeitig die Rückfahrt gebucht wird, gibt's einen Rabatt.


• Links zum Thema
Grandi Navi Veloci   Grimaldi-Fährgesellschaft, auch in deutsch
www.seetour.de  

Fährverbindungen, Segeltörns und Kreuzfahrten in ganz Europa

www.faehren.info  

Portal von "Euronautic Tours" - Fährverbindungen suchen, Preise vergleichen, online buchen (deutsch)
Zur Vorab-Information sehr empfehlenswert. Sehr viele Routen und Reedereien.

***Buchen werden wir über dieses Unternehmen allerdings nicht mehr. Erst einmal haben wir (bei einer unserer Griechenland-Touren) leider erst im Nachhinein gemerkt, daß nirgends erklärt ist, was nach dem Buchen weiter passiert (wann und wie bekomme ich die Tickets usw.). Zum Zweiten war die Kommunikation äußerst anstrengend: E-mails sind angeblich nie bei denen angekommen, Faxe gingen nicht durch, abends um 17.30 Uhr ging keiner mehr ans Telefon... In der Zeit, die wir mit solchen vergeblichen E-mails, Faxen und Anrufen zugebracht haben, hätten wir locker dreimal ins Reisebüro fahren können... ***

www.aferry.de  

Fähren innerhalb Europas

www.seereisenportal.de   U.a. alle Links zu Fährgesellschaften in der ganzen Welt
www.virtuferries.com   Fährgesellschaft, die von Sizilien nach Malta weiterfährt (ab Catania und Pozzallo)

• Schlafen? Ja, aber wo?

Im Vorfeld stehen wir natürlich immer vor der Frage: Kabine? Pullmansitz? Deckpassage?

Der Pullmansitz erinnert an einen Flugzeug- oder Bussitz. Und da wir keine Immer-Und-Überall-Schläfer sind, und die Sitze die unbequemste Variante darstellen, konnten wir uns noch nie mit dem Schlafen im Sitzen nicht so recht anfreunden. Deckpassage ist das Preiswerteste, Isomatte und Schlafsack sollte dann dabeisein. Im April dürfte dies jedoch relativ frostig sein. Bleibt die Kabine.


• Was mitnehmen und wie packen?

Während der Überfahrt ist das Autodeck nicht zugänglich. Wer also etwas am Motorrad vergisst, hat schlechte Karten. Wir hatten im Topcase alles, was man auf dem Schiff benötigt: Waschzeug, Handtuch, Buch (extrem wichtig - und wegen der Dicke mit strafenden Blicken von Jochen begleitet ;o), einen Pulli für den Abend, Video- und Fotoausrüstung), Geld und Papiere.

• Wohin mit den Motorradklamotten?
Diesmal tauschten wir nicht gleich vor oder auf dem Autodeck die Motorradklamotten gegen Jeans und T-Shirt, weil es vor dem Schiff noch wie aus Kannen schüttete. Dafür ist der Aufstieg vom Autodeck (im April, da alles leer ist, muß ganz ins untere Autodeck!) bis zu den Kabinen rauf mit Gepäck etwas schweißtreibend. In den letzten Jahrendeponierten wir immer die Klamotten, Helme und Stiefel unter und am Bike (teilweise angeschlossen).
• Was anziehen?

Während der Fahrt weht selbst bei sommerlichen Temperaturen oft ein strammes Lüftchen, deshalb ist es ratsam, nicht nur kurze Hose und T-Shirt, sondern auch etwas Wärmeres für den Abend und für die klimatisierten Innenräume einzupacken. Wer in den Swimmingpool hüpfen will, sollte auch die Badehose nicht vergessen.

• Die Verpflegung
Wer genug Platz am Motorrad und das Urlaubsbudget schonen will, der kann/sollte sich etwas Verpflegung mitnehmen. Es verhungert oder verdurstet niemand an Bord, aber man sollte jedoch einen gut gefüllten Geldbeutel dabei haben. Schon der Self Service reduziert die Reisekasse kräftig. Im Hafengebäude gibt es außer diversen Boutiquen einen Supermarkt, in dem man sich mit allem Nötigen eindecken kann.
• Raucher?

Obwohl das Rauchen an Deck eigentlich untersagt ist (außer, da wo Tische stehen), hält sich keiner dran. Fliegende Zigaretten (über die Reling) sahen wir auch. Die Passagiere der unteren Decks werden sich "gefreut" haben, wenn die Kippe nicht im Meer, sondern auf ihnen landete.
• Sonnenanbeter?

Wer gern in der Sonne faulenzt und das noch möglichst nah am Swimmingpool, der sollte sich sputen. Die Liegestühle am Pool sind in Nullkommanix besetzt. Das Deck um den Pool gleicht meist einem geschäftigen Ameisenhaufen. (Im April allerdings bleibt der Pool noch ganztägig zu.)
Wohin mit den Wertsachen?

Brillianten können im Safe des Zahlmeisterbüros deponiert werden (die Höhe der Gebühr ist uns nicht bekannt, da wir nur falschen Schmuck tragen ;o)

Während unserer Griechenland-Touren (und Deckpassagen) haben wir Geld und Papiere immer am Mann bzw. an der Frau gehabt. Es wurde uns zwar mitgeteilt, daß keiner was klaut auf dem Schiff, und wir hatten auch schon mal unsere Kamera(s) gut verpackt und zugedeckt an unserem Deckplatz stehen lassen, aber ganz wohl war uns nicht dabei. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. Mit unserer Kabine, erübrigt sich diese Sicherheitsfrage.


• Finanzen

Geldautomaten in Sizilien sind flächendeckend vorhanden. Allerdings werden bei Abhebungen zwischen 3,00 und 6,00 € Gebühren fällig. (Wir bekamen z.B. bei 250,00 € immer 3,00 € aufgebrummt.) Wir haben nicht versucht, in eine Bank zu gehen. Das soll ein sehr schwieriges und langwieriges Unterfangen sein, wenn man z.B. mit einem Rucksack an den Sicherheitssperren scheitert. Gepäckstücke müssen in Schließfächern verstaut werden. Diese haben jedoch Miniformat, sodaß man sich als Alleinreisender wohl klonen lassen muß, wenn man ein größeres Gepäckstück dabei hat.

Zum Zweiten sollen die Bankangestellten göttliche Allüren haben - lange Warteschlangen sind die Folge. Falls am Schalter irgendwelche Berge von Sparbüchern liegen, sollte man seinen Paß oder Scheckkarte tunlichst dazulegen, sonst kommt man nie an die Reihe...

Banken haben in der Regel von 8.20 - 13.20 Uhr geöffnet. Eventuell auch noch mal von 15-16 Uhr. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel.

Bei Verlust der EC- oder Kredit-Karte gibt es zwei Tel.-Nummern zum Sperren:
0049-1805-021021 oder der Sperrnotruf 0049-116 116 (in Deutschland gebührenfrei)
Hier kann man sich ein Kärtchen "SOS-Infopass" mit allen wichtigen Telefonnummern zum Ausdrucken herunterladen: www.kartensicherheit.de.

Das Bezahlen in Restaurants und Hotels mit EC- oder VISA-Karte ist nicht unbedingt so selbstverständlich möglich wie in deutschen Landen. Also immer vorsichtshalber fragen und/oder für den Notfall genug Bargeld parat haben.


• Papiere

Mitzunehmen sind:
• Ausweispapiere - Personalausweis reicht. Ein zweites Personaldokument ist jedoch sinnvoll, weil man eins evtl. im Hotel hinterlegen muß. Um ein Fahrzeug anzumieten, muß man sich jedoch auch ausweisen können.

Empfehlenswert ist:
• grüne Versicherungskarte (bei Ausstellung an der Grenze kostet sie ca. 35 €)

• Kopien von den wichtigsten Papieren (an einem anderen Ort als die Orginale deponieren, Zweit-Ausfertigungen dieser Kopien sollten zu Hause liegen) Bei Verlust der Papiere beschleunigen diese Kopien die Neuausstellung erheblich.

• Fotos vom Motorrad (im Falle eines Diebstahls sehr nützlich)

• Auslandskrankenschein oder besser ein extra abgeschlossener Auslandskrankenschutz
Den genaue Verfahrensweg muß man bei seiner Krankenkasse erfragen. Bei der einen braucht man noch den Auslandskrankenschein, bei der anderen reicht es mittlerweile, das Versichertenkärtchen mitzunehmen.

• Und ein ADAC-Schutzbrief ist auch ein sehr nützliches Ding: Es passierte uns schon einmal in der Slowakei, daß wir einen neuen Hinterreifen benötigten, den es jedoch in der Slowakei nicht gibt. Er mußte vom ADAC über Wien und Prag nach Kosice eingeflogen werden. Ohne ADAC wäre das ein teurer Spaß geworden - so haben wir nur den normalen Reifen-Kaufpreis in Deutschland bezahlt ;-))


• Strom

Wechselstrom mit 220 Volt.

Die flachen Eurostecker passen in der Regel in die sizilianischen Steckdosen. Schukostecker passen nicht in die Steckdosen. Dagegen hilft ein Adapter, mit dem man im Notfall bis nach China oder Russland reisen kann: für jede Dose der passende Stecker (siehe Foto).
• Straßenkarten

Wir haben uns in Sizilien die Karte "Euro Cart" Sicilia 1:300.000 gekauft. Nach erstem Dafürhalten eine sizilianische Karte, aber bei näherem Betrachten stammt sie lt. © aus Mairs Geografischem Verlag. (7,00 € vor Ort) Die Genauigkeit der Karte können wir mangels Vergleichsobjekten schwerlich beurteilen. Aber wir haben uns mit der Karte auf der Insel gut zurechtgefunden. Es soll topografische Karten des Institituto Geografic Militare (IGM) geben, die jedoch durch die Bank relativ veraltet sind.

In den einzelnen Toristenregionen erhält man in den Touristeninformationen meist Land- und Wanderkarten, die immer ganz brauchbar sind.

• Not-Laminierung
Eigentlich ja im Zeitalter von GPS ein Relikt aus der Vergangenheit. Aber da es noch imemr Karten gibt, auf die man trotzdem nicht verzichten kann... Jeder weiß, wie neue Karten schon nach kurzer Zeit aussehen, wenn man sie auf dem Motorrad benutzt. Und wenn man die Karte dann noch bei Regen herausholen muß, ist es ganz aus - sie zerfleddert an jedem Falz. Hat schon mal jemand nachgefragt, was eine professionelle Laminierung einer Straßenkarte kostet ???? Vergiß es! Wir haben uns eine Abhilfe ausgedacht: einmal mit der "Heim-Not-Laminierung" und andererseits mit der "Tour-Not-Laminierung".

Bei der "Heim-Not-Laminierung" verwenden wir eine 15cm breite durchsichtige Adressklebefolie auf Rolle. Die kann man im Verpackungsgroßhandel kaufen. Nun muß man einfach nur die Folie in Bahnen auf die Karten aufbringen. Ganz blasen- und knitterfrei gelingt es zwar nie, aber Schönheitspreise werden eh' keine vergeben. Ein nützliches Utensil ist ein Nudelholz, mit dem man die Rolle vor sich her stupst und gleichzeitig die Folie andrückt. Und bei der "Tour-Not-Laminierung" wurde einfach die Adressfolie durch ein transparentes Paketband aus dem Baumarkt und das Nudelholz durch eine leere Weinflasche ersetzt. War zwar um einiges mühsamer, aber die Karte hält auch die nächsten 10 Touren noch, versprochen! Oder aber man packt von der Adressfolie was ein.
• Autobahn / Maut

Die siziliannische Autobahn ist in der Regel mautfrei (was man von den italienischen nicht behaupten kann). Einige Ausnahmen gibt es jedoch: Messina - Catania und ein Teil der A20 Palermo - Messina. Um Messina herum ist ein Teilstück mautfrei.

Vorsicht! Auf den Autobahnen gibt es nicht viele Tankstellen, aber die wenigen haben rund um die Uhr geöffnet.

Auf den italienischen Autobahnen aufpassen: nicht in die falsche Spur wie die Telepass (für die Einheimischen) einfahren! Zurückstoßen in den Mautstellen kann ein Heidengeld kosten! (Die Strafen dafür sollen um die 1000 € liegen.)

VIACARD: Eine magnetische Kreditkarte zur elektronioschen Abbuchung der Maut. Erhältlich beim ADAC, bei ACI-Büros an der Grenze und großen Raststätten. Immer auf ausreichende Deckung achten - Aufzahlung mit Bargeld ist nicht möglich!

Achtung! Die Strecke Messina - Catania kann nicht mit der Viacard gezahlt werden


• Öffnungszeiten

Geschäfte:
Montag bis Freitag: 9:00 bis 13:00 Uhr und 17:00 bis 20:00 Uhr
Samstag: 9:00 bis 12:00 Uhr
Die Siesta ab 13:00 Uhr ist heilig, die kleineren Lebensmittelläden schließen um diese Zeit generell, große Einkaufszentren können jedoch auch durchgehend geöffnet haben.

Tankstellen sind in der Regel Mo-Fr 7:00 - 12:30 und 15:30 - 19:30 Uhr geöffnet, Samstag haben sehr viele Tankstellen geschlossen, am Sonntagen fast alle! Es gibt mancherorts diese netten Tankautomaten "Self Service", die mit unzerknitterten Geldscheinen gefüttert werden wollen.

Touristische Sehenswürdigkeiten:
Öffnungszeiten sind überall unterschiedlich. Montags ist wie in anderen europäischen Staaten aber der beliebteste Ruhetag.

Archäologische Stätten sind oft ab 9 Uhr bis Sonnenuntergang geöffnet. Aber immer gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel.


• Telefonie

Landesvorwahl: 0039

Notrufnummern:
112   Carabinieri   116   Pannenhilfe / Straßenhilfsdienst des ACI (Ital. Automobilclub) 803116, per Handy: 800 116 800
113   Polizei  
115   Feuerwehr  
1515   bei Waldbrand   118   Unfallrettung

• Nationale Feiertage
01. Januar Neujahr
wechselnde Termine Ostersonntag / Ostermontag
25. April Tag der Befreiung vom Faschismus
01. Mai Tag der Arbeit
wechselnde Termine Christi Himmelfahrt
02. Juli Gründung der Republik
15. August Mariä Himmelfahrt
01. November Allerheiligen & Tag der nationalen Einheit
08. Dezember Mariä Empfängnis
25. / 26. Dezember Weihnachten
 
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