Von deutschem Verkehrsrecht abweichende Regelungen:
Das
Tragen einer fluoreszierenden Warnweste in Notfallsituationen außerhalb
von geschlossenen Ortschaften ist (wie in Deutschland) für PKW-Fahrer
vorgeschrieben. Aus Sicherheitsgründen und zur Vermeidung von
Bußgeldern sollte sie stets griffbereit sein.
Tagsüber muss das Abblendlicht auf Autobahnen und außerhalb
geschlossener Ortschaften eingeschaltet sein.
Privates Abschleppen auf der Autobahn ist verboten.
Eine durchgehende Fahrbahnrandlinie darf nur in Notfällen
überquert werden (aber wie war das nochmal mit der Standstreifenfahrerei
;-). Dort besteht auch Parkverbot. Parkverbot besteht auch an schwarzgelb
markierten Bordsteinen sowie an gelb gekennzeichneten - z.B. für
Taxi und Busse reservierten - Parkflächen.
Wenden, Rückwärtssetzen und unerlaubter Spurwechsel im
Mautstellenbereich (Achtung, nicht in der TelePass-Schlange anstellen!),
auf Autobahnauf- und -abfahrten wird mit hohen Bußgeldern,
oft auch mit Fahrverboten geahndet. Parkverstöße, Telefonieren
mit Handy am Steuer, Fahren ohne Licht außerorts und Geschwindigkeitsüberschreitungen
werden mit einer besonders hohen Geldbuße geahndet.
Motorradfahrer, die ohne genormten Schutzhelm (ohne Kennzeichnung
ECE R 22) fahren, müssen mit Sicherstellung Ihres Motorrades
bis zu einem Monat rechnen. Auch Beifahrer müssen einen genormten
Schutzhelm tragen. Motorräder bis 149 ccm sind auf Autobahnen
verboten.
Besondere Verkehrsschilder:
Zona di silenzio = Hupverbot;
Deviazione = Umleitung; Tenere
la destra = Rechts fahren; Tutte
le direzioni = alle Richtungen; Rallentare
= Langsam fahren; Senso unico
= Einbahnstraße; Sbarrato =
Gesperrt; INIZIO Zona tutelata
= Beginn der Parkverbotszone.
Maut: Die Autobahn ist
in der Regel mautfrei. Einige Ausnahmen gibt es jedoch: Messina
- Catania und ein Teil der A20 Palermo - Messina. Um Messina herum
ist ein Teilstück mautfrei. Vorsicht!
Promillegrenze: 0,5
Verkehrskontrollen: wir haben
nie welche gesehen, aber sie werden wohl vorhanden sein ...
Wir sahen den einen oder anderen Verkehrspolizisten in Palermo,
aber der hatte sichtlich nur eine Statistenrolle inne.
Tanken: Diesel,
Bleifrei Super (Benzina senza piombo, benzina verde) 95 Oktan,
Bleifrei Super Plus (Benzina super senza piombo, benzina verde)
98 Oktan.
Auf den Autobahnen gibt es nicht viele Tankstellen, aber die wenigen
haben rund um die Uhr geöffnet. Auch bei den Bergstrecken durch's
Inselinnere sollte man sein Glück nicht herausfordern und den
Tank bis auf's letzte Tröpfchen leerfahren.
Tankstellen sind in der Regel
Mo bis Fr 7:00 - 12:30 Uhr und 15:30 - 19:30 Uhr geöffnet,
Samstag haben sehr viele Tankstellen geschlossen, am Sonntagen fast
alle! Es gibt mancherorts diese netten Tankautomaten "Self
Service", die mit unzerknitterten Geldscheinen gefüttert
werden wollen.
Fahrverhalten: Herrlich süditalienisch.
Rote Ampeln werden ignoriert. Jeder tastet sich in eine Kreuzung
und jeder schaut was der andere macht. Jeder orientiert sich beim
Fahren nach vorn. Was hinten passiert, interessiert nicht. Dreispurige
Straßen sind dazu da, sie vier- oder fünfspurig versetzt
zu fahren. So ein Gänsemarsch-Fahren wie bei uns gibt es nicht.
Man fährt dort, wo Platz ist - und wenn versetzt Platz ist,
fährt man dort. Nur nicht zimperlich sein, mit genug Selbstbewußtsein
läßt sich super mitschwimmen. Unfälle mit Personenschaden
sind relativ selten, Kratzer, Dellen und Beulen haben dafür
jedoch die meisten Autos.
Überholen und Fahren auf dem Standstreifen auf der Autobahn
ist auch kein Fauxpas. Als sich um Palermo Stau bildete, fuhren
selbst Autos auf dem Standstreifen.
Als wir in Palermo von einem Motorradpolizisten durch dicken Stau
zum Hafen gelotst wurden, fuhr der auch wo Platz war: rechts oder
links - egal. Wenn nötig, klappte er auch schon mal einem Auto
den Spiegel ein, damit wir mit unseren dicken Koffern durchkamen
;-)
Orientierung:
Ist kein Problem, die Beschilderung ist immer ausreichend. Wenn
diese auch manchmal sizilianisch chaotisch aussieht.
Straßenzustand: Die Straßen
sind meist in gutem Zustand. In abgelegenen Gegenden, im Inselinneren
und auf Nebenstrecken sollte man jedoch jederzeit mit Schlaglöchern,
Bodenwellen und anderen Beschädigungen rechnen. Bei Nässe
sollte man in Küstennähe Vorsicht (vor allem bei der Schräglage)
walten lassen. Salz und Wasser machen die Straßen zu einem
sehr rutschigen Vergnügen, wie man es auch aus anderen europäischen
Staaten wie Kroatien oder Griechenland kennt.
Bei Bahnübergänge lasse man etwas Vorsicht walten: manche
haben extreme Höhenunterschiede - da tut's einen gewaltigen
Schlag, falls man zu schnell daherkommt.
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