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Essen & Schlafen

Bevor wir nachfolgend alle unsere besuchten (und empfehlenswerten) Unterkünfte auflisten, möchten wir ein paar Worte zur allgemeinen Unterkunftssituation verlieren. Die Unterkunftsdichte ist generell gut. Von einfachen Gasthäusern, Pensionen, Privatzimmern und den besonders typischen Katuns bis zum Fünfsterne-Resort ist alles geboten. Die Zimmerpreise differieren zusätzlich zwischen Hoch- und Nebensaison um bis zu 100%. In der Boka Kotorska kann man für ein Zimmer das meiste Geld ausgeben, während man in den Bergen für einfachen Standard auch schon mal mit zehn Euro auskommt. Wer in den malerischen Mauern des Inselchen Sveti Stefan nächtigen möchte – zugegeben ein Traum von einer Unterkunft – gibt bei den dortigen Luxus-Appartments 559,– Euro aus, pro Nase und Nacht wohlgemerkt!

Sobe ist das Wort für „Zimmer” und Apartmani dürfte selbsterklärend sein. Erwartungsgemäß mit Unterkünften am besten bestückt ist die Küste der Adria. Spontan etwas zu finden ist nie schwer und es ist kaum nötig, in der Vorsaison (lange) vorab zu buchen. In der Hauptsaison schaut das nur an den Hotspots wie Kotor und in den boomenden Küstenstädten etwas anders aus. Es gibt dort jedoch Regionen wie zwischen Budva und Bar, die für uns Individualtouristen uninteressant sind, da in den Hotelanlagen ausschließlich Pauschaltouristen im wochenweisen Wechsel untergebracht werden.

Eine montenegrinische Eigenheit sind die Unterkünfte namens „Etno Selo”, „Eko Selo” (mit entsprechend ökologischer Zertifizierung) oder auch Katun. Hinter der Bezeichnung Katun versteckt sich eine Sommeralm oder Hüttensiedlung (wo bei Siedlung schon acht Hütten sein können), die immer weit oben in den Bergen zu finden ist. Da muss man mit einer Anfahrt auf Schotterstraßen unterschiedlicher Güte und Länge rechnen. Wer also bei einbrechender Dunkelheit einen Katun sucht – das könnte spannend werden!

Auf den Katuns werden (meist) einfache, aus grobem behauenem Holz gezimmerte Spitzhütten vermietet, in denen gerade einmal zwei Betten passen. Vor der Tür das Mopped, über einem der Sternenhimmel – welche Romantik! Verpflegt wird man in der Haupthütte, wo taditionell bäuerlich gekocht wird. Die elektrische Versorgung geschieht manchmal nur über Solarstrom und mit WLAN darf man gar nicht rechnen. Also besser nicht zu viel Elektrogerödel mitnehmen. Am Pivastausee gibt es einen Katun, der recht große, neue Hütten anbietet, in denen bis zu fünf Personen nächtigen können. Aber die Regel sind die einfachen Hüttchen mit zwei Betten. Bei bestem Wetter – nix wie hin! Leider blieb es uns verwehrt in einem Etno Selo zu nächtigen, da das Wetter nicht mitspielte.

Unser Reisezeitraum war Ende Mai / Anfang Juni. Einzig das Zimmer in Altstadtnähe von Kotor buchten wir einige Zeit vorher, da wir gerne fussläufig zur Altstadt wohnen wollten, mit Parkplatz für's Motorrad, was inmitten der Altstadt nicht möglich ist (die ist autofrei). Klar findet man auch spontan was in der Umgebung, aber dann heißt es halt immer fahren. Alle anderen Zimmer suchten wir uns entweder am Vorabend oder ohne Buchung direkt vor Ort. Das war während unserer Reisezeit überhaupt kein Problem.

Meistens war uns die Plattform www.booking.com im Vorfeld der Tour ein nützliches Instrument, nicht nur um zu buchen, sondern ebenso um herauszufinden, wie die Unterkunfts- und die Belegungsdichte in der Reisezeit ausschaut oder um einfach nur Bewertungen zu lesen. Wenn sowieso nicht viel los ist, kann man dann einfach hinfahren, ohne zu buchen.

Für alle unten angegebenen Unterkünfte (in Montenegro, die Zimmer in Slowenien waren etwas teurer) muss man pro Nacht für zwei Personen in der Nebensaison mit 35,– bis 50,– EUR rechnen. Frühstück geht manchmal noch extra. Wer mit einem Hostelzimmer ohne eigenes Bad vorlieb nimmt, kann auch richtig günstig übernachten. Die meisten Zimmer werden incl. Frühstück angeboten, das allerdings manchmal separat abgerechnet wird. Einfache Gästezimmer, Ferienwohnungen und auch Hütten auf Campingplätzen gibt es in der Regel ohne Frühstück. WLAN ist Standard und auch der allgemeine Standard ist dem westeuropäischen absolut ebenbürtig. Einzelzimmer stehen nur sehr selten zur Verfügung. Einzelpersonen müssen mit einem Aufschlag von bis zu 50% auf den Preis für das Doppelzimmer in Einzelbelegung rechnen.

Eine Eigenheit gibt es noch, mit der sich der Gast von Hotels oder Privatunterkünften jedoch nicht herumschlagen muss, weil es der Gastgeber erledigt. Jeder Gast muss bei der Behörde registriert und für ihn eine Kurtaxe entrichtet werden. Dafür benötigt der Gastgeber den Personalausweis der Gäste. Ansonsten kann der Reisende bei der Ausreise Scherereien bekommen, wenn seine Reise nicht lückenfrei dokumentiert ist. Falls es der Gastgeber nicht erledigt, ist der Gast verpflichtet, sich innerhalb 24 Stunden selbst anzumelden. Obwohl wir ziemlich sicher sind, einmal keinen Ausweis vorgezeigt zu haben, hatten wir keinerlei Probleme bei der Ausreise.

Last but not least: Es gibt Campingplätze! Jedoch viel zu wenige und viele reichen an den Standard von westeuropäischen Plätzen nicht heran. Zumindest an der Küste lässt sich ein Camping-Roadtrip planen. Schwieriger wird es im Binnenland, da gibt es zwar kaum Campingplätze, doch wild campen wird großteils toleriert und nicht geahndet. Ausgenommen sind jedoch Nationalparks wie der Durmitor – dort wird wildes Campen streng bestraft. Das Hobo-Team bietet eine Liste der aktuellen Campingplätze und auch einige weitere Infos diesbezüglich: www.hobo-team.de/Campingplätze

Empfehlenswerte Hoteladressen:
Übernachtungsmöglichkeit Maribor Hotel Betnava
Maribor | Slowenien Hotel „Betnava” Ulica Eve Lovše 15
2000 Maribor / Slowenien
Maribor Hotel Betnava

Gut geeignet für eine Zwischenübernachtung in Slowenien. Etwa drei Kilometer von der Autobahn entfernt, am Stadtrand von Maribor, einfach zu erreichen. Unscheinbares Haus inmitten eines Industriegebiets, in dem man auf den ersten Blick kein Hotel vermuten würde. Im angrenzenden Gebäude ist ein Fitnesscenter und auf der anderen Seite ein Café untergebracht. Auch einen Geldautomaten gibt es. Die Lage ist jetzt nicht so der romantische Hit, aber das brauchen wir für eine Nacht ja auch nicht. Man sollte sich vergewissern oder nachfragen, ob das Hotelrestaurant geöffnet ist. Denn bei uns fand eine „Orientalische Nacht” statt und somit gab es kein Abendessen. Dann lieber den angebotenen Shuttle zu einem Restaurant annehmen, denn die Pizzen, die das Hotel bestellte waren ein Negativrekord. Der Hit war jedoch die Reservierung eines perfekten Parkplatzes für Auto mit Trailer und die Freundlichkeit des Personals.

Maribor Inn Hotel
Maribor | Slowenien Hotel „Maribor Inn” Karantanska ulica
2000 Maribor
Frühstück im Inn Hotel in Maribor

Mittelklassehotel in Autobahnnähe (man muss nur runterfahren und schon ist man nach einer kleinen Schleife am Hotel). Von einer hohen Hecke umgeben und trotz Autobahnnähe nicht laut. Super geeignet, um eine Zwischenübernachtung in Slowenien einzulegen. Großer Parkplatz, bei dem auch das Parken eines Autos mit Motorradanhänger kein Problem darstellt. Bei der Buchung gaben wir an, dass wir mit Trailer anreisen. In der Nebensaison ist das Restaurant nicht geöffnet. War jedoch kein Problem, der ortsansässige Italiener kocht ausgesprochen gut und bietet einen Lieferservice! Das Frühstück war der Hit! So eine Auswahl wird selten serviert! Da blieb kein Wunsch unerfüllt.

Motel Bavaria in Foca
Foça | Bosnien-Herzeg Motel Bavaria Trnovaçe bb
73300 Foça
Foca Motel Bavaria

Das Gasthaus liegt etwa zwanzig Kilometer von der bosnisch-montenegrinischen Grenze entfernt und bietet einfache, saubere Appartements sowie komfortable Spitzhütten für mehrere Personen direkt an der Drina. Wir buchten je eine Nacht bei der Hinfahrt und eine bei der Rückfahrt. Ein Restaurant füllt die Mägen mit typischer Balkanküche. Hier konnten wir gut und günstig übernachten und drei Wochen lang Auto und Motorradanhänger parken, wofür wir ein faires Entgeld entrichteten. Die Inhaberin Gabi stammt aus Kassel und führt das Haus mit ihrem Mann Mile.

Gepflegte Anlage mit geräumigen Apartments in Baosici Monte Aria.
Baošići
bei Herceg Novi
Apartments Monte Aria Baošići 94
85344 Herceg Novi
Große Terrasse mit Zugang zum Pool und einem genialen Ausblick auf die Bucht von Kotor.

Sieben Kilometer von Herzeg Novi entfernt liegt Baošići. Wir hatten ein schönes geräumiges Apartment mit Meerblick. Schlafzimmer, Wohn-/Esszimmer mit Küchenecke (es gibt aber auch kleinere), mit bestens ausgestatteter Küche (sogar einem Backofen), einem großem Esstisch, Flat-TV, A/C, Bad mit Fön, Balkon und Wäscheständer, Außenpool und einer gigantischen Dachterrasse. Ein Glas Rotwein beim Sonnenuntergang auf dieser Dachterrasse mit Blick über die Boka Kotorska – wow!!! Mehr Romantik geht nicht. Sehr liebe Besitzerin, spricht gut englisch und ist sehr hilfsbereit, egal welches Anliegen man hat.

Anfahrt: auf der Straße Richtung Herceg Novi rechts den Berg rauf (es gibt ein großes Hinweisschild), dann Links-Rechts-Haken. 150 Meter den steilen Berg hinauf bis nach einer Garage mit grauem Tor, (wer genau schaut, sieht geradeaus den Pool), schließlich rechts zehn Meter das Berglein runter. Hier ist der versteckte Parkplatz. Ein kleiner Tante-Emma-Laden und eine Bäckerei befindet sich unten an der Durchgangsstraße, 100 Meter nach links Richtung Herceg Novi.

Am Meer befindet sich eine kleine Promenadenstraße mit einigen Cafés und Restaurants und ein paar kurzen Stadtstränden. So richtig brummt hier aber erst im Sommer das Geschäft. Der Ort wird vorwiegend von Serben und Bosniern besucht.

Einfache, aber ausreichende Unterkunft in Zabljak im Hotel Zlatni Bor.
Žabljak | Durmitor Hotel Zlatni Bor Tmajevci b.b.,
84220 Žabljak
Einfache Ausstattung aber sonst ok. Hotel in Zabljak Zlatni Bor.

Žabljak eignet sich hervorragend als Basis für Ausflüge in den Durmitor. Dieses Hotel liegt nicht im Zentrum von Žabljak, sondern zwei Kilometer davon entfernt. Im Restaurant des Hotels und im Restaurant gegenüber kann man einheimische Gerichte essen. Das Hotel hat zwei Gebäudeteile: ein altes Haus und ein neues (das Foto zeigt den neuen Teil). Das neue Haus kämpft wegen seiner Bauweise (vermutlich Beton, in Verbindung mit Fliesenböden) mit seiner Hellhörigkeit. Jeder Stuhl, der verrutscht wird, jedes Gespräch auf dem Gang, alles kriegt man mit. Die Zimmer sind okay und sauber. Der Blick aus dem Fenster, vor uns die Berge des Durmitors: grandios!

Das Restaurant ist im Erdgeschoss des alten Hauses untergebracht. Wir aßen einmal in diesem Restaurant und einmal bei der Konkurrenz gegenüber. Störend empfinden wir bei beiden Restaurants, dass ständig geraucht wurde. Das kommt daher, weil in Montenegro generell kein Rauchverbot existiert. Einkaufsmöglichkeiten, Geldautomaten, eine Tankstelle sowie eine Apotheke findet man im Ortszentrum.

Alles in einem. Zimmer, Bar, Frühstücksraum und Garten. Zimmer leider ohne Fenster im Schlafraum in Kotor in Tianis Rooms.
Kotor Tianis Rooms Tabaçina 569
85330 Kotor
Netter Frühstücksraum mit Bar-Anschluss. Kotor Tianis Rooms.

Zimmer in Laufweite zur Altstadt mit meist abgeschlossener Parkmöglichkeit – perfekt! Diese Unterkunft ist sicher zu empfehlen (denn wir kennen die anderen Zimmer nicht), jedoch bei den Apartments mit „Gartenblick” (zwei Stück im Angebot) muss man wissen, wie diese gebaut sind. Die Zimmer mit eigenem Bad haben einen kleinen Vorraum von zwei Quadratmetern, in dem sich eine Spüle, Kühlschrank und eine Möglichkeit zum Kochen befindet. Darüber befindet sich in Kopfhöhe ein kleines Fensterchen – die einzige Lüftungsmöglichkeit des Zimmers.

Der sogenannte Gartenblick geht in den Frühstücksraum, der bei genauerer Betrachtung einmal der Garten war. Hier wurde der Garten einfach nur wie ein Wintergarten umbaut, im Winter ungeheizt, aber im Sommer ist das okay. Angrenzend befindet sich eine Küche, in dem das Frühstück zubereitet wird.

Das kleine Fenster ist das einzige Fenster zur Außenwelt und da man es über Nacht zumindest kippt, folgert: jeden Morgen ab sieben Uhr großes Wecken durch Tassen- und Tellerklappern und Düfte von gebratenem Speck. Im Bad ist keine einzige Steckdose zu finden. Fazit: Standort und Parkplatz perfekt, der Gartenblick sehr nervig. Aber „Zimmer mit Frühstücksraumblick” klänge auch komisch.

Zimmer mit Familienanschluss. Nette Bewirtung und Zimmer absolut in Ordnung im Farmhouse Vrzina in Godinje.
Godinje | Skadarsee Farmhouse Vrzina 81305 Virpazar/Godinje
von Virpazar kommend: links unterhalb der Straße
Zum Frühstück an die Weinreben. Gut möglich im Farmhouse Vrzina in Godinje.

Ungefähr vier Kilometer von Virpazar entfernt befindet sich das Gästehaus Vrzina im Dorf Godinje. Hier leben drei Generationen unter einem Dach. Unser Zimmer hatte Air Condition, einen großen Balkon und ein sauberes, geräumiges Bad. Nach dem üppigen Frühstück mit hausgemachten Spezialitäten brauchen wir nicht gleich wieder an Essen denken. Es gibt Schinken, Käse, Gurken und Tomaten, Marmelade, Honig und türkischen Kaffee. Den Honig stellt die Familie selbst her, auch die Marmelade ist selbstgekocht. Besonders lecker, jedoch auch besonders gehaltvoll, sind die in Fett gebackenen Preganice. Immer will man einen letzten Boller essen – und zack ist es der Vorletzte!

Tipp! Wenn man morgens Bescheid sagt, serviert die Familie zum Abendessen ein mehrgängiges Menü. Also falls man per booking.com bucht, gleich in den Bemerkungen das Abendessen mit bestellen, sonst funktioniert das immer nur für den Folgetag. Der Vater des Hauses organisiert gerne auch Bootsausflüge auf dem Skadarsee.

Die Familie keltert einen ganz vorzüglichen Vranac. Außerdem stehen im Regal des Frühstücksraums Dutzende Flaschen Rakija in den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen, die man gerne probieren und kaufen kann. Die ältere Tochter des Hauses spricht sehr gut englisch. Die Mutter spricht etwas englisch. Einen Supermarkt findet man in Virpazar, ebenso einen Geldautomaten. Im Ort versuchen noch weitere Familien sich mit Weinanbau über Wasser zu halten. In einigen Grundstücken sind Tische aufgebaut, auf dem Wein- und Rakija-Flaschen stehen und verkauft werden.

Schöne und zentral gelgene Unterkunft in Stari Bar: Boutique Hotel Kula.
Stari Bar Boutique Hotel Kula Starobarska Carsija bb
85000 Bar
In zentraler Lage zur Altstadt Stari Bar.

Zentraler kann man in Stari Bar wohl nicht schlafen! Wir hatten ein Drei-Bett-Zimmer mit Air Condition, Kühlschrank und eigenem Bad. Genial: Das Motorrad parkte auf einer Plattform direkt vor unserem Zimmer. Die Besitzerin spricht sehr gut englisch und ist sehr hilfsbereit. WLAN ist wie immer inklusive. Ein einfaches Frühstück kann bei Bedarf im Restaurant Akvadukt ganz am Ende der Altstadtgasse eingenommen werden.

Tipp zum Restaurantbesuch: Sehr empfehlenswert sind die kleinen traditionellen Restaurants „Bedem" und „Kaldrma” in Stari Bar, sie liegen sich gegenüber. Erkennbar am besonderen Einrichtungsstil, einer Mischung aus Industriekultur und Urbanstyle. Die Gerichte sind frisch zubereitet und sehr schmackhaft. Im „Bedem” serviert man Alkohol, während das „Kaldrma” ein muslimisches Restaurant ist, in dem keine alkoholischen Getränke ausgeschenkt werden.

Platz ohne Ende bei sehr angenehmer Atmosphäre. Sehr nette Wirtsleute. Eine echte Empfehlung. Guesthouse Sandra in Kolašin.
Kolašin Guesthouse Sandra Ul. Junaka Breze Br. 5
81210 Kolašin
Rade, der Herr des Hauses, umsorgt seine Gäste.

Bei den gastfreundlichen Herbergseltern Sandra und Rade gibt es mehrere Doppelzimmer sowie ein geräumiges Dachappartment.

Wenn wir von Tour kommen, gibt’s jedesmal gratis Bier, Wein oder Schnaps und Rade hätte am liebsten jeden Tag das dreckige Motorrad mit dem Schlauch gewaschen. Das komplette Haus wird zentral mit Holz beheizt. Gottseidank, so können wir am ersten Abend unsere Klamotten und Helme auf und neben dem Heizkörper trocknen. Unter dem Dach könnte es bei Sonne bestimmt aber auch warm werden.

Das Frühstück ist einzigartig und wird alles frisch hergestellt: Palatschinken, Gebäckteilchen, Wurst, Käse, Spiegeleier, eigener Saft, Marmelade. Kein Wunsch bleibt unerfüllt.

Das Haus liegt zentral, aber trotzdem ruhig. Das erste Restaurant in der Nähe heißt schlicht Konoba, ist in einer urigen Holzhütte beheimatet und serviert traditionelle, montenegrinische Gerichte (unser Tipp!). Ein kleiner Supermarkt führt alles, was man braucht und zahlreiche Cafès verlocken zum Draußensitzen.

Auf der Terrasse in Herzeg Novi - www.bikerdream.de Abendessen am Spieß. Schlemmen in Montenegro - www.bikerdream.de Die montenegrinische Küche ist wie die Balkanküche im allgemeinen sehr deftig und fleischlastig. Wer kennt sie nicht: „raŽnjići” (Fleischspieße), „evapi” (Hackfleischröllchen) und „pljeskavica” (Hackfleischsteak), „na Žaru” – vom Grill. An der Küste und den küstennahen Regionen sind Fischliebhaber eingeladen, Meeresgetier zu genießen, die dann auch meist sehr frisch auf dem Teller landen. Ein „riblji restoran” ist ein reines Fischrestaurant. Nur Forellen (pastrmka) gibt es im ganzen Land. Vor allen in ländlichen Gegenden herrscht vor allem die bäuerliche Küche vor, was herrliche Abwechslung in den Speiseplan bringt.

Im Norden der Küste sind italienische Einflüsse nicht zu verleugnen, im restlichen Land finden sich so bäuerliche Gerichte wie die käsige Polenta „kaçamak" auf der Karte. Dieses Gericht sollte man unbedingt probieren! Auch wenn der Tiegel, in dem der sämige Brei serviert wird, im ersten Moment niedlich ausschaut – nach der Hälfte des Gerichts merkt man, dass der Brei Waldarbeiter sättigen kann. Manchmal werden derartige Gerichte auch auf der Vorspeisenkarte angeboten – Mahlzeit, da braucht man dann kein Hauptgericht mehr.

Dazu „šopska salata” – himmlisch! Ein Schälchen kleingeschnittene Tomaten, Gurken, Zwiebeln und Paprika ziert ein Häubchen aus Schafskäse. Auch frisch angemachter „kupus salata” – Krautsalat – ist eine Delikatesse. Für Zwischendurch auf die Hand erhält man in Bäckereien ein Burek: Jufka-Blätter werden mit Spinat (zeljanica), mit Käse (sirnica) oder mit Fleisch (burek) gefüllt. Es ersetzt locker ein Mittagessen.

Der njeguški pršut (luftgetrockneter Schinken aus dem Dorf Njeguši) und der Käse njeguški sir (krümelig wie Ricotta) fehlen auf kaum einem Frühstücksteller. Sehr oft erhält man auch ein Körbchen mit Priganice, das sind schwimmend in Fett ausgebackene Teigkugeln. Man wird süchtig danach! Und hat beim Heimfahren drei Kilo mehr auf den Hüften.

Das Nikšićko pivo – dem Platzhirsch der Biere aus der einzigen Brauerei in Nikšić – taugt perfekt als Gutankommerbier. Es gibt zwar immer mehr Importbiere zu kaufen, doch die unterscheiden nur preislich vom vorgenannten Bier. Nach dem Essen darf ein Tässchen Espresso oder türkischer Kaffee nicht fehlen, letzterer wird in Montenegro einfach nur „domaća kafa” (Einheimischer Kaffee) genannt. Auch zum Frühstück wird Kaffeetrinkern meist türkischer Kaffee serviert, vor allem im ländlichen Raum, allerdings in größeren Tassen zum Wachwerden. Dieser ist geschmacklich unbedingt der Alternative, einem Instant-Kaffeegetränk, vorzuziehen. Ach ja, das Heißgetränk bitte nicht „türkisch” nennen! Da gibt es leichte Ressentiments. Caj (Tee) spielt nur eine Nebenrolle (wir bestellten aber nie einen). Vermutlich bekommt man heißes Wasser mit einem Teeebeutel serviert.

Als Weintrinker wird man nie enttäuscht. Die Weine des Landes sind durch die Bank ausgezeichnet. Das größte Weinbaugebiet liegt in der Tiefebene um Podgorica. Dort hat die Kellerei „PlantaŽe” große Flächen. Einheimische Rebsorten sind Vranac (ein crno vino, wörtlich übersetzt: schwarzer Wein) sowie Krstac, ein Weißwein. Am Skadarsee haben sich kleine Winzerbetriebe (oft auch im Nebenerwerb) zur „vinski put crne gora” (montenegrinischen Weinstraße) zusammengeschlossen. Ihre Weine sind hervorragend.

Ein Branntweinmonopol kennt man nicht. So ist es legal, dass fast jede Familie in ihren Nebengebäuden eine Brennerei für den Eigenbedarf an Rakija, dem Selbstgebrannten aus den verschiedenen Früchten ihres Obstgartens, unterhalten. In keiner Konoba, keinem Restaurant und Privathaushalt darf der Rakija fehlen. Der Ausschank des Selbstgebrannten ist absolut legal. Bei unserer Gastfamilie in Godinje am Skadarsee fanden wir einen wunderbaren Vranac sowie viele verschiedene Rakija-Sorten. Die alle zu probieren hätte jedoch einen längeren Aufenthalt erfordert.

In Montenegro hat sich noch kein Rauchverbot durchgesetzt. Es fiel in der Regel gar nicht so sehr auf, nur gelegentlich war es lästig zu frühstücken, während am Nebentisch die Zigaretten dampften. Und im Durmitor waren die Restaurants etwas zu rauchgeschwängert. Man ist nichts mehr gewohnt. Da man jedoch bei gutem Wetter eh' mehr im Freien sitzt, kann man mit diesem Umstand leben.

Die knappe Floskel „Raçun, molim” (Die Rechnung bitte!) konnten selbst wir uns merken. Ansonsten winkt man einfach mit dem Geldbeutel, das funktioniert international. Meist befindet sich auf der Rechnung dann auch eine „kuver” (Gedeckpauschale) von ein bis zwei Euro pro Person. Gebräuchlich ist es, auf den übernächsten Eurobetrag aufzurunden. Da die Angestellten der Gastronomie jedoch keine Großverdiener sind, freuen sie sich auch immer über ein kleines Mehr.

Gastronomie-Empfehlungen

Natürlich lernen wir auf unserer dreiwöchigen Tour viele verschiedene Restaurants kennen. Es macht selten Probleme, einen freien Tisch zu finden. Hier existiert aus sozialistischen Zeiten noch die Praxis, dass einem ein Tisch zugewiesen wird. Abseits von Restaurants sollte man jedoch gerne auf die Kochkünste der Privatvermieter vertrauen, falls diese ein Abendessen anbieten.

Ein Lokal in Stari Bar stach durch besonders einfallsreiches Ambiente und durch schmackhafte Gerichte hervor. Deshalb möchten wir es an dieser Stelle gerne empfehlen.

Direkt an der Gasse durch die Altstadt. Konoba Benem.
Stari Bar Konoba "Bedem" 85354 Stari Bar
Nicht nur von außen ein Hingucker. Innenraum der Konoba Benem in Stari Bar

Das Restaurant „Bedem” befindet sich in einem altem Haus und dieses steht in der steilen Altstadtgasse von Stari Bar (wer es nicht kennt: die Altstadt besteht nur aus dieser kleinen Straße). Hier wird auf zwei Etagen „Slow Food” serviert, unter anderem auf einer überdachten Terrasse im ersten Stock. Der Stil ist irgendwas zwischen Industriekultur und Urbanstyle. Der Service bedient sehr freundlich und zuvorkommend (wir nehmen an, die jungen Männer sind die Inhaber). Das Essen ist phantastisch! Hier testen wir ein Getränk: Granatapfelsaft mit Bier. Ein rotes Getränk in einer Biertulpe – der Durstlöscher in Stari Bar! Sozusagen ein Radler auf montenegrinisch.

In den klassischen Reisemonaten könnte es angeraten sein, vorsichtshalber zu reservieren. Aber im Juni waren wir auf's Geradewohl dort und hatten sofort einen der wenigen Tische ergattert. Wir wurden ständig von zwei bis drei Katzen belagert. Sie saßen einfach still und leise unter und neben dem Tisch, in der Hoffnung, dass etwas abfiele.

Gegenüber kann man sich alternativ im Restaurant Kaldrma niederlassen, das vom Ambiente her sehr ähnlich ist und ebenso eine sehr gute einheimische Küche bietet. Das Kaldrma ist ein muslimisches Lokal, was zur Folge hat, dass keinerlei Alkohol ausgeschenkt wird. Beiden Lokalen ist jedoch eines gemeinsam: sie bieten kreative Küche, frisch vom Bauernhof in einem Ambiente, das allen Besuchern zusagt, selbst Vegetarier finden in beiden Lokalen eine schmackhafte Auswahl. Die Tripadvisor-Bewertungen sprechen eine deutliche Sprache. Im Kaldrma kann man auch übernachten.

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