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Pekelné Doly | Bikerhöhle

Pekelné Doly | Bikerhöhle

Noch sind wir im Isergebirge. Blick aus dem Fenster: blauer Himmel, kein Wölkchen zu sehen. Wir stürzen uns auf‘s Frühstücksbuffet und gleich darauf ins Vergnügen. Wir gehen (symbolisch) ein Häuschen weiter: das Lausitzer Gebirge ist das nächste Ziel.

Im Isergebirge

Bei Jizerka grenzt dichter Nadelwald an die Straße. Wenige Meter vom Straßenrand entfernt steht ein Holzkreuz direkt am Wald, mit einem hellblauen Halb­schalen­motorrad­helm obenauf. Am 20. August 1942 ist hier ein Mann mit dem Motorrad verunglückt. Was dem unbekannten Fahrer wohl passiert ist?

Es gibt noch einige andere Gedenkkreuze in der Gegend, die an diverse Unglücksfälle erinnern: „Verirrt und erfroren“ oder „versehentlich von einem Wilderer erschossen“.

Vorbei an der Darretalsperre, dessen Terrain komplett Wasserschutzgebiet ist, sodass man kaum Zugangsmöglichkeiten zum See hat. Aber die Straße ist gut und frisch geteert. Unsere Gummikuh tuckert gutmütig dahin, die Geschwindigkeitsschilder zeigen eine dicke 40. Die Strecke lieben nicht nur Motorradfahrer, auch diverse Sportler sind auf Inlineskates oder Langlaufrollen unterwegs.

Bei der Fahrt durch Lázně Libverda (Bad Liebwerda) 
                tauchen wir für einige Minuten in mondänes Kurwesen ein.

Bei der Fahrt durch Lázně Libverda (Bad Liebwerda) tauchen wir für einige Minuten in ein mondänes Kurwesen ein. Hier wurden schon im 16. Jahrhundert die warmen Heilquellen geschätzt und selbst Albrecht von Waldstein (der als Feldherr Wallenstein wesentlich bekannter ist) ließ sich das Mineralwasser auf seinen Kriegszügen hinterher bringen. Der Gebäudekomplex ist überschaubar, in den Kohlensäure- und Moorbädern sollen Erkrankungen des Nervensystems und des Bewegungsapparates geheilt werden.

Alles Umleitung. Matrjoschka-Umleitungen.
Alleen im Isergebirge

Kurz vor Frýdlant geht es los. Eine Umleitung. Gleich darauf die nächste... und gleich noch eine. Noch schlimmer: es sind oft Matrjoschka-Umleitungen. Eine steckt in der nächsten. In einem winzigen Kaff stehen wir schließlich mutterseelenallein vor einer roten Ampel, die ein einspuriges Sträßchen vor uns freigeben soll. „Rotphase 7 Minuten“ steht auf einem Schild unter der Ampel. Ein Arbeiter von gegenüber gibt lachend seine vergeblichen Versuche einer tschechischsprachigen Konversation mit uns wieder auf. Aber dann winkt er, wir sollen einfach trotz Rot fahren. Da käme doch keiner... (Typisch deutsch, wir würden hier vermutlich verhungern, wenn die rote Ampel nie grün würde... ) Also gut. Kommt ja keiner. Die drei Autos wenig später zählen noch zu „keiner“. Oder?

Die Bikerhöhle „Pekelné Doly“

Eine weitere Umleitung schickt uns in einen mistigen, steilen Feldweg. Am Anfang geht er ja noch, aber der Untergrund wird von Meter zu Meter aufgewühlter und spurrilliger. „Das kann doch nicht die Umleitung sein!?“ „Doch, wahrscheinlich schon. Da vorne kommt ein Linienbus....“ Vergnügt fummeln wir uns trotz des Umleitungsgewurschtels auf kleinen Straßen durch die Lande. Das beste sind die alten Alleen mit knorrigen Bäumen, die ihre Kronen zu einem schattigen Blätterdach über dem Straßenband verschränken.

Die größte dieser Höhlen „Pekelné Doly“ befindet 
                sich heute in der Hand eines Motorradclubs, der in der Höhle 
                eine Bar betreibt und immer wieder Festivitäten veranstaltet.
Der Clou des Ganzen ist: die Höhle ist so aufgebaut, 
                dass man mit dem Motorrad hinein, drinnen eine Schleife oder zwei 
                drehen und hinten wieder rausfahren kann.

Im Tal zwischen Svitava und Velenice, südlich des Lausitzer Gebirges und südöstlich von Novy Bor befinden sich einige beeindruckende Sandsteinhöhlen. Früher baute man hier Sand ab, der in der Spiegelfabrik zum Schleifen und in den Glasbläsereien verwendet wurde.

Die größte dieser Höhlen „Pekelné Doly“ befindet sich heute in der Hand eines Motorradclubs, der in der Höhle eine Bar betreibt und immer wieder Festivitäten veranstaltet. Der Clou des Ganzen ist: die Höhle ist so aufgebaut, dass man mit dem Motorrad hinein, drinnen eine Schleife oder zwei drehen und hinten wieder rausfahren kann.

Mit dem Motorrad bis an den Tresen fahren – der Traum vieler Motorradfahrer – kann hier wahr werden! In der Höhle stehen einige ausrangierte, schwer in die Jahre gekommene Sitzmöbel, in denen wahrscheinlich schon Tausende Biker bei Festen ihren Rausch bei kühlen 12°C Höhlentemperatur ausschliefen.

Pekelné Doly

Es sieht ein bißchen aus wie ein Rockerclub, aber die Tagesgäste sind Motorradfahrer wie Du und Ich, sie kommen aus Deutschland, Tschechien und dem nahen Polen an diesen ungewöhnlichen Ort.

Die Höhle ist ganzjährig geöffnet, die Bar im Eingangsbereich ebenso. Weiter hinten im Dunkel der Höhle ist eine zweite, die man aber nur bei großen Events öffnet. Gut, 12°C stetige Raumtemperatur sind nicht gerade wohlige Wärme, aber die meisten Besucher tragen eh‘ Motorradklamotten. Wir halten einen Schwatz mit sächsischen Motorradfahrern und trinken Cappuccino. Wer wieder fahren will, muss nicht etwa sein Motorrad auf dem schmalen Vorplatz wenden oder zurücksetzen. Ach was! Das geht eleganter! Man fährt einfach ganz rechts in die Höhle hinein, dreht drinnen eine Runde - es gibt fast sowas wie Straßen, zumindest gibt es Markierungen - und tuckert auf der linken Seite wieder hinaus.

Dem Tourverlauf folgen:
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